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Disquiet: The Condemnation

Absolut souverän
Wertung: 9/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 54:31
Release: 29.01.2016
Label: Soulseller Records / Soulfood

Die Niederlande sind ja schon lange kein Geheimtipp mehr, was guten Thrash Metal angeht. Man könnte sie eher als Brutstätte für hochkarätige Metalacts bezeichnen. Seit gar nicht so kurzer Zeit werden Disquiet auch zu den herausragenden Bands dieser Kategorie gezählt. Die Gruppe, die seit 2000 existiert und seit 2008 verstärkt Gas gibt, hat nun ihr zweites Album in die Startposition geschoben. „The Condemnation“ heißt das gute Stück und wird umgehend einer genauen Prüfung unterzogen.

Den Anfang macht „Ascending“, eine Nummer, die noch nicht das volle Potential ausschöpft. Trotzdem kann der drittlängste Song auf der Platte mit seinen über sechs Minuten Spielzeit überzeugen. Schon hier wird deutlich, was Disquiet von vielen anderen Bands ähnlicher Spielart abhebt. Die Holländer lassen Härte und Melodie nebeneinander existieren; ohne, dass eine der beiden Teilmengen eine Schaden aus dieser Nachbarschaft erleidet. Konkret soll das bedeuten, dass Disquiet keinen Spagat hinlegen und versuchen, melodische Arrangements hinter oder vor harte Teilstücke ihrer Songs zu hängen. Meist schwimmt auch in den ganz krachend heftigen Riffs schon eine gewisse beschwingte Rhythmik mit, die dann im richtigen Moment nur noch durchbrechen muss. Fertig ist der Song mit Melodie und Brachialriff, der auch noch einen deutlich erkennbaren roten Faden aufweist. Natürlich funktioniert dieser Bauplan in der Realität nicht so primitiv, aber als vereinfachte Darstellung kann man ihn ansehen.

Nach dem Opener geht es gleich mit dem Titelsong weiter, in dem Disquiet schon mehr Gas geben. „The Condemnation“ gehört immer noch nicht zu den ganz schnellen Liedern auf der gleichnamigen Platte, doch legen die Niederländer hier schon ein ganzes Stück mehr Wert auf hartes Stakkatoriffing und eine düstere Atmosphäre. Ein erster Verdacht entsteht, dass die Stücke umso härter werden, umso weiter hinten sie in der Nummerierung auftauchen.

Zumindest die nächsten Kompositionen verstärken diesen Eindruck. In der Mitte der Spielzeit haben Disquiet dann auch ihren ersten Vollkracher versteckt. „The Great Divide“ ist ein Nackenbrecher vor dem Herrn. Wer sich bisher nicht schlüssig war, ob die Platte kaufenswert ist, oder nicht, der sollte nun überzeugt sein. Vielleicht könnte man den Song ein bisschen Thestaments „The Gathering“ von 1999 zuordnen, um einmal einen leichten Anhaltspunkt zu geben. Natürlich erstrahlt „The Great Divide“ (sowie auch alle anderen Stücke auf der Scheibe) in einem moderneren Soundgewand.

Erfreulicherweise ist das Album nicht zu Tode produziert. „The Condemnation“ klingt erdig, greifbar und lebendig. Die Drums klingen vor allem bei großer Lautstärke sehr nach perfektem Livesound, die Gitarren inklusive Bass sind sauber ausbalanciert und nicht zu sehr komprimiert und zu guter Letzt gesellt sich ein Sänger dazu, der überzeugend und mit nicht zu vielen Effekten behaftet sein Mikrofon in Grund und Boden schreit. 

Wir sind aber noch nicht am Ende. Nach dem ersten Bunkerbrecher auf der Platte geht es daran, den nächsten Volltreffer aufzuspüren. Machen wir es kurz: Man muss nicht lange suchen. Gleich das nächste Stück, also „Haul Down The Tree Of Life“, kann auf ganzer Linie überzeugen. Neben den cleanen Gesangslinien, die schon ein bisschen an Soilwork erinnern, kann vor allem das Gitarrensolo Eindruck schinden. Hier geht es gut zur Sache und der Track ist durchaus geeignet, Nicht-Metaller zu missionieren.

Es macht wenig bis keinen Sinn, die verbleibenden Stücke noch zu zerpflücken. Disquiet bleiben auf dem bisher erreichten Niveau, streuen hier und da noch eine kleine Prise Hard- oder Metalcore ein und machen das, was sie am besten können: Nämlich gute Musik.

Den Hörer erwarten 54 Minuten anspruchsvoller und brachialer Thrash Metal mit ausgeklügelten Arrangements, eingängigen Melodien und einem ansprechenden Sound. Hier schrammt man nur an der Höchstwertung vorbei, weil die Musik nicht genrebildend und etwas ganz Neues auf dem Markt ist. Für alle Thrasher da draußen kann eine ausdrückliche Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

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