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Dornenreich: Durch den Traum

Wertung: 8.5/10
Genre: Avantgarde
Spielzeit: 50:48
Release: 24.11.2006
Label: Prophecy Productions

Da ist es schon wieder soweit: Scheinbar hat man es sich bei Dornenreich zur Aufgabe gemacht, den langen Zeitraum ohne Veröffentlichungen zwischen „Her von Welken Nächten“ und „Hexenwind“ auszugleichen. Oder wie ließe es sich sonst erklären, dass ziemlich genau ein Jahr nach der letzten Veröffentlichung nun schon wieder ein Album des Österreichers zu haben ist? Ganz einfach: Das auf dem neuen Album „Durch den Traum“ enthaltene Material ist zwar öffentlich noch nirgends zu hören gewesen, ist aber auch nicht wirklich neu. Aufgezeichnet wurde es nämlich größtenteils im Rahmen der „Sharrketim“-Sessions, bei denen auch „Hexenwind“ entstand. Wer nun der Meinung ist, dass dann kein besonderer Unterschied zwischen den beiden Alben bestehen könnte, der lese weiter und lasse sich eines Besseren belehren.

Zuerst einmal sei betont, dass „Durch den Traum“ kein Rückfall auf alte Black Metal-Zeiten der Band ist. Musikalisch könnte man das Album wohl am besten zwischen „Her von Welken Nächten“ und „Hexenwind“ einordnen, allerdings mit sehr deutlicher Tendenz zu letzterem. Das heißt so viel wie, dass auf der neuen CD einige Passagen veröffentlicht werden, die wohl für „Hexenwind“ zu hart, aber für „Her von Welken Nächten“ um einiges zu soft gewesen wären.

„Durch den Traum“ ist anders. Zwar ist Dornenreich mit jeder einzelnen Note wieder zu erkennen, doch ist das Gesamtbild ein Anderes, als man es bei „Hexenwind“ vorfindet. Vor allem aber ist das neue Werk deutlich komplexer als der Vorgänger. Viele verschiedene Teile reihen sich in einem Track hintereinander. Des Öfteren stellt man beim Blick auf die Tracknummer überrascht fest, dass noch immer der gleiche Song läuft. Komischerweise hat man die Gesamtzahl der Titel dennoch steigern können. „Durch den Traum“ bringt es auf ganze acht Tracks. Dass diese jedoch nicht als einzelne Lieder verstanden werden möchten, verdeutlicht mehr als alles andere die Namensgebung: „Durch den Traum 1“ bis „Durch den Traum 8“ kann man auf der Rückseite der CD lesen. Das Album soll als Einheit betrachtet werden. Und eine andere Betrachtungsweise kommt auch gar nicht in Frage. Komplex, anstrengend, kompliziert, aber in sich geschlossen. Daraus resultiert zum Beispiel, dass die Songs bis auf ein paar Ausnahmen lange nicht so eingängig sind, wie es auf „Hexenwind“ der Fall gewesen ist. Doch spielt hier ebenso die Tatsache eine Rolle, dass die Melodiebögen einfach weniger einprägsam ausgefallen sind. Die angesprochenen Ausnahmen sind jedoch teilweise eingängiger als alles andere, was man bisher aus dem Hause Dornenreich vernehmen durfte. Das Album präsentiert sich voll von Kontrasten. Diese schlagen sich ebenfalls in der Dynamik der Songs nieder. Schnelle Passagen wechseln sich mit langsamen ab und laute mit leisen. Manchmal treibt im Hintergrund die Doublebass, manchmal ertönen Evigas Schreie aus nahezu vollkommener Stille.

„Durch den Traum“ mag alles sein, aber nicht einfach. „Kontrast“ ist das Wort, das sich perfekt auf weite Teile des Albums anwenden lässt. Dazu gesellt sich „Komplexität“ mit einer Prise „Eingängigkeit“, die sich hin und wieder zeigt. Um das Wirrwarr an Worten zu beenden, vermelde ich letztendlich, dass dieses Album die Old-School-Black Metal-Dornenreich-Fans nicht zufrieden stellen wird, dafür aber für die „Hexenwind“-Freunde umso ansprechender sein sollte. Allerdings braucht es weitaus mehr Durchläufe, um wirklich zu zünden.

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