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DOUX: presents

Ein zweischneidiges Schwert, das teils etwas stumpf wirkt
Wertung: 7/10
Genre: Crossover, Nu Metal, Industrial Metal
Spielzeit: 39:59
Release: 22.03.2019
Label: Bleeding Nose Records

Als musikalisches Kind der Neunziger darf man skeptisch sein, wenn eine junge neue Band als Nachfolger der Großen KoRn, Slipknot und P.O.D., des eigentlich mittlerweile relativ toten Nu Metal also, gehandelt wird. DOUX aus Frankfurt sind eine solche Band, die mit dem ehemaligen The Green River Burial-Sänger Mert einen nicht ungefährlichen Fronter ihr Eigen nennen können. Dennoch macht der offensichtliche Vergleich mit den genannten Combos es schon zu Beginn des selbstbewussten Debüts „presents“ es schwer, die Band alleinstehend zu betrachten.

Der Opener „Over“ lässt sich schon mal ganz viel versprechend an, da spielen ein bisschen alte (!) Papa Roach mit rein, der Refrain wird ordentlich gebrüllt, der Track entpuppt sich fast als Ohrwurm. Auch das in den Neunziger-Songs niemals fehlende düstere Flüstern zwischendurch passt ziemlich gut ins Bild. Und obwohl die meisten Songs auf „presents“ ziemlich breitbeinig und prollig vorgetragen werden, haben gerade Stücke wie „Get Some“, das ja vom Titel her schon in Richtung Rapcore tendiert, irgendwie einen besonderen Charme – man ist zurückversetzt in alte KoRn-Zeiten, und eins muss man Mert lassen: Stimmliche Monotonie kann man dem Mann nun wirklich nicht vorwerfen. Vielmehr schafft der Fronter es, sich in verschiedene Gesangsstile hineinzuversetzen, die es einem fast unmöglich machen, keine Nostalgie aufkommen zu lassen.

Natürlich grätschen da immer auch weniger ansprechende Titel wie das tief gestimmte, etwas billig wirkende „Unhit“ dazwischen, die den Fluss stören, obwohl auch hier mit verschiedenen Stimmen experimentiert wird. Das knapp halbminütige Sampleintermezzo „Sucuki“ hätte man sich getrost sparen können, dafür kann das folgende „1 808 BASic“ mit seinem an Ill Niño erinnerenden Startbeat auf ganzer Linie überzeugen, hier treffen sich deftiges Drumming, sägende Gitarren und Lungen zerfetzendes Geschrei zu einem Hexentanz, den die Bands der alten Riege auch nicht besser hinbekommen hätten. In den Strophen wird zwar ein bisschen auf die Bremse getreten, dafür kann man im Refrain in bester Soulfly-Manier mitspringen.

Das übliche „Fuck the police“ darf in „Covert“ natürlich nicht fehlen, da spielen DOUX mal wieder die bösen Jungs. Wer seine Band „weich“ oder „sanft“ nennt, muss sich da schon ein bisschen mehr einfallen und vor allem gefallen lassen. Deutlich schwungvoller und fast schon ein bisschen thrashig geht dann „ABYSMAL“ zu Werke, das dadurch sicherlich aus der restlichen Tracklist hervorsticht. Natürlich hält sich die Thrashkante nicht über die volle Strecke, aber das fies-dreckige Gekeife kann doch noch mal ein bisschen an der Bewertung rütteln, da kann selbst der Sprechgesang nichts dran ändern, zumal dieser mit düster-unheilvollen Samples unterlegt wurde.

A propos Bewertung: Die gestaltet sich auch nach mehreren Durchgängen gar nicht so einfach. Das Prädikat „Industrial Metal“ kann man mal getrost in die Tonne kloppen, obwohl DOUX natürlich vielerlei Einflüsse vereinen. „Crossover“ bietet sich da selbstredend als Etikett an, der Einfachheit halber sollen aber weiterhin die zu Beginn genannten Bands als Vergleich herhalten, wenn man schon unbedingt einen benötigt. Zur neuen Lieblingsband werden DOUX vermutlich nicht, man muss aber eingestehen, dass „presents“ sich nach einigen Durchläufen deutlich bessert – einen großen Pluspunkt gibt es für die deftigen Beats, die immer wieder zum Zuge kommen, für die Verbeugungen vor eigenen Lieblingsbands und natürlich für die beeindruckende stimmliche Variabilität, die Fronter Mert an den Tag legt. 

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