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Division Zero: Old Blood Noise

Alles andere als stumpfer Black Metal
Wertung: 8,5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 37:38
Release: 30.07.2017
Label: Eigenproduktion

Das Rhein-Neckar-Teilzeit-Trio/Manchmal-Duo Division Zero rutscht immer so ein bisschen unter dem Radar durch. Völlig zu Unrecht, war doch schon der allererste Gig der Band seinerzeit im kuscheligen Weinheimer Café Central mit den Herren von Fragments Of Unbecoming ein gewagter, aber ziemlich geiler erster Schritt ins Rampenlicht – mittlerweile sind zumindest auf Bandcamp eine EP (Review folgt, wir sind heute mal antichronologisch) und das Debüt-Full-Length-Werk „Old Blood Noise“ zum Hören bereitgestellt worden, letzteres ähnlich okkult klingend wie der Titel vermuten lässt, mit einer saftigen Arschtrittmischung aus (hauptsächlich) Black Metal sowie einer Prise Death und Punk.

Entsprechend dumpf und düster ist auch das Soundgewand der neun Songs, die sich auf knapp 40 Minuten Spielzeit ausbreiten. Getragen wird der ganze bitterböse Spaß von einer tighten Drumwand, in der Schlagwerker Justus neben den üblichen Doublebassattacken auch ziemlich ordentliche Fills einfließen lässt und so schon deutlich mehr liefert als das Gros der sonstigen „Underground“-BM-Trommler. Kreischende Gitarren und ein kreischender Fronter garnieren das Ganze – kennt man Sänger Swen noch von seiner Altband Dagor, sind die Töne bei Division Zero sicherlich noch mal eine Überraschung, waren damals doch eher todesmetallische Grunzer im Vordergrund. Soviel Boshaftigkeit hätte man dem Mann gar nicht zugetraut.

Dass das Rezept recht gut funktioniert, beweisen so einige Tracks auf „Old Blood Noise“: Einen schön garstigen ersten Anknüpfungspunkt gibt es bereits bei „Stairway“, das zwar zu Beginn durchaus gewöhnungsbedürftige Vocals anbietet, aber durch teils monotones Bass- und Gitarrenspiel in Kombination mit einem absolut genial-depressiven Leadriff gleich wieder ordentlich Punkte einfahren kann und durchaus einige Male gehört werden muss und sollte, um alle Details zu erfassen. Das superflotte, vom Titel beinah grindcorig anmutende „Werewolf Super Sport“ schlägt dafür straight auf die Zwölf und ist dabei sogar fast tanzbar; ein Spagat, den man gerade im Black Metal erst mal schaffen muss.

Gerade das recht eindeutig betitelte „Fuck Adolf Hitler“ gerät dann aber zu einem schrägen Ritt durch Doublebasspassagen und fast schon an Depressive Suicidal Black Metal gemahnendes, verzweifeltes Geheul, woraufhin die Truppe mit „Fuckwitch“ als nächsten Song sicherlich das Stück ausgewählt hat, dessen rotem Faden man am ehesten folgen kann. Auch hier gibt es wie bei „Stairway“ einige eher melodiöse Passagen, wenn auch lange nicht so deutlich und ausgeprägt. Den absoluten (Live-)Favoriten „Insidious“ haben Division Zero dann ganz heimlich ans Albumende gepackt, hier wird schon durch die langsam einsetzenden Instrumente ordentlich Spannung aufgebaut, fast schon überraschend greift dann Sänger Swen den Hörer mit deftigem Geschrei an, ohne dass die wunderbar monotone Gitarrenspur verlassen wird.

Schmählich vernachlässigt wurden sie, die guten Division Zero, auch sind sie noch labellos, aber das muss sich fast zwingend in naher Zukunft ändern; wenn die Herrschaften sich noch ein bisschen mehr Livepräsenz auf die Fahne schreiben und in den sozialen Netzwerken etwas mehr Werbung betrieben wird, sollte sich auch die Fanbase deutlich erhöhen – zu wünschen wäre es ihnen, denn „Old Blood Noise“ beherbergt alles andere als stumpfen und langweiligen Black Metal.

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