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Distress: Others

Opeth lassen grüßen
Wertung: 5.5/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 71:21
Release: 06.07.2007
Label: Thundering Records

Getragene Riffs, abwechslungsreicher Gesang, düstere Atmosphäre, träumerische Akustikeinlagen – schade nur, dass sich das in der Theorie weit besser anhört, als es in der Praxis tatsächlich der Fall ist. Aus Frankreich kommt der Hybrid Distress, der offensichtlich versucht, in die Fußstapfen der großen Opeth zu treten. Ganz so plump nehmen sie dieses Unterfangen natürlich nicht in Angriff, vermischt das Quartett doch den erwähnten Düsterprog auch noch mit melodischem Doom Metal der englischen Schule und The Vision Bleak-ähnlichem Kitsch-Bombast. Dies alles wird garniert mit verschiedenen Gesangsarten und melancholischen Passagen auf der Akustikgitarre gespielt.

Wie schon erwähnt, Distress glänzen in der Umsetzung nicht ganz so, wie die Beschreibung es vielleicht suggerierte. Seit 1996 steht die Basis der Band schon und auch zwei Alben sind vor „Others“ schon herausgekommen. Da erwartet man doch ein ausgereiftes Gespür für ansprechende Melodiebögen. Leider sind ebenjene nicht mitreißend genug. Im Grunde kann man den Musikern allen eine äußerst ordentliche Leistung an ihren Instrumenten bescheinigen, denn technisch hört sich das bis auf den teils schiefen, an Vintersorg erinnernden Klargesang und das manchmal auftretende Keksdosendrumming einwandfrei an. Der berühmte Funke will einfach nicht überspringen. Wahrscheinlich ist solch abwechslungsreiche und von Breaks durchtränkte Musik einfach mehr etwas für die Bühnen dieser Welt, sodass ich mich von den Livequalitäten der Franzosen sehr gerne einmal überzeugen lassen würde.

Klar, beim Mischen hätte man vielleicht noch einiges rausholen können. Viele Songs haben einfach einen zu undifferenzierten Sound, obwohl gerade bei Metal mit technischer Note so etwas nicht auftreten sollte. Das Hauptaugenmerk wurde hier auf den Bombast und die düstere Stimmung gelegt, welche leider auch zu oft erzwungen wirkt. Man kann den Mannen auf jeden Fall keine Ideenlosigkeit vorwerfen, entdeckt doch immer wieder neue Details im vertrackten Liedgewölbe.

Da der gemeine Redakteur leider nicht mit Texten versorgt worden ist, kann ich dazu nichts sagen, obwohl ich dies gerne würde, denn Interviews zu Folge hat das lyrische Konzept schon einiges aufzubieten. In Sachen Gestaltung greift man auch nicht allzu tief in die Trickkiste und versucht den Käufer mit einer simpel bearbeiteten Fotomontage zu beeindrucken.

Fazit: Dennoch muss man Distress zugute halten, dass man sich mit „Others“ an einem extrem harten Brocken versucht hat, der vom Hörer viel Aufmerksam erwartet. Ich kann ebenjene Aufmerksamkeit angesichts nicht zu mitreißender Songstrukturen und in Maßen gehaltener Atmosphäre leider nicht ganz aufbringen. Distress stehen im Schatten ihrer technisch überaus versierten und enorm erfahrenen Vorbilder.

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