Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Do Not Dream: Herbststurm

Für eine relativ große potentielle Zielgruppe
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 64:16
Release: 13.11.2004
Label: Eigenproduktion

Selbst bezeichnen Do Not Dream aus Oldenburg ihre Musik als Dark Melodic Rock. Die Bezeichnung ist zwar teils passend, schafft es allerdings nicht, die gesamte Spannbreite musikalischer Einflüsse, die die Band in ihren Songs vereint, zu benennen. Das neuste Werk Herbststurm ist ein eindrucksvoller Beweis für diese Behauptung.

Mit den 13 enthaltenen Tracks wird eine überaus faire Länge von knapp 64 Minuten erreicht. Sängerin Tina Menke ist für die melodischen Parts verantwortlich, während Vokalist Lars de Haan sie in tiefer Tonlage mit Growls oder cleanem Gesang unterstützt.

Schon im ersten Track "Narben" kommen alle angesprochenen Gesangstypen zum Einsatz, wobei die melodiösen Vocals zwar im Vordergrund stehen, jedoch immer wieder von tieferem Gesang unterlegt werden. Verwendet in vielen Songs des Albums, verleiht dies den meist sowieso schon sehr atmosphärischen Stücken noch ein besonderes gesangliches Volumen. Es wurde keineswegs auf das so typische Gothic Metal – Gerüst, welches extreme, clean-monotone und melodiöse Vocals in immer wiederkehrendem gleichen System abspult, gesetzt. Im Gegenteil: Nur selten ähnelt die Reihenfolge der Gesangsparts einem der vorhergehenden Stück auch nur in Ansätzen. Beim zweiten Titel "Hexentanz" wechseln sich beispielsweise die sanften, weiblichen Vocals im Duett mit dem (anfangs) sehr warm klingendem tiefen Gesang ab. Gesungen wird auf Deutsch und Englisch.

Schon in den ersten beiden Songs ist festzustellen, dass Elemente aus dem Metal in nicht zu dominanter Form in die Grundstruktur eingebaut und mit anderen interessanten und in "Hexentanz" teils folkigen Komponenten kombiniert wurden. Die akustische Gitarre verleiht vielen Songs, wie zum Beispiel der Ballade "Abendrot", einen zusätzlichen, leicht folkig anmutenden und äußerst angenehmen Beigeschmack. Ähnlich verhält es sich beim Song "Broken Wings", welcher auch wegen seines äußerst tanzbaren Rhythmus besondere Erwähnung verdient.

Einer der härteren Höhepunkte, bei dem sich die harten Gitarrenriffs nun in den Vordergrund drängen, wird mit "The Maiden" erreicht. Nach einem kurzen, aufbauendem Synthesizer-Intro knallen die Gitarren los. Die Aggressivität wird teils durch Einsatz der Doublebase noch verstärkt, flacht im Refrain dann aber wieder ab. Ähnlich hart geht es im Track "Ekstase" zu, in dem Growls nun gegenüber dem begleitenden, weiblichen Gesang wieder an erster Stelle stehen. In einem herrlichen Part gegen Ende des Liedes setzt dieser jedoch aus und lässt Tina Menkes warme Stimme erneut zur vollen Entfaltung kommen.

Sehr kontrastreich präsentiert sich "Harmageddon". Wo am Anfang fast schon der Eindruck eines kleinen Uptempo-Knallers entsteht, werden die harten Gitarren und Schlagzeug von einem auf den anderen Moment vollständig von klassischen Einlagen vertrieben. Im Verlauf des weiteren Stückes wird dann jedoch ein Kompromiss mit allen Instrumenten gefunden. Ohnehin wird nicht an unterschiedlichen Klangfarben gespart. So wird "My Star" von Klavierklängen, die wunderbar mit denen der akustischen Gitarre harmonieren, begleitet.

Dies ist weder eine Folk-, noch eine Gothic Rock- bzw. Gothic Metal-Platte, sondern vielmehr eine Mischung aus diesen und diversen anderen Stilrichtungen. Aber gerade deshalb sollte die Band mit ihrer Musik eine relativ große potentielle Zielgruppe erreichen, welche die Musik nur kennen lernen muss, um sie schätzen zu wissen. Allein wegen des Ohrwurmcharakters vieler Songs, stellt sie eine Bereicherung für sicherlich jedes Plattenregal dar!

comments powered by Disqus

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging