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Donots: Birthday Slams Live

Ein längst überfälliges Album
keine Wertung
Genre: Punk
Spielzeit: 82:01
Release: 04.12.2020
Label: Solitary Man Records/Warner

Was soll man über die Ibbenbürener Donots eigentlich noch sagen? In Punk-Rock-Kreisen gehypt oder beflissentlich als Mainstream übersehen, rocken die Herren mittlerweile seit 26 Jahren durch sämtliche Clubs des Landes und sind ebenso (wieder) als Headliner bei Festivals anzutreffen. Immerhin elf Studioalben kamen in dieser Zeit zustande und voriges Jahr gab es mit „Silverhochzeit“ noch ein Best Of obendrauf, welches zumindest insofern seine Berechtigung hat, da sich doch nicht jeder komplett mit den Studio-Outputs anfreunden kann. In einem werden sich aber Fans und Nörgler sich einig sein: Und dies ist die phänomenale Livepräsenz der Band. Gerade diese unglaubliche Energie, die man auch nach so vielen Jahren immer noch auf die Bretter haut, ist wirklich eine absolute Muse.

Umso schöner, dass es nun nach einem Vierteljahrhundert endlich mal ein Livealbum zu hören gibt und noch schöner, dass es tatsächlich auf gut achtzig Minuten genau diese Energieentladung zu erleben gibt, die man von dem Fünfer und seinem Publikum gewohnt ist. Aufgenommen während ihrer Jubiläumskonzerte, kann man sich nun in der leider weiterhin konzertfreien Zeit zurückerinnern und die heimische Anlage mal ordentlich auf Anschlag drehen. Laut hören wird hier zu absoluten Pflicht, denn diese besagte Kraft gibt es bereits beim Intro zu hören, welches sich gepaart mit Donots-Rufen immens druckvoll gen Lauscher schiebt.

Soundtechnisch exzellent gemischt, die Band ist klar zu hören und die Zuschauergesänge sind gut abgestimmt, womit sie im Gegensatz zu ihren Kollegen von Turbostaat doch ein kleines Plus einfahren können, die eher auf einen gleichberechtigten Anteil vor und auf der Bühne setzen. Aber gerade bei der nächtlichen Mitgrölhymne „Eine letzte Runde“ zeigen sich die Zuschauer genauso obenauf, wie bei den Mitsingspielen die ab und an eingestreut werden, um dann schließlich zu „Keiner kommt hier lebend raus“ zur totalen Eskalation zu rufen.

Aber wenn man schon beim Sound anderer Formationen ist, kann man sogleich das Thema Gäste abhandeln. Auch von diesen sind einige vertreten, so eben Jan von schon benannter Band, Sammy von den Broilers und Vom von Die Toten Hosen, der nach eigener Aussage nur da ist, da für Campino das Geld fehlte. Obendrauf sind noch die Herren von der Antilopen Gang bei der Berliner Sause an Bord, die mit ihrem Auftritt bei „Kaputt“ mal anständig den Song aufmischen und eine echt geile Variante schaffen.

Auch Set-technisch kann man das Doppelalbum nur abfeiern, hier werden 25 Jahre auf einundzwanzig Titel komprimiert, die so ziemlich alle Alben widerspiegeln. Von Klassikern wie „Wake The Dogs“ bis hin zu neuem Material der aktuellen Scheibe „Lauter als Bomben“, darf man quer durch die Bandgeschichte mitkreischen. Klar wird hier und da jemand dieses oder jenes Lied vermissen, allein die Stimmung reißt jedoch alles wieder raus. Und wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann wohl nur, dass das Ganze nicht auch als DVD erhältlich ist.

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