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Distance Call: Said And Done

Am Fan liegt es nun zu handeln und einzukaufen
Wertung: 8/10
Genre: Hard Rock
Spielzeit: 37:36
Release: 05.10.2013
Label: High Top Records

Vor knapp zwei Jahren kamen die Dortmunder Hard Rocker Distance Call mit ihrem gleichnamigen Debüt daher, hatten zwar ein paar Längern verbaut, aber mit z.B. „Ray Of Light“ auch einen richtigen Kracher an Bord. Mit „Said And Done“ legen sie also ihren Nachfolger vor, den sie im April/ Mai im Gernhart-Studio unter den Fittichen von Martin Buchwalter aufgenommen hatten. Martin liefert mit dem transparenten, vielleicht einen Tacken zu modernen Sound schon einmal eine perfekte Grundlage, den Silberling im Player zu belassen.

Wie schon auf dem Debüt spielen die Dortmunder lupenreinen Hard Rock, streifen damit auch so manches Mal Dokken und Co. und wie schon vor zwei Jahren können sie mit einer Frontfrau aufwarten, die stimmlich genau die Mischung aus Dreck, Verruchtheit und Passion herüberbringt und so dem Album ihren Stempel aufdrückt. Dabei muss sie dann auch alles aus sich herausholen, hat sie doch mit Robert Resinek einen Gitarristen an der Seite, der sich gerne auch in den Vordergrund schiebt, der es aber auch immer wieder schafft, sich zurückzunehmen, um erstens songdienlich zu agieren und zweitens die anderen nicht an die Wand zu spielen.

All diese angesprochenen Merkmale sind schon allein im Opener „Ride On“ – der live übrigens ungemein drückt – auszumachen. Gut, am Anfang hat man bei Korrys Gesang den Eindruck, sie hätte ihre Nase noch ein wenig verstopft, aber das Wechselspiel aus Leadgitarre und Bass dominierten Parts, den sich zurückhaltenden, aber immer auf den Punkt hämmernden Drums und auch dem mitsingkompatiblen Refrain kann man schon vorab konstatieren: Wenn der Rest der Scheibe da mithalten kann, dann geht hier nichts mehr schief.

Vorzugsweise halten sich Distance Call im stampfenden Hard-Rock-Bereich auf. Zwar könnte man nun wie bei „Rock N'Roll Land” durchaus kritisch anmerken, dass sie immer wieder in ihr gleiches Bauschema verfallen, aber die dominante Gitarre und die dezente Bass- und Drumsuntermalung sowie der großartige Gesang stellen viele weitere Kapellen locker in den Schatten. Recht fröhlich gestaltet sich der Start von „Mirror“, bildet dann aber eine weitere stampfende, teilweise balladeske Hard-Rock-Nummer aus, wobei es schon sehr erstaunlich ist, wie treffsicher die Refrains sitzen, und auch „Sharp Tongue” reiht sich in den Reigen der netten Stampfer mit balladesken Zügen ein. Besonders gelungen ist hier die Leadgitarre, sie sich aus dem Solo heraus unter die letzte Strophe platziert.

Richtig großartig aber werden Distance Call aber in „All Is Said And Done”: Akustischer Anfang, Korrys sehnsuchtsvoller und warmer Gesang, so hört sich Passion an. Durch die dann doch bratende Gitarre wird dann noch einiges an musikalische Härte eingebaut, was das Ganze wenigstens zur Halbballade mutieren lässt. „The Rush Is Mine“ und „Delirium“ lassen sich auf Up-Tempo ein, da wummert auch mal schön die Doublebass, das Gaspedal für Hard-Rock-Verhältnisse auf 100 Meilen pro Stunde durchgedrückt.

Natürlich kann man immer wieder die Diskussion aufmachen, ob man nicht den einen oder anderen Part so schon mal irgendwo gehört hat – muss man aber nicht (und vielleicht erfindet da ja jemand bald eine App, die genau das herausfiltert). Wen schert der Mist, wenn mit „Said And Done“ ein durchweg gelungenes Hard-Rock-Album vorliegt? Gut, die Zweifler werden wieder rufen: „Hach, die kommen doch aus Deutschland, dann kann das doch nichts sein. Gut, dass diese Stimmen in der Wüste verpuffen, denn Distance Call haben mit ihrem zweiten Album locker ihr Debüt abgelöst und dabei sogar in den Schatten gestellt. Und damit ist dann auch alles gesagt, am Fan liegt es nun zu handeln und einzukaufen.

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