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Distaste: Todt

Mit der Gewalt eines Murenabgangs
Wertung: 8,5/10
Genre: Grindcore, Death Metal
Spielzeit: 6:52
Release: 21.06.2017
Label: Eigenproduktion

Zugegeben, der Release dieser Scheibe liegt schon ein bisschen zurück. Dennoch sollte man über die neue EP der Österreicher Distaste ein paar Worte verlieren. Der Alpenstaat ist ja dafür bekannt, dass er Extrembands besonderer Güte hervorbringt. Als Beispiele seien hier nur Abigor, Belphegor oder auch Pungent Stench angeführt. Doch auch Distaste treiben schon bald zwei Jahrzehnte ihr Unwesen, werden aber noch immer als Geheimtipp gehandelt.

Unberechtigterweise, denn verstecken müssen sich die Oberösterreicher auf keinen Fall vor Mitbewerbern oder auch Szenegrößen. Wie nicht anders zu erwarten legt die Truppe auch mächtig los auf der Miniauskopplung. Alle vier Songs prügeln durch die Boxen wie wild, lassen aber dennoch Platz für melodische Ansätze. Ansätze wohlgemerkt. Der High-Speed-Bereich wird nie verlassen und mit keinem Stück wird die Zwei-Minuten-Marke überschritten. Prinzipiell bewegen wir uns hier also grundsätzlich in einem Bereich, der als Grindcore definiert ist.

Trotzdem unternehmen die Österreicher auch Ausflüge ins Jagdgebiet des Death Metal. Vor allem einige Gitarrenriffs und bestimmte Schlagzeugelemente deuten in diese Ecke. Unbeeindruckt von irgendwelchen Genreschubladen ballern Distaste einfach voll drauf los und vermitteln mit ihren kurzen Hackattacken eine ungeheure Portion Aggression und Wut. Vor allem Frontröhre Armin ist nicht unbeteiligt an diesem wütenden Sound. Man kann vor dem geistigen Auge den Wicklungen im Mikro praktisch beim Fürchten zusehen.

Ziemlich gut gelungen ist auch der Sound der Kleinscheibe. Distaste klingen auf „Todt“ sauber und dennoch druckvoll und rotzig wie Hölle. Dabei ist der Klang genauso wie die Musik kein Abklatsch irgendeiner anderen Formation. Einziger Kritikpunkt an der Scheibe ist die kurze Laufzeit mit nur knapp sieben Minuten. Das bedeutet, dass man die vier Songs innerhalb einer Viertelstunde zweimal komplett durchhören kann. Dementsprechend hoch ist natürlich auch der Verschleiß.
Empfehlen kann man dieses Stück Rohkost dennoch. Hier bekommt der Hörer sieben Minuten lang die Gehörgänge verprügelt und findet sich danach in friedlicher Stille wieder. So, als wäre nichts gewesen.

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