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Down: Down IV Part I - The Purple EP

Part I hat einfach nur Eier
Wertung: 9/10
Genre: Southern Doom/ Metal/ Sludge
Spielzeit: 33:21
Release: 14.09.2012
Label: Roadrunner Records

Vorfreude und Zweifel, alles vereinte sich schon in der Ankündigung zum neuen Release aus dem Down-Lager. Einen herzlichen Gruß an die Szenepolizisten, die sich einmal mehr bereits im Vorfeld das Maul zerrissen haben, was sie denn da nun erwarte und die digitale Single „Witchtripper“ Ende Juli beendete auch nicht die weiteren Diskussion über die Marschrichtung der US-Southern-Doom-Sludger.

Vier EPs sollen es im Verlaufe eines Jahres werden, viermal die Auseinandersetzung mit den eigenen stilistischen Grundgerüsten, für KritikerInnen aber auch gleich viermal der Grund, mit dem Vorwurf, Kasse machen zu wollen, die Blogs und Foren dieser Welt zu überfluten. Klar, die Band muss sich durchaus den Vorwurf gefallen lassen müssen, warum denn nicht lieber eine Full-Length-CD herauszuhauen, doch angesichts der Tatsache, dass mit sechs Tracks mehr als 33 Minuten zusammen kommen und so locker manches Komplettalbum in den Schatten stellen, dürfte dann doch so manche Stimmungsmache im Keim ersticken. Wenn Down so weiterarbeiten, hätten sie wohl auch ein Doppelalbum mit Release Ende 2013 veröffentlicht und wieder wären viele nicht zufrieden gewesen.

Jetzt liegt sie also vor, die erste von vier EPs, und schon allein die schnieke Digipak-Aufmachung mit dem beigelegten mehrseitigem Booklet und das genial-einfache Coverartwork (welches auf Vinyl einfach noch besser kommen würde) machen schon Lust und Laune, den Silberling in den Player zu schieben und ganz Spinal Tap-like den Regler auf elf auszupendeln. Dabei muss man beim Opener „Levitation“ direkt mal aufpassen, drängt er sich doch erst langsam in den Vordergrund, lässt zum ersten Mal der Leadgitarre ein wenig Freiraum, um dann nach knapp eineinhalb Minuten aufzuzeigen, wie groß die Eier von Down sind – gewaltig. Schwerfällig, man will förmlich vor einem Schwarm aufgeschreckter Moskitos flüchten, steckt aber bis zum Hals im Doom-Sludge-Matsch und kann nicht aufhören, den Schädel statt zum Denken nur zum Headbangen zu nutzen – Bauchmusik in Reinform mit einer fetten Crowbar- und C.O.C.-Schlagseite.

Nun, überraschend kommt das nicht, denn Pepper Keenan und Kirk Windstein sind ja noch immer für die Gitarrenarbeit verantwortlich und spielen genau das, was sie am besten können und auch in ihren Stammformationen immer wieder aus den Saiten herausquälen, da wird Neuzugang Patrick Bruders am Bass nicht ganz so viel Einfluss drauf gehabt haben.

„Open Coffins“ wirkt auf den ersten Blick ein wenig unscheinbar, kann aber mit leicht progressiven Drumming punkten und auch hier groovt die Gitarrenarbeit einmal mehr so extrem fett, dass die erdige Produktion voll zum Tragen kommt; die manchmal dezent in den Hintergrund tretende Leadgitarre bei „The Curse Is A Lie“ nötigt einfach nur Respekt ab und auch das überlange „Misfortune Teller“ ist ein fetter Southern-Groover, wie ihn aktuell nur Down schreiben können (dürfen).

Natürlich wird sich jeder Down-Release an Phil Anselmos Gesang messen lassen müssen und es werden sich auch genug Leute finden, die gebetsartig nach den alten Scheiben schielen, doch was diesen „fuck fucking fuck“ Ausnahmekünstler doch so sympathisch macht, ist einfach, dass er mit einem gezischtem „fuck“ jeder Erwartung den stinkenden Mittelfinger ins Gesicht popelt und einfach das macht, wie und was er will – genauso muss Musik funktionieren und nicht anders. Dabei ist einfach wohltuend, dass man auf der EP natürlich keine Ansagen wie bei Live-Konzerten abbekommt, wo die „Fuck You“-Atttitüdenansagen schon gehörig auf die Eier gehen (können)  und trotzdem kann man sich in der schönen „Phil pulverisiert deinen Meinungsschnodder“-Welt einfach nur wohl fühlen. „Down IV – Part I“ hat einfach nur Eier.

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"Ich empfinde Shows zu spielen immer als Privileg..."

In dieser Verfassung purer Genuss

„…das ist nicht ein aufgesetztes Metaltheater, das ist einfach Spirit, der Krokus-Spirit …“

"Metalcore ist nicht umsonst ein abgedroschener Begriff..."