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Dooms Children: Dooms Children

Ein wahnsinnig persönliches Album
Wertung: 9/10
Genre: Stoner Rock, Psychedelic Rock, Folk, Blues
Spielzeit: 54:53
Release: 20.10.2021
Label: Dine Alone Records

Es sind sicherlich aufregende Zeiten für Wade MacNeil: Noch verdaut der Mann den Erfolg seiner aktuellen Soloplatte „Dooms Children“, die jetzt auch schon fast ein halbes Jahr auf dem Buckel hat, da muss er sich mit seiner Hauptband Alexisonfire dem ersten Album-Release seit 13 Jahren stellen. Die Wartezeit für alle AOF-Fans kann die Dooms Children-Platte sicherlich verkürzen, obwohl hier deutlich andere Genres bedient werden: Dichter Stoner Rock mit 70s-Psychedelic-Teppich wird hier verwebt, MacNeils Stimme lullt einen dann besser ein als jede Droge es könnte – trotz oder gerade wegen Titeln wie „Lotus Eater“, „Trip With Me“ oder „Psyche Hospital Blues“. Dass MacNeil hier seine ganz persönlichen Sucht- und Entzugs-Erfahrungen mit den Hörern teilt, macht die Platte nur noch emotionaler und berührender.

Als erstes fällt natürlich die heisere Stimme des Singer/Songwriters positiv ins Gewicht, die mehr als nur ein bisschen Ähnlichkeit mit Hot Water Music-Fronters Chuck Ragan aufweist. Genau diese Stimme verhindert auch, dass ein ruhigerer, von Lynyrd Skynyrd-Vibes durchzogener Song wie „Flower Moon“ ins Kitschige abdriftet – und macht Songs wie den Opener „Trip With Me“ fast schon zu einem Partytrack; tanzbar ist das wabernd-psychedelische Stück allemal, groovt wie Sau und verleitet einen dann schon recht bald dazu, die Batikklamotten aus dem Schrank zu holen. Ein perfekter Albumopener, wenn es je einen gegeben hat. „Psyche Hospital Blues“ markiert dann die härtere Seite der Dooms Children, bei dem der Fronter deutlich seine Rehab-Erfahrungen beschreibt. Mutig, und dazu noch ein toller Song.

Dicke Gänsehaut kommt dann spätestens bei „Morningstar“ auf, das in einen Folk-Mantel gehüllt und mit „Aaah“-Chören versehen daherkommt und mit „Lotus Eater“ die Albummitte im Doppelpack verstärkt. Bei Letzterem reicht dann die Gänsehaut schon gar nicht mehr aus, man fühlt sich wie auf links gedreht, die Packung Taschentücher sollte man sich vielleicht sicherheitshalber auch schon bereitlegen, wenn MacNeil mit Reibeisenstimme singt „Everything was beautiful and nothing hurt“ – so stellt man sich das Eintauchen in einen Trip vor. Das Feeling vergeht, aber die Gänsehaut bleibt.

Mit deutlicher entspannterer Blues-Kante präsentiert sich „Chinatown Glow“, mit „Friend Of The Devil“ hat MacNeil dann noch das bereits veröffentliche Grateful Dead-Cover mit auf die Tracklist gepackt, das dem Original mit seinen schwummrigen Gitarren alle Ehre macht.

Was „Dooms Children“ so speziell macht ist nicht einfach nur die schlichtweg großartige Mischung aus 70s Psychedelic, furztrockenen Stoner-Gitarren, Folk und Blues sowie einer grandiosen Stimme, für die so manch anderer Rocksänger sicherlich seine eigenen Stimmbändern verhökern würde – in erster Linie ist die Scheibe ein unfassbar persönliches Stück Musik geworden, bei dem sehr deutlich wird, was „Katharsis“ wirklich bedeuten kann. Das Kunststück, vom Fronter in Perfektion vollbracht, ist dann nur noch, keine Rührseligkeit aufkommen zu lassen. Wäre da nicht ein doch eher kitschig betexteter Track wie „Spring Equinox“ und hätte man auch nur einen mitreißenden Ohrwurm wie „Trip With Me“ mehr im Gepäck, könnte man glatt volle Punktzahl geben. Auch so ist „Dooms Children“ aber ein bärenstarkes Album geworden.

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