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Dommin: Love Is Gone

Melancholie ohne Kitsch
Wertung: 7.5/10
Genre: Alternative Gothic Rock
Spielzeit: 51:41
Release: 29.01.2009
Label: Roadrunner Records

Nicht immer muss alles so schlimm sein, wie der erste Eindruck erahnen lässt: Obwohl Bandfoto und der Albumtitel „Love is Gone“ auf den tausendsten Love-Metal-Klon hindeuten, ist das Projekt Dommin des Bandkopfes Kristofer Dommin überraschend anders. Goth-Trademarks wie reichlich Keyboard und Herzschmerz-Texte sind zwar definitiv vorhanden, wirklich in eine Schublade stecken lässt sich die Band jedoch nicht.

Denn eindeutig von der Konkurrenz abheben können sich Dommin mit ihrem Frontmann, dessen Stimme in keiner Weise dem Klischee des üblichen Gothic-Rock-Vokalisten entspricht. Auch ohne allzu viel zu leiden, schafft es die heisere Stimme des Sängers problemlos, Emotionen auszudrücken, wobei er zwischen sanftem, fast gehauchtem und kräftigem Gesang pendelt, der vor allem in seinen raueren Momenten sehr zu überzeugen weiß. Zugegebenermaßen ist die Stimme ein wenig gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht bei jedem Hörer augenblicklich auf Begeisterung stoßen, jedoch fügt sie sich wunderbar in den Gesamtkontext ein und besitzt zudem auch einen hohen Wiedererkennungswert.

Abseits der Stimmleistung wird auf teilweise recht harte Riffs verbunden mit viel Keyboard-Einsatz gesetzt, gelegentlich tritt sogar einmal der Bass mehr in den Vordergrund. Mit „My Heart, Your Hands“ gelingt der Band dann auch gleich ein optimaler Einstieg: Bedrohliche Keyboard-Sounds erzeugen eine finstere Atmosphäre, bevor die Gitarren einsetzen und unheilvolle Glocken erklingen. Insgesamt ist der Song mit seinem brachialen Refrain vielleicht das düsterste Stück der Platte und bleibt definitiv im Gedächtnis. Der nächste Track, „New“, bietet ebenfalls wieder harte Riffs und Glocken, setzt jedoch auf ein höheres Tempo. Dank der starken Basslines besitzt das Stück außerdem einen mitreißenden Groove, beim Refrain wird dann wieder auf Eingängigkeit vertraut.

Nach dem unheimlichen Interlude „Evenfall Horizon“ folgt mit „Tonight“ eines der poppigsten Stücke der Platte – nicht schlecht, aber auch reichlich austauschbar. Das Titelstück überzeugt dann mit einem kraftvollen Refrain und Chören, bevor „Dark Holiday“ völlig neue Töne anschlägt: In den Strophen wird lupenreiner Psychedelic Rock samt Piano geboten, der nicht wenig an The Doors erinnert.

Zu den Highlights gehören „Without End“, das wohl das Stück mit dem beeindruckendsten Chorus des Albums ist, und der ebenfalls mit einem großartigen Refrain ausgestattete Song "Closure", der mit seinen Streichern den Hörer tief in die Melancholie Dommins hineinzieht. Erst relativ spät folgt mit "Making The Most" die obligatorische Ballade, die allerdings eher langweilt und kaum hängen bleibt. Gegen Ende der CD steigert die Band das Niveau noch einmal deutlich: "I Still Lost" kommt in einem düsteren Ambiente daher, während die stark elektronische Nummer "Honestly" gelegentlich an Depeche Mode erinnert. Abgeschlossen wird das Album mit der zweiten Ballade "Remember", die allerdings im Gegensatz zu ihrem Pendant "Making The Most" zu begeistern weiß und mit ruhigen Piano-Sounds "Love Is Gone" würdig ausklingen lässt.

Zurück bleibt der Eindruck, nach langer Zeit mal wieder ein eigenständiges Düster-Rock-Album gehört zu haben. Mit "Love Is Gone" ist Dommin ein äußerst interessantes Debüt gelungen, das ehrlich und emotional daherkommt und nicht zuletzt dank dem hervorragenden Gesang viele genre-übliche Klischees geschickt umgeht. Wären da nicht einige Durchhänger wie "Tonight" oder "Making The Most", wären sicherlich auch acht Punkte drin gewesen, empfehlenswert ist dieses Werk aber allemal – wer Ausschau nach frischem Wind im Gothic Rock sucht, wird hier fündig.

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