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DoomDogs: Doom Dogs

Vier Hunde zwischen Doom und Stoner
Wertung: 6.5/10
Genre: Doom Rock/Stoner
Spielzeit: 42:54
Release: 30.03.2010
Label: Doomentia Records

Welch ein Wink mit dem Zaunpfahl! Da posieren vier Männer, drei davon langbehaart und mit Tony-Iommi-Gedächtnis-Schnäuzern, in herbstlichem Sepia-Ambiente zwischen Eisengeländer und Kirchenruine. Diese vier Männer nennen sich selbst die DoomDogs. Und ihre EP, von deren Cover obige Szene stammt, nennen sie gleich genauso. Wieviel Freiheit bleibt da wohl noch in der Genreschublade?

Wie gut, dass den vier Schweden gar nicht daran gelegen ist, irgendetwas anderes als fetten Doom Rock auf die Zwölf darzubieten. Und das, obwohl sie aus Göteborg stammen, was ja eigentlich für melodischen Death Metal bekannt ist. Davon wollen die Verdammnishunde aber nichts wissen; sie werfen den Blick in der Musikgeschichte lieber ein Stück weiter zurück und puzzlen sich ihren Sound aus namhaften Vorbildern selbst zusammen: Eine solide Basis aus Black Sabbath-Feeling und Iommi-Riffing, dazu eine gute Portion Kyuss-Härte und das Ganze runtergedreht auf Crowbar-Tempo – fertig ist das drückende Fundament, das sich in besagter Schublade dann doch ein bisschen mit den Ellenbogen seinen Platz erstreitet. Die analoge Produktion der Scheibe, für die man sich extra in ein Vintage-Studio einbuchte, bringt die instrumentale (Breit)-Seite der sechs Tracks dabei noch besonders gut zur Geltung.

Dennoch hat man sich auch einige Fallstricke gelegt, die den Spaß an „Doom Dogs“ deutlich schmälern. Das größte Manko im Klangbild ist dabei sicherlich Sänger Tomas „GG“ Eriksson: So sehr er sich auch bemüht, in den Gesangpassagen wie eine Mischung aus Ozzy und Lemmy rüberzukommen, er ist weder der eine noch der andere. Stattdessen erinnert sein Gekeuche stellenweise an Luftnot und Halsschmerzen. Gelegentliche Ausflüge ins Growling geraten ähnlich zwiespältig und in Anbetracht der Tatsache, dass GG einst für die Death-Truppe Grotesque auf dem Schlagzeughocker saß, drängt sich der Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten“ geradezu auf. Zugute halten muss man ihm allerdings, dass sein Vortrag steckenweise durchaus gelingt – nur eben nicht konstant genug. In „I'm Sure“ liefert er so eine durchaus passable Leistung ab, die man aber auch nur zu hören bekommt, wenn man nach „The Game“ noch Mut hatte, weiterzuhören.

Ein weiterer Schwachpunkt – und wieder kriegt der arme GG dafür eins auf den Deckel – sind die recht durchwachsenen Lyrics: Sprachlich irgendwo auf mittelmäßigem Pennälerniveau angesiedelt wird ordentlich in Doom-Klischees gebadet, was ja an sich noch nichts Schlimmes ist. Durch die vielen langgezogenen Silben - bedingt durch die meist eher niedrige Umdrehungszahl der Songs - in Verbindung mit dem schleifenden Geheule aus GGs Kehle, bekommt das Ganze aber einen fast schon lächerlichen Anstrich, was so sicher nicht gedacht war.

Man könnte schwache Lyrik und durchwachsenen Gesang ignorieren und sich dafür am fetten Groove, den die Band aus dem Hut zaubert, erfreuen – und wem das gelingt, der kann mit den DoomDogs auf jeden Fall jede Menge Spaß haben. Zwar geraten überlange Songs wie „Fight The Greed“ und „Shout“ da schonmal zur anstrengenden Angelegenheit, denn ganz doom-typisch tut sich außer Riff folgt Riff folgt Riff auch hier nicht allzu viel. Was da aber rifftechnisch aneinandergereiht und arrangiert wird ist aber auf jeden Fall hörenswert und kann über die genannten Schönheitsfehler zumindest eine Zeit lang hinwegtäuschen – eine Zeit, in der man sich gern von den vier Hunden die Gehörgänge freipusten lässt.

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