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Dol Theeta: The Universe Expands

Eine Reise durch Raum und Zeit
Wertung: 8/10
Genre: Electronica Art Metal / Avantgarde Metal
Spielzeit: 57:50
Release: 25.12.2008
Label: Electronic Art Metal Records

Metal mit elektronischen Klängen zu kombinieren, ist beileibe keine neue Idee. Doch im Falle Dol Theetas ist es genau umgekehrt: Hier wird Elektro mit Metal angereichert. Und das auf eine Weise, die es wohl vorher noch nie gegeben hat. Nach Dol Ammad gründete der Grieche Thanasis Lightbridge nun Dol Theeta, um seine Vision, die er als „Electronica Art Metal“ bezeichnet, mittels eines weiteren Projekts zu bereichern. Eine sehr passende Klassifizierung, denn anders lässt sich das schwer erfassbare Genre kaum beschreiben.

War bei Dol Ammad noch ein ganzer Chor im Gepäck, so kommen Dol Theeta mit lediglich drei Bandmitgliedern aus: Thanasis Lightbridge, der das Songwriting, Programmieren und Schlagzeug übernimmt, der Gitarrist Dirn und die klassisch ausgebildete Sängerin Kortessa. Technisch gibt es nichts zu bemängeln, denn das Schlagzeug klingt sehr treibend und bietet zusammen mit den Gitarren einen gelungenen Gegensatz zu den elektronischen Klängen; diese stehen über weite Strecken im Vordergrund. Wie bereits erwähnt sind die Gitarren bei der Band ein eher unterstüzendes Element, die den sphärischen Klängen zusätzlichen Druck verleihen und so ein außergewöhnliches Hörerlebnis kreieren. Die Sopran-Stimme Kortessas verleiht den Songs eine gewisse Mystik und weiß durchaus zu überzeugen, geht aber oftmals in den hypnotischen Klängen ein wenig unter - was aber nicht negativ auffällt, denn der Gesang ist nicht zwingend wichtig für die Musik Dol Theetas.

Den Anfang des Albums macht der Track „Which are you?“, der mit leisem Geflüster im Hintergrund das Prinzip der Hypnose beschreibt. Beim ersten Hören klingen die Songs alle recht ähnlich, doch die Abwechslung steckt im Detail:Die Samples und Syntheziser sind optimal eingesetzt, laden zu Reisen durch Raum und Zeit ein und ergeben zusammen mit den fantasievollen Texten eine einzigartige Atmosphäre. „Silver Ash“ und „Afterlife Crescendo“ bauen sich beispielsweise langsam und dramatisch auf, Gitarre und Gesang kommen erst später zum Einsatz – anders als bei härteren Tracks wie „Mud“, die recht schnell auf den Punkt kommen und so einen netten Kontrast zu den ansonsten sehr psychedelischen Songs darstellen.

Hervorzuehen sind noch „Something Called Tomorrow“ und „Goddess“, die zu den Highlights der Platte zählen. Bei „Something Called Tomorrow“ kommt dem Gesang ausnahmsweise einmal eine größere Rolle zu, denn hier steht nicht nur Kortessas Stimme mehr im Vordergrund als sonst, sondern sie wird auch noch durch den angenehmen Gesang von Thanasis Lightbridge untersützt – hier findet sich tatsächlich ein Song auf dem Album, der Ohrwurm-Potenzial besitzt. „Goddess“ hingegen ist das atmosphärischste Stück auf der CD, denn die sphärischen Klänge wirken ungemein fesselnd und hypnotisch auf den Hörer, so dass er gar nicht merkt, wenn der Song endet.

Aber warum „nur“ acht Punkte? „The Univers Expands“ ist defintiv ein gutes Album, doch auch sehr schwere Kost. Mal begeistert das Album mit der tollen Atmosphäre, zu anderen Zeiten wirkt das ganze einfach nur nervtötend und lässt die Aufmerksamkeit des Hörers schnell verebben. Außerdem ist die Platte auch nur für Freunde elektronischer Klänge wirklich hörbar, denn Metal ist hier nur ergänzendes Element. Thanasis Lightbridge hat hier ein einzigartiges Album erschaffen, das jedem Anhänger experimenteller Musik zu empfehlen ist, doch ansonsten nicht jedermanns Sache ist. Probehören ist vor dem Kauf also Pflicht.

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