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Donots: The Story So Far (Ibbtown Chronicles)

Best Of Donots
Wertung: 5.5/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 0:0
Release: 24.11.2006
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Was soll man davon halten? In diesen Tagen bringt wirklich jeder eine „Best Of“-CD raus, Depeche Mode, U2, Oasis – und die Ibbenbürener Donots. Es stellen sich zwei Fragen, zunächst: Was will der Künstler? Will er einen adäquaten Überblick über die Bandgeschichte und somit Diskographie geben, will er seine besten Titel endlich vereint auf einem Longplayer sehen, oder will er einfach nur noch mal Kohle scheffeln? Um diese Frage zu beantworten empfiehlt es sich, die zweite Frage voranzustellen: Was bekommt man als Käufer geboten?

Im Falle von „The Story So Far“ zumindest schon mal amtliche 31 Songs in Form einer Doppel-CD. Die sogenannte „A-Sides“ wartet mit zehn Singles oder EP-Veröffentlichungen auf, die dem geneigten Fan in jedem Fall bekannt sein dürften. Von „Whatever happened to the 80s“ über „Saccharine Smile“ bis hin zu „We’re not gonna take it“ und “Good-Bye Routine” sind alle Songs dabei, die in keiner Setlist mehr fehlen.

Oben drauf gibt es aber noch „Duck and Cover“ und „Play Dead“ zu hören, zwei brandneue Midtempo-Songs aus den Sessions zum neuen Album (wird voraussichtlich 2007 erscheinen). Und als wäre das noch nicht genug, reichen die Donots noch drei Live-Versionen vom Taubertal-Festival 2006 nach. „Whatever happened to the 80s“ hätte man sich zwar sparen können (auch das eingebaute Cover von Kim Wildes „Kids in America“ ist nicht sonderlich spektakulär), überaus gelungen ist allerdings die Neu-Interpretation von „Room with a View“. Das gefühlvolle Piano im Intro und in der Bridge zeugt von musikalischer Grösse und generellem Interesse an den eigenen Songs.

„Good-Bye Routine“ spaltet ohnehin die Lager – diejenigen, die den Song für die Band als angemessen ansehen, werden ihn live dargeboten ebenso mögen, die anderen werden wohl auch jetzt nicht warm damit.

Die „B-Sides“, also die zweite CD, ist viel interessanter. Dort findet sich der insgeheim vielleicht beste Donots-Song überhaupt wieder, denn „Bittersweet“ überzeugt mit allem, was er hat. Wie Sänger Ingo Knollmann in den Liner Notes (im Booklet zu jedem Song enthalten) erklärt, hat der Song neben dem melancholischen Text noch eine traurige Geschichte zu bieten, denn er wurde zur „self-fulfilling prophecy“, als der Musikjournalist und Freund der Band Rocco Klein 2004 plötzlich starb.

Den anderen 15 Liedern dieser zweiten CD ebenso viel Aufmerksamkeit zu schenken, würde den Rahmen sprengen, ist allerdings auch nicht nötig. Bis auf einige Ausnahmen pendeln die Songs zwischen Midtempo-Rock und schnellen Punknummern, bleiben aber immer in dem musikalischen Rahmen, den die Alben „Pocketrock“ und „Amplify the good times“ gesteckt haben. Kein Wunder, wurde auch der Grossteil von ihnen zwischen 2000 und 2002 geschrieben.

Eine von drei erwähnenswerten Ausnahmen ist „Backstabbing“, zwar auch von 2000, aber deutlich fieser als alles andere, was die Donots bisher produziert und veröffentlicht haben. Ein Vergleich, der vielleicht den musikalischen Einschlag etwas klarer macht, ist der zu Thumb. Negative Grundstimmung trifft auf Gekeife und eine geradezu düster-aggressive Strophe.

Die Cover „Next to you“ (The Police) und „Ich töte meinen Nachbarn und verprügel seine Leiche“ (Die Kassierer) sind Nummer zwei und drei. Während ersteres nur Erwähnung findet, weil es ein Cover ist, kommt man bei „Ich töte meinen Nachbarn…“ über einen Satz mehr nicht herum. Eigentlich müsste sich jeder selbst vorstellen können, wie viel Spass die Band beim Aufnehmen dieses Songs hatten. Falls nicht – die Liner Notes lassen es erahnen.

Mein Fazit: Antwort auf Frage 1: Es geht den Donots nicht darum, mit zwölf alten Songs den Reibach zu machen. Für Fans: unverzichtbar. Für die, die es mal werden wollen: Der perfekte Einstieg. Für die, die es nie waren: Vollkommen überflüssig. Now choose…

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