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Disparaged: The Wrath Of God

Schweizer Präsizionsarbeit, die überzeugt
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 48:56
Release: 22.05.2009
Label: twilight

Fällt der Name Disparaged, so muss man unweigerlich auch an deren Schweizer Landsmannen Cataract denken. Dies allein schon aus dem Grund, da Tom Kuzmic in beiden Bands mitmischt, nur mit dem Unterschied, dass Tom bei Disparaged neben der Saitenfraktion auch für den Posten am Mikro zuständig ist. Disparaged musikalisch zu beschreiben, würde in etwa so klingen: Man nehme deftigen Death Metal mitunter der alten Schule, der am Abgrund steht und einen Blick über die Klippe in die Abgründe des Grind wagt und des Weiteren im technischen Bereich über jeden Zweifel erhaben ist. 

„The Wrath Of God“ ist die dritte Full Length-Veröffentlichung des Quartetts und an dieser Stelle verkneifen wir uns einfach mal den mittlerweile schon ausgelutschten Hinweis über das jeweils dritte Album einer Band, obwohl man hier jetzt wunderbar damit beginnen könnte, mit Zahlen zu spielen, denn mit der präzisen Regelmäßigkeit eines Schweizer Uhrwerks veröffentlichten die Jungs im Abstand von jeweils drei Jahren ihre Longplayer. Aber wie versprochen lassen wie das jetzt. Was im direkten Vergleich zum Vorgänger-Album “Blood Source“ auffällt, ist, dass die Jungs ihren dort eingeschlagenen Weg weiter verfolgen, der darin besteht, technische Feinheiten in eine donnernde und alles danieder schmetternde Soundlandschaft zu betten und darüber hinaus einen ausgeprägten Sinn für superbe Melodylines nicht außer Acht zu lassen.  

Einen allmählichen Aufbau mit Addition der Instrumente in seinem Verlauf verfolgend, ebnet „Caught In The Fire“ den Weg in das Album. Dieses rifforientierte groovende Death Metal-Monster offenbart auch das ein oder andere Sample, auf das an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird, da sonst die Spannung raus wäre. Diese Samples werden jedoch untermalt von, man möchte geradezu sagen, dramatischen Melodiebögen, deren erzeugte Stimmung durch das anschließende Gitarrensolo noch vertieft wird. 
Das Gaspedal weiter nach unten drücken wir dann bei „Tales Of Creation“, wo sich auch der Gesang mehr in Richtung Grind zu bewegen scheint. Das Trademark der Band zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Material: Teils mitreißende, teils dramatische Gitarrensoli zieren das deftige Material, was gewaltig Eindruck macht und daher gewaltig begeistert.  

Bei dem Titelsong „The Wrath Of God“ kommen gewisse Assoziationen zu Amon Amarth in den Sinn, auch wenn die Schweizer in Punkto Eindringlichkeit im Vergleich zu den Schweden mehrere Schippen draufgelegt haben. Auch sehr schön ist zu hören, wie die Jungs den Songaufbau so derart abwechslungsreich gestaltet haben, denn einem Doublebass-Gewitter folgt ein ruhiger, fast zum Chillen anregender Part, der in ein Gitarrensolo und danach wieder in einen Doublebass-Part mündet. Für das Songwriting hat die Band einen extra Pluspunkt verdient.
Den Geist des Death Metals der guten alten Schule lässt „Dying Seed“ wunderbar aufleben und dies nicht zuletzt aufgrund der Gitarrenarbeit. Hier bollert es an allen Ecken und Enden. 

Atmosphärisch eingeleitet wird das Instrumental „The Burial” mit Paukenschlägen und sphärischen Tönen inklusive Flüstern und anderen Stimmen. Die Gitarrenklänge klingen, als wären sie ein wenig weiter nach hinten gemischt, was sehr gelungen ist. Insgesamt eine kleine Insel der Ruhe in dem donnernden Soundgewitter, das im übrigen mit „Under Foreign Flag“ überaus eindrucksvoll und mit unverminderter Härte seine Weiterführung findet. Bei dieser Vehemenz bleibt einem fast die Luft zum Atmen. Und wieder sitzt man da und kann es kaum fassen, wie derart genial die Schweizer solch grandios klingende Melodien in diese gnadenlos nach vorn prügelnde Soundlandschaft einbetten. 

Eher abgehacktes Riffing nebst bedrohlicher Gesamtstimmung wird dem Hörer in „Thy Will“ vorgesetzt. Jedoch besitzt dieses Stück auf seine gesamte Dauer nicht genug Momente, die sich in die Hirnrinde einbrennen. Technisch zwar genauso versiert wie alles, was die Jungs auf der CD bieten ist das Material auch hier, aber dem Stück fehlt das letzte Fünkchen, das es zu einem weiteren Knaller auf dieser Scheibe werden lassen würde.  
Weitere gesamplete Stimmen gibt es eingangs „Mask Of Worms“, welches außerdem stellenweise das Gaspedal nicht bis zum Bodenblech durchdrückt. Hervorzuheben wäre auch hier wieder das Gitarrensolo, das Akzente zu setzen weiß.


Gerade dieser Groove, den “Swallow The Earth” in seinen Midtempo-Parts beinhaltet, nimmt den Hörer gefangen und spätestens während des Gitarrensolos befindet sich der Hörer im siebten Himmel. Zudem blitzen in diesem Stück auch einige Thrash-Fragmente hervor. 
Wenn jemand denkt, dass es die Schweizer zum Ausklang des Albums ruhig angehen lassen würden, hat sich derjenige gewaltig getäuscht. Mit “Bringer Of Death” feuern die Jungs noch mal aus allen erdenklichen Rohren. Besonders gefällt hier auch wieder die Melodieführung, für welche die Jungs wieder einmal ein außerordentlich gutes Händchen beweisen.

Fazit: Man sollte mit dem Release dieser Scheibe bloß nicht mehr dem Fehler unterliegen, die Rechnung in Sachen Death Metal ohne Disparaged zu machen. Mit „The Wrath Of God“ spielen die Schweizer definitiv ganz oben in der Liga mit. Die Chancen stehen sehr hoch, dass Death Metal-Fans, die beispielsweise Amon Amarth oder auch Morbid Angel zu ihren Faves zählen, diese Scheibe lieben werden. 


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