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Distorted Memory: Swallowing The Sun

Die Natur ist heilig
Wertung: 9/10
Genre: EBM, Harsh Electro
Spielzeit: 53:37
Release: 25.03.2011
Label: NoiTekk

Das Projekt Distorted Memory, welches von dem Kanadier Jeremy Pillipow 1999 gegründet wurde, ist irgendwie schon besonders. Er, der ukrainische Wurzeln hat und seinen Hauptverdienst als Tischler einbringt, lässt sich eine Menge Zeit in der Zusammenstellung und Fertigung der Songs. Bis dato existierte nur ein Debütalbum „Burning Heaven“ (2006). So konnte man glauben, dass es das Projekt, welches live die Unterstützung von Tim Doerksen bekommt, nicht mehr gibt.

Außerdem ist er der Mastermind eines weiteren, im Jahr 1999 gegründeten Projektes, namens Cakebuilder, welches den Soundtrack für den Film „The Magus“ schrieb. Somit verbringt er auch hier sehr viel Zeit und lässt die lange Wartezeit erklären.

Es wäre schade gewesen, denn die Sounds sind stets mit religiösen und ethnischen Features gespickt. Jeremy interessiert sich sehr für das Christentum bzw. den negativen Einfluss auf die Menschen im Laufe der Geschichte und den Verfall der Natur durch das gewalttätige Einschreiten des Menschen. Und das wird in dem neuen Album „Swallowing The Sun“ mehr als offensichtlich behandelt und hörbar. Man denkt, dass dies eine schräge und nicht kompatible Mischung wäre - ist es aber nicht.

Das Cover zeigt Pillipow mit getrocknetem Schlamm und einem furchteinflößendem Schreien im Gesicht. Man könnte meinen, dass die Natur, die wir erst als unser Eigen angesehen haben, sich jetzt den Menschen anzueignen versucht und ihn „verschluckt“. Es beinhaltet leider kein Booklet, welches mehr Aufschluss über die schwer zu verstehenden Texte geben würde.

Der Song „Silence“ ist sehr ruhig, episch und gefühlvoll. Anfangs spielen Trommeln ihren Rhythmus und eine Art indianischer Chor kommt dazu. Ein kurzer und schöner Schmankerl in der Mitte der Scheibe.

Ein weiterer Song, der nur so vor Abwechslung und Überraschungen strotzt ist „Nomads“. Wunderbare Zupfinstrumente und Töne der Aborigines leiten episch und fast schon hypnotisierend ein. Dann setzt Jeremys typische Vocoderstimme ein, die eben von australischen Nomaden erzählt, die die Natur und ihre Freiheit lieben.

Gefühlvoll bis ins Mark kommt auch der Track „Yahweh“ herbei, der von einem „Hallelujah“ eingeleitet wird. Dann gewinnt der Song an Schnelligkeit und Kraft, sodass es dem Hörer zum Tanzen animiert. Frauenstimmen setzen ein - wunderbar.

Viel besser als der Originalsong endet die heiße Scheibe mit dem Remix „Hand Of God (Die Sektor Remix)“. Mit einer komisch klingenden Brummstimme leitet er ruhig den tosenden Track ein. Weiter geht es mit harshen Shouts. Pillipow appelliert an die Eigenständigkeit der Menschen und verhöhnt diejenigen, die an Gott glauben. Ein blasphemischer Track par excellence.

Das Fazit dieses zweiten Abkömmlings von Distorted Memory ist durchweg positiv. Alle Songs sind besonders, originell und gewaltig im Auftreten der Stimme von Jeremy. Diese neuartige Mischung aus fast schon folkloristischen Elementen und EBM ist fantastisch. Diese Scheibe ist etwas für den „Hausgebrauch“. Weil die Songs durchweg im Midtempo ihre Beats schlagen, wird man des Hörens nie überdrüssig und ein Tinnitus, der durch knallende Sounds der heimischen Wohnzimmerboxen verursacht wurde, kann hier auch nicht entstehen.

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