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Distressed To Marrow: Half A Spine

Todesdoomige Willkommensrückgrüße
Wertung: 7,5/10
Genre: Doom Death
Spielzeit: 58:00
Release: 01.05.2016
Label: Independent

Den Personalfindungsschwierigkeiten und den damit einhergehenden Stolpersteinen müssen wir hier nicht mehr Raum geben, hat das doch unsere Katharina in der Review zum aktuellen Album „La Violencia“ ausreichend beleuchtet – hier geht es vielmehr darum, auch die Rückmelde-EP „Half A Spine“ näher zu beleuchten, welche schon Anfang Mai 2016 erschien und nach einer schwierigen Bandphase quasi den Neustart einläutete und wo die Süddeutschen weiterhin ihrem düster-melancholischen Doom Death die Treue schwören.

Ihre Trademarks haben sie auf der EP dann auch weitestgehend eingehalten, auch wenn sie sich ein bisschen deutlicher von so manchen Paradise Lost-Einflüssen entfernt haben, die zwar beim Opener „Paraphilic Mind“ gelegentlich noch durchblitzen, aber eben nicht mehr die Szenerie prägen. Überhaupt, die erste Nummer bildet schon eine Brücke zur eigenen Vergangenheit, Distressed To Marrow bleiben hier schleppend, sehnsuchtsvoll melancholisch und sorgen so weiterhin für einen verregneten Januar, wo man gar nicht mehr den Drang nach mehr Sonnenlicht verspürt, die kehlig derben Vocals lassen wohlig erschauern, die markant einleitende Klampfe wirkt galant schräg und auch die Vorliebe für überlange Songs mit doomigen Todengrüßen gehört weiterhin zum Konzept.

Neu ist aber dagegen, dass durchaus auch mal Tiamat für ein paar Passagen hätten Pate stehen können, denn gerade das Zupfintro in „Prison Break“ manifestiert diesen Quervergleich. Die Karlsruher lassen sich auch hier wie in Zeitlupe Zeit, atmen Doom und Death und schrammen dabei immer auch nur knapp an der einen oder anderen Wiederholung zu viel vorbei, kontern aber mit dem derben Gurgeln vor fast schon Mantra-artiger Riffhypnose und bauen im Songfinale verstärkte Melo-Death-Elemente durch die Leadklampfe ein, hinterlassen so trotzdem einen schneidend intensiven Eindruck trotz verschleppter Rhythmik und enden wie der Anfang mit Tiamatschem Odem.

Genau mit diesem Rezept könnten sie dann eigentlich auch weitermachen, doch nach und nach brechen sie ihr doomiges Konzept auf und ballern in „My God Is Dead“ kurz sogar mit Doublebass-Power, nur um wenige Augenblicke später wieder die Fäden des melancholischen Todes zu spinnen. Erst ein kurzes Strohfeuer, beim Rausschmeißer „For Flowers Grade“ aber drehen sie sogar neben den ganzen langsamen Passagen über längeren Zeitraum an der Temposchraube, verlieren so allerdings auch ihre durchaus hypnotische Wirkung. Dagegen setzen sie in „Lunatic“ eher auf Tribal-artiges Drumming und schwere Riffeinleitung.

Im Grunde blieben Distressed To Marrow ihrer todesdoomigen Marschroute treu, auch wenn sie mal etwas schneller holzen und doch nicht die schleppenden Passagen ausblenden – da haben die Personalwechsel nur bedingt Veränderungen herbeigerufen, was auch gut ist. Beim Sound von „Half A Spine“ waren sie zwar ein wenig sparsam zurückhaltend, lohnenswert ist die CD aber trotzdem. Es brodelt also auch in Karlsruhe weiter.

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