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Don Fernando: Dia De Los Muertos

Für die morgendliche Halswirbelgymnastik gerade ausreichend
Wertung: 6/10
Genre: Stoner Rock/Punkrock
Spielzeit: 50:39
Release: 28.10.2011
Label: Impedance Records/Cargo Records

Punkrock. Stoner-Rock. Geradewegs aufs Maul. Oder in den Worten von Don Fernando: „Massive riffs, massive hooks, tight as fuck, no bullshit.“ Nach dem Debüt „The Banquet Of...“ aus dem Jahre 2009 lässt das Quartett aus dem australischen Melbourne mit dem Nachfolger „Dia De Los Muertos“ wieder von sich hören und schleudert dem Hörer eine frische Ladung knüppelharter Rockriffs um die Ohren. Das selbstgeklebte Etikett „Stoner/Punkrock“ liest sich zwar wie ein oller Marketingkniff, trifft den Stil der Band aber doch ganz gut: Don Fernando schrauben die Gitarren auf Brumm-Niveau runter, sind gleichzeitig aber eher simpel unterwegs und setzen am Mikrofon lieber auf energiegeladenes Halb- bis Vollgeschrei, als auf Klargesang.

Klar, innovativ ist was anderes, selbst wenn man ein etwas ungewöhnliches Genre drüberschreibt. Auf klangliche Revolutionen kommt es der Band aber auch nicht an, wie sich schnell zeigt. Vielmehr ist unüberhörbar das geradlinige Drauflosholzen Konzept – und unter dem Aspekt hat „Dia De Los Muertos“ so einiges zu bieten. Genau genommen machen Don Fernando nämlich kaum etwas anderes, höchstens in etwas unterschiedlichen Formen: Während der Opener rasant voranprescht, verlässt sich „You're Wrong, I'm Right, You're Dead“ auf schleppenden Dampfwalzensound und „Welcome To The Fold“ nimmt sogar noch ein bisschen Tempo raus und ersetzt es durch noch mehr malmenden Groove. 

Viel mehr Abwechslung war nicht zu erwarten und wird auch nicht geboten. Dafür macht die Band ihre Sache ordentlich, ist aber auch klar dann am besten, wenn sie direkt zur Sache kommt: „Some Other Way“ leidet zum Beispiel unter einem langgezogenen, zu nichts führendem Intro aus abgehackten Akkorden, das dem Song ein Gutteil Druck nimmt. Auch „Cold Blooded Lover“ kommt zu langsam aus dem Quark und überzeugt auch in vollem Lauf nicht. Ganz anders Songs wie „Liar“ und „High Backin Hell“: Während ersterer mit coolem Riffing und zwischen klar und hart verzerrt wechselnden Vocals besticht, bricht sich bei letzterem ordentlicher Schweinerock à la Psychopunch Bahn. Schnell und räudig, dabei aber mit ordentlich mahlendem Gitarrensound zeigt der Track vielleicht am eindrucksvollsten, wie Don Fernandos Stoner-Punk im Bestfall klingen kann.

Umso erstaunlicher ist das, was die Band einem daraufhin als Rausschmeißer vorsetzt: „I Know“ kriecht auf tief wummernden Bässen durch die Walachei und erzeugt in Verbindung mit heiserem Schreigesang eine stockfinstere, hoffnungslose Stimmung. Das grenzt schon an Doom- oder Sludge-Metal, möchte nicht so ganz zu allem Vorherigem passen, klingt aber für sich genommen nicht übel. Der ruhige, von Klavierklängen getragene Mittelteil sorgt für noch mehr Verwirrung; gegen Ende nehmen Don Fernando dann aber doch wieder Tempo auf und sorgen für einen passenderen Abschluss.

Ähnlich zwiegespalten wie „I Know“ ist allerdings auch der Gesamteindruck von „Dia De Los Muertos“: In guten Momenten machen Don Fernando tatsächlich Spaß und schaffen es, mitzureißen. Leider sind diese Momente generell ein bisschen rar gesät; die Songs teilweise zu gesichtslos und wenig eingängig. Ein richtiger Hit, der nicht nur im Nacken, sondern auch im Ohr sitzen bleibt, fehlt ebenso. So taugt die Scheibe insgesamt leider nur zur morgendlichen Halswirbelgymnastik – auch wenn das live alles noch einmal ganz anders aussehen dürfte. Doch egal, wie es um die Bühnenqualitäten von „Dia De Los Muertos“ bestellt sein mag; vor der heimischen Anlage bekommt man hier nicht mehr als ordentlichen Durchschnitt.

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