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Doctor Midnight & The Mercy Cult: I Declare: Treason

Es fehlt das gewisse Etwas
Wertung: 6/10
Genre: Hard Rock, Heavy Metal
Spielzeit: 51:08
Release: 06.06.2011
Label: Season Of Mist

Doctor Midnight & The Mercy Cult machen auf ihrer Homepage zwar nicht ganz klar, was sie sind, aber sie lassen keine Zweifel darüber, was sie nicht sind: „This is not Turbonegro. This is not Marilyn Manson. This is not KMFDM. This is not Shotgun Messiah. This is not Apoptygma Berzerk. This is not Extol. This is not The Kovenant. This is not Satyricon.“ Warum dieses Gelaber, könnte man sich fragen, aber beim Blick auf das Line-Up der neuen „Rock-Supergroup“ muss man dann schon grinsen. Apoptygma Berzerk-Gitarrist Audun Stengel, Marilyn Manson- und KMFDM-Basser Tim Skold, Turbonegros Hank von Hell, Extols David Husvik und Anders Odden von Satyricon geben sich hier auf ihrem ersten Album „I Declare: Treason“ die Klinke in die Hand. Da fragt man sich natürlich unwillkürlich, wie die Herren ihre Einflüsse vermischt haben. Was kommt dabei raus, wenn man Electro, Arschrock und Black Metal mischt?

Die Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten, zumal Hank natürlich mit seiner Stimme an vorderster Front die Platte prägt. Letztlich könnte man den Erstling als eine Mischung aus Düster-Hard-Rock und Heavy Metal bezeichnen – die Gitarren braten, Hank röhrt leicht heiser oder auch mal verzerrt vor sich hin und durch das völlige Fehlen von Keyboards oder Samples bleibt der Electro-Effekt einigermaßen außen vor, obwohl man in den Gitarren- und Drumspuren des Öfteren an Manson erinnernde Versatzstücke erkennen kann, wenn man sich die Mühe macht und etwas genauer hinhört.

Nach dem ersten Komplettdurchlauf kann man ein erstes Fazit ziehen: Die Songs tendieren ein wenig in Richtung Turbonegro, fallen aber düsterer aus und leider auch eine Spur zu monoton. Zwar lassen sich direkt ein oder zwei Highlights herausfiltern, aber für eine Band mit diesem technischen Können und solch erfahrenen Musikern ist das doch ein bisschen wenig.

Dafür starten die Herren aber gleich nach der Einleitung mit einem starken Stück. „Sign My Name“ startet erwartungsgemäß mit ordentlich Rock’n’Roll-Flair und Headbang-Faktor und steigert sich dann zu einem feinen ohrwurmigen Refrain – was man leider nicht von vielen der Tracks behaupten kann. Bei den meisten hat man das Gefühl, es müsste gleich eine richtig geile Stelle kommen, nur leider versumpfen die meisten Stücke dann irgendwie in der Mittelmäßigkeit. „Blame Is The Game“ ist so ein Song, der schön rasant mit schwarzmetallischem Schlagzeug und dynamischem Tempo anfängt, aber irgendwie nicht so recht aus dem Quark kommen mag.

Da ist das folgende „Ok (We’re Just About To Die)“ schon ein ganz anderes Format. Hiermit hätten wir direkt das Highlight der Scheibe: Doomige, fast depressive Gitarren, viel Snare-Einsatz und Hanks leicht resignierter Gesang bilden das Grundgerüst für dieses großartige Stück, das zum Glück über die volle Distanz von über vier Minuten nur wenig an Tempo zulegt. Ansonsten hat man aber das Gefühl, dass den Herren der Fuß kurz über dem Gaspedal eingeschlafen ist: „Glory (Throw The Axe)“ verspricht mehr, als es letztendlich halten kann, und „Victorious“ startet zwar schön in bester Kopfschüttelmanier, kann aber im Fazit auch nicht so richtig punkten. Das reißen auch die beiden Bonustracks nicht wirklich raus, obwohl sie ein wenig druckvoller daherkommen als der Rest der Scheibe.

Das ist schade, denn bei dieser Kombination von Musikern hätte man ein vielfältigeres Album erwartet, zumal hier keine Jungspunde mehr am Werk sind. Zwar ist die Spielzeit mit beinah einer Stunde für ein Debütalbum recht ordentlich ausgefallen, richtig ausfüllen können DMTMC diese aber nicht. Auf Partys mit entsprechendem Bierkonsum kann das Album gut in Dauerrotation laufen, zum mehrmaligen konzentrierten Hören fehlt aber das gewisse Etwas.

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