Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dogma Inc.: Before And After

Konkurrenz für Chimaira und Co.
Wertung: 7.5/10
Genre: Grindcore, Groove Metal, Hardcore
Spielzeit: 28:48
Release: 29.06.2009
Label: STF-Records

Die Slowakei gilt gemeinhin nun nicht unbedingt als das Metal-Land schlechthin. Dieser Zustand sollte sich allerdings dringend ändern, wenn man sich das zweite Album von Dogma Inc. zu Gemüte führt. Diese Herren können es nicht nur mit Ektomorf aufnehmen, dem Exportschlager ihres Nachbarlandes Ungarn, sie schaffen es gleichzeitig, den donnernden Groove der New Wave Of American Heavy Metal-Helden Chimaira mit der ihnen eigenen rauen Härte verschmelzen zu lassen.

Das Ergebnis ist ein appetitlicher Hardcore-Happen mit einem guten Schuss Groove Metal, der die Moshpits zum Beben und die Haare zum Fliegen bringt. Die recht junge Band, die sich erst 2001 gründete und damals noch eine Dame als Frontbrüllerin ihr Eigen nennen durfte, tourte die vergangene Jahre vor allem in der Heimat, sowie Bulgarien und Tschechien. Da ist es kein Wunder, dass die Vier hierzulande bisher eher als Geheimtipp gelten. Ihr erstes Album „Authority“ konnten sie aufgrund von ständigen Besetzungswechseln erst 2005 herausbringen; selbige ließen auch ihre Sängerin kurz nach Release der Platte das Handtuch werfen. Auf der neuen Scheibe „Before And After“ wurde Bassist Kuna mit der Vertonung der Lyrics betraut und macht seinen Job fabelhaft.

Überhaupt lebt das ganze Album von einer drängenden Kraft, die den Zuhörer geradezu nach vorne schiebt. Schon beim ersten Song, man kann es nicht anders sagen, wird ordentlich losgeknüppelt. Die Doublebass und die beiden Gitarren bilden eine breite Riffwand, in die der Bass und Kunas Growls sich wunderbar einfügen. Bei „The Leader“ kommt eine irritierende, aber nichtsdestotrotz ziemlich coole Gitarrenspur aus dem Hintergrund, die dem Song eine ganze eigene Atmosphäre verleiht und ihn herausstechen lässt. Kunas Gesangsleistung wird von Song zu Song ausgereifter und kraftvoller: bestes Beispiel dafür ist der Track „A Feeling Of Non Gravity“, bei dem der Sänger sich beinah die Seele aus dem Hals schreit.

Im Verlauf der einzelnen Songs horcht man immer mal wieder auf, wenn die Stimme allzu sehr nach Zoltán Farkas von Ektomorf klingt, aber das tut der Stimmung mit Sicherheit keinen Abbruch. „Interesting“ bringt die Dynamik der Scheibe auf ein neues Level; es groovt langsamer daher als die restlichen Songs, wirkt dadurch aber viel bedrohlicher und hat in etwa den Charakter einer Dampfwalze. Ganz anders bei „The End“, das zwar weniger Groove aufweisen kann, dafür aber von mitreißenden Riffs und coolen Drums lebt und in Kombination mit dem kraftvollen Gesang ein Highlight der Platte bildet. Die Old School-Elemente treten hauptsächlich bei den Gitarrenriffs hervor, die vor allem das etwas schwächere „Our Chaos, My History“ enthält. Auf dem Rest des Album wunderbar eingestreut, nehmen die Achtziger-Jahre-Riffs dem Song hier die Dynamik, machen ihn merkwürdig komplex, was nicht unbedingt in den Kontext der restlichen Stücke passt.

Alles in allem ist „Before and After“ eine beeindruckende zweite Platte für eine Band, die aus einer Region kommt, in der man – wie wir spätestens seit Ektomorf ja wissen – besonders hart dafür arbeiten muss, sich seine Glaubwürdigkeit zu verdienen. Das Album besitzt genau die richtige Mischung aus Hardcore und modernem Groove, ohne unnötige Schnörkel oder Melodien. Wenn Sänger Kuna sich bei der nächsten Platte noch ein bisschen weiterentwickelt, steht großen Erfolgen auch bei uns nichts mehr im Wege.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna