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DoomDogs: Unleash The Truth

Altbewährtes und ein paar Überraschungen aus Langsamdüsterheim
Wertung: 7/10
Genre: Doom Rock/Stoner
Spielzeit: 70:26
Release: 02.09.2011
Label: Doomentia

Da sind sie wieder, die Verdammnishunde: 2010 ließen vier Schweden mit dem erfrischend aussagekräftigen Namen DoomDogs zuletzt von sich hören und hatten damals – wen wundert's – ordentlich drückenden Doom-Rock der ganz alten Schule im Gepäck. Dass sich an dieser Grundrichtung nicht viel ändern würde, stand wohl nie zur Diskussion und so steht mit „Unleash The Truth“ jetzt der nächste Brocken im Regal, der selbstverständlich wieder auf Bewährtes setzt: Gitarrensounds von ganz tief unten, Riffs ohne Ende und das Wichtigste: bloß keine Hektik - dann mal rein ins Vergnügen.

Mit „Eye For An Eye“ steigen die Jungs erstaunlich flott ins Geschehen ein: Das Riff geht gut nach vorne, die Strophen erinnern ein bisschen an – kaum zu glauben – Black Sabbath und Sänger Tomas „GG“ Eriksson knödelt immer noch reichlich gewöhnungsbedürftig aber immerhin kraftvoll ins Mikrofon. Zwischendurch landet das Tempo natürlich doch einmal kurz im Keller – nicht dass hier noch jemand auf die Idee kommt, von einer Abkehr vom geliebten Doom zu sprechen. Alles in allem ist es kein übler Einstieg, wenn er auch überraschend fix ausgefallen ist.

Die nächste Überraschung steht bei „Save Me“ an, denn statt schwerem Geschütz gibt es hier erst einmal geradezu liebliche Mellotronklänge auf die Ohren, die sich die Schweden recht unverhohlen bei King Crimsons „I Talk To The Wind“ borgen. Doch sei's drum, die neue Klangfacette macht sich gut im Sound und stellt einen schönen Kontrast zum mörderisch langsamen Hauptriff dar, das kurz darauf alle pastoralen Anklänge wieder plattwalzt. Am Ende packen die Jungs die Flöten aber nochmal aus und ja, die Neuerung funktioniert. Sogar der Gesang macht auf dem flächigen Klang richtig was her und klingt zumindest für meine Ohren deutlich angenehmer als das meiste, was GG sonst so vom Stapel lässt. Zwischenfazit: Der Sound ist fett, die Texte sind, wie schon auf der Debüt-EP, so naja, der Gesang ist gewöhnungsbedürftig - Check. Ist bis auf ein kleines Soundgimmick eigentlich alles so wie gehabt? Check. Aber vielleicht gibt es ja noch ein paar Überraschungen.

Zeit genug wäre dafür jedenfalls, denn anders als auf ihrer selbstbetitelten EP schöpfen die DoomDogs diesmal spielzeittechnisch aus dem Vollen: Volle 70 Minuten Mahlwerksound hat „Unleash The Truth“ zu bieten und das ist selbst dann eine ganze Menge, wenn jeder Song komplett anders klingen würde. Da es hier aber nun einmal um (es mag bereits ein oder zweimal erwähnt worden sein) Doom geht, ist Abwechslung naturgemäß eher dünn gesät. Doch tatsächlich gibt sich die Band Mühe, zwischen wirklich fetten Tracks wie „Welcome To The Future“, schwächeren Songs („Magic Of The Black Circle“) und den üblichen Standard-Brechern ein paar Auflockerungsübungen einzuflechten. Da ist zum Beispiel „Legacy“: Ein Instrumental, das ganz auf Akustikgitarre und Flöte setzt, oder kleine Experimente mit Effekten und etwas alternativerem Songwriting wie in „All Lies“. Es sei angemerkt, dass Letzteres insgesamt leider ziemlich daneben geht, woran mal wieder vor allem der Gesang schuld ist. Trotzdem: Der Gedanke zählt.

In „Questions To My Answers“ packt dann auch noch jemand die Geige aus und lässt ein folkiges Intro erklingen, das sich in jedem Irish Pub gut machen würde. Klar, der Pub wird kurz darauf mit akustischen Bulldozern abgerissen. Aufhorchen lässt das Intermezzo trotzdem. Ein bisschen skurril wird es im Anschluss mit „Metal Mayhem“, das mit seinem Boogie-Rhythmus ein bisschen an eine ZZ-Top-Platte auf halber Geschwindigkeit erinnert. Dazu gibt es Songzeilen wie „We play some Stoner/Some Doom'n'Roll/We play some heavy Sludge/Come join the DoomDogs show“ und irgendwie tut es doch ganz gut zu hören, dass der düstere Sound eine gewisse Selbstironie und Spaß an der Freude nicht ausschließt. Ganz zum Schluss steht mit „A National Acrobat“ ein Black Sabbath-Cover und zwar dankenswerterweise eines, das sich mal nicht den üblichen Verdächtigen annimmt.

So ist „Unleash The Truth“ am Ende trotz geduldsmarternder Spielzeit und ein paar nicht wirklich tollen Songs doch eine recht runde Sache. Doom-Puristen finden hier immer noch genug Lieblingsspielzeug für haupthaarverwirbelnde Stunden vor der Stereoanlage; ab und an blitzt aber auch mal der ein oder andere Lichtstrahl aus ferneren Gefilden über den musikalischen Horizont, allerdings ohne dass die Platte zu einer kreativen Offenbarung gerät. Auf jeden Fall ist „Unleash The Truth“ eine Steigerung zur Debüt-EP und als erstes echtes Album wirklich annehmbar.

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