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Divinity: Allegory

Sie zeigen eine sehr gute Leistung
Wertung: 8.5/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 41:7
Release: 28.03.2008
Label: Nuclear Blast

Schon als ich mir die ersten akustischen Kostproben auf der MySpace – Seite der Kanadier von Divinity gönnte, war mir klar, dass das Donzdorfer Traditionslabel Nuclear Blast hier mal wieder ein ganz heißes Eisen im Feuer hat. Auf die Lauscher gibt es auf dem Debütalbum „Allegory“ eine knackige, moderne Mischung aus Thrash Metal und Death Metal garniert mit starken Melodien und einigen eher progressiven Momenten. Und die im Promoblatt getroffene Bezeichnung „Modern Metal“ trifft den Stil der fünf Jungs ganz ausgezeichnet. Auch die angegebenen Referenzbands, so zum Beispiel Soilwork und Strapping Young Lad, sind passend ausgewählt worden, wenngleich Divinity niemals wie eine Kopie dieser Bands wirken, sondern ein ziemlich eigenständiges Soundgerüst auffahren.

Dass die Kanadier erst jetzt ihr offizielles Debütalbum (vorher gab es zwei Demos) veröffentlichen, ist recht überraschend, denn gegründet hat sich das Quartett bereits im Jahre 1997 und irgendwie kann ich es mir nicht ganz erklären, warum diese talentierte Truppe so lange - zumindest in Europa - unentdeckt blieb und erst jetzt der großen Öffentlichkeit präsentiert wird. Auf der anderen Seite bedeutet dies natürlich auch, dass Divinity nach so vielen Jahren des gemeinsamen Musizierens ganz genau wissen, wie sie ihre instrumentalen und kreativen Fähigkeiten zu nutzen haben, um ein bestmögliches Resultat mit „Allegory“ zu erzielen.

Und ein verdammt gutes Album ist ihnen hier zweifelsohne gelungen. Das eröffnende „Induce“ ist bereits eine Abrissbirne vor dem Herrn, aber auch eine ziemlich wilde und zunächst recht chaotisch wirkende Angelegenheiten. Erst nach ein paar Durchläufen hat man den unheimlich vielseitigen Song dann in seinen Details für sich erschließen können und ist begeistert wie sehr die Mischung aus Thrash – Riffs, eher melodischen Arrangements und mörderischen Death Metal – Blastattacken doch funktioniert. Zum „Nebenbeihören“ kann ich „Induce“ allerdings nicht empfehlen, denn dieser Song verlangt seinem Hörer genauso viel ab, wie er ihm auf der anderen Seite dann zurückgibt.

Nach einem düsteren Intro knallt dann das etwas griffigere „Power Control“ aus den Boxen, bei dem vor allem die starken Vocals von Frontmann Sean Jenkins auffallen. Gerade der wütende Gesang in den Strophen von „Power Control“ ist packend ohne Ende, doch auch die cleanen Vocals im eingängigen Refrain werden beherrscht. Im Mittelteil regieren dann progressive Frickelorgien, die mich als Hobbygitarristen nur den Hut ziehen lassen, und im großen Finale ein niederschmetterndes Death Metal – Inferno. Mit „Plasma“ führt man den Weg von „Power Control“ gekonnt fort, agiert streckenweise allerdings noch etwas grindlastiger, was mir aber absolut nichts ausmacht. Klasse sind hier auch die coole Bridge und der wieder eingängigere Refrain.

„Methodic“ ist dann so etwas wie Durchatmen auf härtestem Niveau, denn obwohl dieser Song ziemlich brachial ist, so wirkt er auf mich doch weniger ausschweifend und etwas konventioneller als die drei Vorgänger. Aber keineswegs langweiliger, woran gerade die erneut sehr gelungenen klar gesungenen Vocals ihren Anteil haben. An nächster Stelle steht die Thrash – Granate „Modern Prophecy“, die am Anfang sogar Erinnerungen an Legenden wie Kreator oder Destruction weckt. Nachdem zum ersten Mal der coole hymnische Refrain erschallt, wird der Song aber zunehmend anstrengender und unberechenbarer, was manchem vielleicht ein Hauch zu viel des Guten sein könnte. Zumindest stimmlich hat das anschließende „Strain“ einen kleinen In Flames – Touch, leider vermag es der Song aber insgesamt nicht wirklich zu begeistern und verblasst etwas im Vergleich zu den restlichen Songs auf „Allegory“.

Ganz anders, das tolle „The Unending“ mit seinem wunderschönen Piano – Intro, seinen melodischen Gitarrenläufen und den einprägsamen Vocals, wenngleich die rein instrumentalen Passagen vielleicht ein klein wenig zu lang geraten sind. Macht aber eigentlich nix, denn „The Unending“ ist und bleibt eine richtig gute Nummer. Dies gilt aus qualitativer Sicht ebenfalls für das bombastische, stimmungsvolle „Chasm“ und das erdrückende „The Diarist“. An zehnter und letzter Stelle steht mit „Neuro Tyrant“ einer der aggressivsten, kompromisslosesten und straightesten Songs auf „Allegory“, an dem gerade Death Metal – Liebhaber ihren Spaß haben werden. Besonders Drummer Brett Duncan ist hier zu loben, denn er pendelt ständig hin und her zwischen pfeilschnellen Blastbeats und groovigen Passagen und demonstriert so sein ganzes, technisch hervorragendes Können.

Auch soundtechnisch hat man auf „Allegory“ alles richtig gemacht, denn der druckvolle, von Tue Madsen (The Haunted, u.a.) gemixte und gemasterte Sound versteht es, die zahlreichen Details und Facetten von Divinity ans Licht zu bringen und sie dem Hörer ohne Umwege vor den Latz zu knallen. Was mir allerdings auf „Allegory“ fehlt ist der eine ganz große Übersong, der ein Album dann endgültig unsterblich macht und in ganz hohe Dimensionen katapultiert. Da dies allerdings erst Divinity's Debütalbum darstellt, bin ich mir sicher, dass wir auf künftigen Veröffentlichungen der Band diesem noch begegnen werden.

Fazit: Abgesehen von ein paar wenigen Kritikpunkten, ist „Allegory“ ein Album, welches Anhänger von modernem, aggressiven und detailverliebten Metal auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollten. Divinity zeigen eine sehr gute Leistung und haben sich diese positive Bewertung redlich verdient. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kanadier mit diesem Album dann auch tatsächlich viele Leute erreichen werden und so vollkommen verdiente Erfolge einheimsen können. Daumen hoch!

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