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Disminded: Demo 2012

Deutliche Qualitätssteigerung der Weseler zu verzeichnen
Wertung: 7,5/10
Genre: Death/Thrash Metal
Spielzeit: 16:06
Release: 08.02.2013
Label: Eigenregie

Mit der „Demo 2012“ melden sich die Weseler Death-Thrasher Disminded zurück. Bei der letzten und zugleich ersten Demo hatten sie sich der Kritik stellen müssen, den berühmten roten Faden vermissen zu lassen – der in allen möglichen Genres wildernde Ansatz war ja nicht schlecht, nur halt nicht konsequent umgesetzt, zumal auch der Sound eher rumpelig denn knallig war.

In die nun vorliegende Demo scheinen sie ein wenig mehr investiert zu haben, denn schon beim ersten Durchlauf ist eine ganz klare Verbesserung des Sounds zu vernehmen – die Bassdrum hört sich tatsächlich nach Bass und nicht nach feuchter Pappe an. Dafür braucht man nur kurzerhand nochmals die Demo vom letzten Jahr aus dem CD-Regal fischen, denn „Suffocate The Pain“ und „Turn Around“ waren schon damals vertreten und können so bestens für einen Abgleich herangezogen werden.

„Turn Around“ ist noch immer ein fett treibender Death-Thrash-Batzen, der sich natürlich nun deutlich druckvoller ins Gemächt wummert und so auch viel mehr Potenzial offenbart. Kevins wütende Deathvocals sind immer noch im gutturalen Bereich angesiedelt, werden kurzzeitig durch fast „spoken words“ aufgelockert und ergießen sich dann in pigscreamartige Sequenzen, bevor sie wieder zum deathigen Hass zurückkehren. „Suffocate The Pain“ steht dem nicht wesentlich nach, lebt mehr von der treibenden Energie von Schlagzeug und Gitarre und dem schleppenden Anfang sowie dem späteren etwas vertrackteren Riffing. Der Refrain schädelt dann einfach nur geschwind auf die Mütze, die Vocals siedeln sich wieder im kehligen Death-Gebrüll mit einigen leichten Pigscreams an. Besonders gelungen ist die im Refrain im Hintergrund angelegte zweite Gesangsspur, die dem Ganzen einfach mehr Dynamik verleiht.

Neu aus der Disminded-Feder ist dagegen „I Bleed“, das ganz ohne Intro einfach mit einem Snare-Schlag vorbereitet wird und dann gleich in die Vollen durchstartet. Thrash trifft auf Melo-Death-Parts, die Vocals wirken vielleicht ein paar mal etwas zu sehr gepresst, lösen sich aber immer wieder in die schon beschriebenen Pigscreams auf, ohne dass sich hier im Grind verloren wird. Ein kleines Highlight stellt dann das ebenfalls neue „My Own Way“ mit leichten Morgoth-riffigen Zügen dar, Stoner auf Death-Thrash sozusagen. Fett vorwärts treibende Gitarren treffen auf fast schon hysterischen Gesang Kevins, der immer wieder von Gastsänger Hütte (New World Depression) tief in den Death-Keller gezogen wird – besonders auffallend hier die sehr tief angelegte Hütte-Stimme und die wiederholten Pigscreams Kevins, die richtig Spaß machen.

Zwei neue Songs, zwei alte im neuen Gewand – alle vier Tracks sind Indiz dafür, dass sich Disminded aus Wesel Gedanken gemacht und sich selbst in den Arsch getreten haben, sich doch auf das Wesentliche zu konzentrieren und den überflüssigen Schnickschnack der ersten Demo über Bord zu kicken. Fans von Death-Thrash ohne Berührungsängste für einen leicht grindigen Vokalausflug finden hier recht kurzweilige sechzehn Minuten, die man einfach immer wieder gerne auflegt. Interessenten sollten sich an die Band unter Disminded@gmx.net wenden und gleich noch den Preis erfragen, der eigentlich wie schon der Vorgänger ebenfalls bei vier bis fünf Euro liegen dürfte – Porto kann man sich übrigens prima sparen, wenn man der Truppe auch live eine Chance gibt, ein paar schöne Kaltschalen dabei vernichtet und die Demo ins Kutteninnenleben verfrachtet.

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