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Divine Zero: The Cold Asylum

Voll mit tödlichen Wuchtbrummen
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 43:19
Release: 31.10.2014
Label: Quality Steel Records

Genug Lästerer gibt es ja zuhauf, die dem Melodic Death Metal schon lange den Todesstoß der Marke „schon längst überholt“ setzen wollen. Mit „The Cold Asylum“ aber liefern die Erkelenzer Divine Zero ein dermaßen schwergewichtiges Album als Argument pro Melodeath vor, dass man in zukünftigen, häufig sinnentfreiten Diskussionen als Sieger hervorgehen wird.

Schon beim Debüt „The Day God Left“ erkannte unsere Dani reichlich Potenzial und orakelte einen frischen Wind durch die Musiklandschaft. Und genau das ist auch ein guter Aufreißer, denn aus dem frischen Wind ist mittlerweile ein brausender Midtempo-Orkan mit voller Durchschlagskraft geworden, sodass es leichter fällt, dem Quartett zu verzeihen, dass es für seinen zweiten Full-Length-Rundumschlag geschlagene sechs Jahre gebraucht hat.

Die Zeit haben sie allerdings auch mehr als reiflich genutzt, denn das Album rifft sich derart flüssig durch die Redaktionsstube, dass sich gleich vor dem geistigen Auge auch die hervorragenden Livequalitäten der Rheinländer auftürmen. Und zack, der Übergang ist gebildet – hatten sie doch auch in der Vergangenheit immer wieder neue Songs nicht nur auf der Bühne vorgestellt, sondern so auch sicher einem Feintuning unterzogen. Deutlich wird da bereits beim Opener „Bloodpounding“, der auch schon seit längerem aus dem Livevortrag nicht mehr wegzudenken ist und sich als stark groovend rollender Melo-Todesbastard entpuppt, der zugleich auch durch Björns Vokalakrobatik – irgendwo zwischen derben Growls und keifenden Shouts – und dem fetten Pfund an Melodie zum Anspieltipp Nummer eins mutiert. Und wenn man beim Melodic Death auch noch von einem Hit sprechen könnte, ja, dann hätten wir hier glatt den Anwärter auf die Charts-Pole-Position.

Nicht ganz auf diesem sehr hohen Niveau kann der ebenfalls schon reichlich live vorgestellte Track „Scardust“ mithalten, aber trotz allem stecken sie locker mal eben drei Viertel der Konkurrenz in die Tasche und pendeln hier schön zwischen Up-Tempo-Riffing und groovigen Parts. Jetzt könnt man ja auf die Idee kommen, dass bei so viel Midtempo auf „The Cold Asylum“ der Ideenreichtum auf der Strecke bleibt, aber Pustekuchen, Dvine Zero balancieren sehr schön auf dem musikalischen Schwebebalken zwischen eher sehr melodischen Stücken wie z.B. dem mit sehr schön akzentuiertem Riffing zur Ohrwurmmelodie aufstrebenden „The Sinister And The Sane“ oder auch dem ein wenig vom Uptempo dominierten, teilweise recht thrashlastigen „The Crimson Avenger“. Eine der Abrissbirnen schlechthin und ebenfalls schon live vorstellig geworden ist „Awake“, eine Nummer mit eingebauter Headbanggarantie.

Ohne Schwung zu verlieren, bauen die Erkelenzer aber auch mutig eher ruhigere Parts ein, wie die beiden Songs „Orison In Lead“ und auch „Deathroll Pentecost“ beweisen. Ersterer wird mit Kriegsgeräusch eingeleitet und wuchtet mit dem schweren Geschütz einer Mischung aus perfider, Freude ausstrahlender Melancholie und teilweise fast schon balladesken Zügen. Bei „Deathroll…“ aber gehen Divine Zero dann noch einen Schritt weiter und lassen sogar zwischendurch die Akustikklampfe in den Vordergrund treten, wobei Björn sehr kontrastreich sich auch bei den ruhigeren Arrangements die Seele aus dem Leib schreit.

Und so bleiben als Fazit schnell Begriffe wie „Referenzwerk“, „Maßstab“ oder auch „ganz großes Kino“ hängen. Totquatschen muss man das Subgenre Melodic Death Metal zumindest nicht, wenn Alben wie „The Cold Asylum“ herauskommen, die, gespickt mit lauter Wuchtbrummen, mal locker den Underground aufmischen und unter den Etablierten Angst und Panik verbreiten. Hammer Ding, keine Frage.

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