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Disobey: Internal Affairs

Man merkt die Eier, aber da geht noch einiges
Wertung: 5/10
Genre: Hardcore-Punk, Thrash Metal
Spielzeit: 16:54
Release: 02.09.2011
Label: Horror Business Records

Sollte man sich jemals fragen, wie Hardcore-Punk-Bands aus dem Ruhrpott klingen, dann ist hier die Antwort: very british. Beim ersten Durchhören der aktuellen Disobey-Scheibe (oder, mit 17 Minuten Laufzeit, vielleicht eher des Scheibchens) könnte man nämlich meinen, die Combo käme aus den verregneten, verdreckten Straßen Englands. In irgendeiner dunklen, verrauchten Kneipe kann man sich die Vier vorstellen, völlig besoffen und entstellt, weil sie an ihrem eigenen Mosh teilgenommen haben; genau die richtige Band, um das Wochenende angemessen zu begießen.

Die Pöttler klingen auf "Internal Affairs" wie eine arg zermatschte Mischung aus Biohazard, The Cro-Mags und einem kotzenden Köter, was in dem Genre eigentlich nicht mal unbedingt schlecht ist. Trotzdem gibt man sich beim Hören der CD ein wenig dem Chaos hin; nicht genug, dass der Sound natürlich etwas zu wünschen übrig lässt - obwohl, wie gesagt, im HC-Punk ist das öfter mal der Fall - ganz nebenbei haben die beiden Sänger Koso und Grecore es sich auch zur Aufgabe gemacht, möglichst fertig zu klingen. Und sie wären wahrlich keine Jungs "aus'm Pott", wenn sie nicht noch eine gute Portion Thrash in ihre Tracks mit einbauen würden, die sich dann vor allem bei einigen Gesangspassagen immer mal schön in den Vordergrund drängelt und die Lautsprechermembranen lahmlegt.

Da die Platte nur 17 Minuten misst, hat man den ersten Eindruck recht schnell hinter sich gebracht, aber, wie das so oft ist: Ein zweiter muss her. Man weiß nicht recht, was man von der Band halten soll, obwohl zumindest die Tracks mit hohem Hardcore-Anteil nicht übel sind. Die Jungs machen das, was ihnen Spaß macht und das merkt man ihnen auch an. Infarktgeschosse wie "Living Hell" lassen einen sich dann aber fast ein bisschen alt fühlen, wenn man schaudernd den Lautsprecherregler runterdreht oder direkt den nächsten Song anskippt.

"Retreats And Regrets" steht dann im ziemlichen Gegensatz dazu, denn der Song kann einiges. Do-It-Yourself-Hardcore-mäßiger kann ein Stück kaum klingen, es sei denn, man hätte das Schlagzeug auf Töpfen und Pfannen eingespielt. Vor allem die Gangshouts passen hier wirklich gut dazu, auch wenn der Song nun keinen extrem hohen Wiedererkennungswert hat. Dafür bricht einem der beiden Sänger (ich würde auf Koso tippen, da Grecore zusätzlich noch mit der Gitarre betreut ist) bei "Blame Yourself" öfter mal die Stimme ein, ob gewollt oder nicht, sei dahingestellt. Sollte es gewollt sein, ist es ein verdammt irritierendes Stilmittel, sollte es nicht gewollt sein, wovon man einfach mal ausgehen kann, darf der gute Mann bis zum nächsten Release gerne ein bisschen an der Tonlage arbeiten.

"I.I.W.I.I" fährt die eher punkige Schiene mit Hardcore-Drums. Wem das jetzt zu komisch klingt, der sollte sich den Song einmal komplett anhören - zu Anfang herrschen halbwegs geordnete Verhältnisse, gegen Ende wird es dann ein wenig unübersichtlich, aber trotzdem kann man den Song gut und gerne als Anspieltipp missbrauchen. Das wäre es dann aber auch schon mit Tipps: "Internal Affairs" könnte ganz interessant sein, wenn man das Ding in ein paar Jährchen noch mal einspielt, vielleicht mit einem Hauch besserem Sound und vor allem mit ein bisschen mehr Entschlussfreudigkeit. Man wird im Verlauf nämlich das Gefühl nicht los, dass Disobey zwar Eier haben, sich aber nicht ganz trauen, sie auch baumeln zu lassen.

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