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Dissection: Rebirth of Dissection

Wertung: 8/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 139:0
Release: 28.07.2006
Label: Escapi Music

Immer wieder bestätigt sich das Sprichwort, dass Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen. So auch im Fall von Dissection. Bandkopf Jon Nödtveidt ist zum einen ein musikalisches Genie und zum anderen eine Persönlichkeit, die der überwiegenden Fanschar suspekt erscheint.

Schon auf Dissection´s Karrierehöhepunkt verfolgte Herr Nödtveidt seine eigene Form vom Satanismus mit tiefer Hingabe, was unter Umständen auch zu der Tat geführt hat, für die er mehrere Jahre hinter Gitter musste. Ich will das jetzt hier nicht aufrollen. Irgendwie, irgendwo hat sicherlich schon jeder etwas davon gehört oder gelesen.

Nur knapp 1,5 Monate nach seiner Haftentlassung enterte Herr Nödtveidt am 30.10.2004 mit einer komplett neuen Band die Bühne, um die Rückkehr von Dissection zu feiern. Dass das Konzert drei Mal jeweils in eine größere Halle verlegt werden musste, spricht für den Status dieser Ausnahmeband. Und genau diesen Auftritt kann sich jetzt jeder geneigte Fan so oft er will auf einem runden Silberling anschauen.

Dabei lag der Schwerpunkt natürlich auf den beiden veröffentlichten Alben „The Somberlain“ (1993) und „Storm Of The Lights Bane“ (1995). Nicht viel also, doch wenn eine Band solche Meilensteine abgeliefert hat, kann sie auch mit zwei Alben einen ganzen Konzertabend füllen. Hymnen wie “Nights Blood”, “Soulreaper”, “Where Dead Angels Lie” oder natürlich “The Somberlain” sprechen Bände und treiben jedem Fan die Tränen in die Augen. Geschmückt wurde die Setlist dann noch mit dem bis dahin unveröffentlichten Song „Maha Kali“ und dem Cover „Elizabeth Bathory“ (ich erspare mir jetzt zu sagen, von wem das ist – das sollte wohl jeder wissen oder?).

Zu hören gibt es das gesamte Konzert mit einer Länge von knapp 90 min entweder in Stereo, 5.1 Surround oder in DTS. Da bleibt kein Wunsch offen denke ich. Die Bildqualität und auch die Kameraführung inkl. Schnitt können sich auch mehr als sehen lassen. Man muss also keine millionenschwere Rockband sein, um vernünftige Produkte vertickern zu können. Das bestätigt sich im digitalen Zeitalter immer wieder.

Als Extras gibt es eine Fotogalerie als Slideshow, das Video zum brandneuen Track „Starless Aeon“ und ein Interview mit dem Meister Nödtveidt persönlich zu bestaunen. Der spricht knapp 25 min unter anderem über das erste Konzert nach der Entlassung, der Tour danach oder der Situation von Dissection vor und nach der Inhaftierung. Natürlich auch über die Zeit im Knast. Leuchtende Augen bekommt der Bursche immer dann, wenn es um seine Sichtweise spiritueller Praktiken und Vorlieben geht. Da sprudeln die Worte nur so aus ihm heraus. Wirklich neue Erkenntnisse oder eine Reflektion vergangener Tage inkl. seiner Verurteilung sucht man vergebens. Schade.

Insgesamt bringt es die DVD auf eine Gesamtspielzeit von 139 min und liegt damit im Durchschnitt. Die Special Edition soll Gerüchten zufolge auch noch eine Bonus-CD enthalten.

Insgesamt bescheinige ich Dissection, dass sie mit der DVD ein vernünftiges Produkt abgeliefert haben, welches jedem Fan gefallen sollte. Fraglich ist, ob sich Käufer finden, die bisher noch nicht mit der Band konfrontiert wurden. Die greifen wohl eher auf die beiden Kultalben zurück oder lassen aufgrund der vielen negativen Statements von Seiten der Presse gleich die Finger von der Band. Zum einen traurig aufgrund der Musik, die so von kaum einer anderen Death/Black Metal Band komponiert wurde, zum anderen aber auch sehr gut nachvollziehbar, schaut man hinter die Kulissen.

„Genie und Wahnsinn liegen…” na ihr wisst schon.

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