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Dorota: Loosing Myself EP

„Das ist doch Popmusik!“ - „Na und, aber gut!“ - Nun ja, so lala
Wertung: 3/10
Genre: Pop
Spielzeit: 14:01
Release: 15.01.2010
Label: Eigenregie

Mit Dorota Malek will sich eine neue Stimme am Markt positionieren, wofür sie dann auch quasi als erste Anlaufstelle schon letztes Jahr eine Drei-Track-EP in den Umlauf brachte. Ursprünglich in Polen geboren (wo übrigens der Name Dorota als ganz normaler Vorname gilt und somit keinerlei Bezug zur Blondine aus Düsseldorf ausweist), siedelte sie schon im Kindesalter nach Österreich um, gründete irgendwann erfolglos eine Band, die nach dem Ausscheiden des Schlagwerkers auseinanderbrach, um dann ab 2007 eine Solokarriere anzufangen. Vorliegendes Tondokument „Loosing Myself“ gilt somit als erstes Lebenszeichen, aufgenommen im Herbst 2009 von Karen Stever und Frank Gryner (Rob Zombie, A Perfect Circle, Spineshank).

Die aufgeführten Produzentennamen sollen jetzt aber nicht die Erwartung schüren, dass nun auch musikalisch eine Herleitung möglich sei. Eher nicht, denn Dorota bedient eigentlich den Pop-Markt, wobei einige Gitarren versuchen, durch einen sanft gesteigerten Härtegrad auch weitere Zielgruppen anzuvisieren. Leider bleibt völlig offen, wer denn für die Instrumentalparts verantwortlich ist – weder das Promoschreiben noch die sozialen Netzwerke geben spontan Aufschluss über Mitbeteiligungen. Okay, kann man getrost abhaken, denn grundsätzlich ist eine EP eh nur ein Fingerzeig, eine Teelöffel-Kostprobe für den zu erwartenden Hauptgang, und selbst GourmetküchenverfolgerInnen wissen, dass die Vorspeise nicht immer mit dem Hauptmahl in Einklang zu bringen ist.

So beginnt „All Against Me“ mit elektronischen Spielereien, wie sie auch für die Startsequenzen für Spielfilm-Raumschiffe genutzt werden, erwartungsvoll rifft sich die Gitarre monoton in der Vordergrund und wird dabei von einem künstlichen Drumbeat aufrecht gehalten. Dorota, die durchaus mit einer angenehmen Stimme ausgestattet ist, singt ohne großes Profil und reiht sich nahtlos in die zahlreichen Popsternchen dieser Welt ein – von süßlich bis normal deckt sie alle Bereiche der Sangeskunst ab, doch die glatt gebügelte Stimme könnte einfach ein wenig mehr Rotz und eigene Identifikation vertragen. Doch über das alles könnte man hinweg sehen, wenn die nicht unbeträchtlichen soundtechnischen Spielereien „All Against Me“ zu einem Allerweltspopstück mit aufgeblasenen Gitarren verkommen lassen – Lee Aaron hatte da fast schon mehr Rotz am Rachenzäpfchen als Dorota auf der ganzen EP – ein Vergleich verbietet sich allerdings hier.

Kann sich eigentlich noch jemand an die unsägliche Popstars-Band Nu Pagadi erinnern, die nach einem Album und zwei (zugegeben erfolgreichen) Singles nach insgesamt neun Monaten das Zeitliche segnete? Ständig erinnern „Vision“ und auch das balladesk startende „Dead Bird“ ebenfalls an eine seelenlose, zusammengecastete Überproduktion – und nochmals zugegeben, Dorota hat stimmlich deutlich mehr auf dem Kasten als der größte Teil der Trällerelsen bei „Wir suchen wen auch immer“ in den bundesweiten Verarschungsshows, doch das abgehackte „De-ad Bird“ zündet weiterhin nicht wirklich und ist eher für die Radiolandschaft interessant – einige Spartensender dürfen doch dort auch mit Gitarren angereicherte Popsongs spielen, oder nicht?

Wie war noch der kleine Kurzaustausch? Ein kleiner Diskurs aus dem Gedächtnisprotokoll: „Hey Sascha, das ist doch Popmusik!“ „Na und, aber gut!“. Nun ja, so lala, wie auch immer, Dorota hat noch einiges vor ihrer Brust, um sich eine eigene Identität zu ersingen und nicht mit Allerweltpopsongs ein Teil einer gesichtslosen Masse zu sein – auch wenn eine EP halt nur ein Hinweis auf die mögliche Stärke sein kann, so liegt mit „Loosing Myself“ eine eine Puffreis-EP vor – erst knackt es noch ein bisschen, doch dann wandelt sich die Hülle zum Brei und wird im übertragenen Sinne vom Musikbiz verschluckt. Beim Full-Length-Debut bitte mehr Substanz, sonst ist das Ende auf dem Grabbeltisch vorprogrammiert.

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