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Disminded: Demo 2011

Roh und rustikal
Wertung: 5.5/10
Genre: Death/ Thrash
Spielzeit: 24:47
Release: 22.10.2011
Label: Eigenregie

Der Erstkontakt zu den Weselern Disminded stand nicht gerade unter einem besonders guten Stern, denn der Sound bei ihrem Gig im kleinen Club Barfly war eher unterirdisch und wurde so eigentlich keiner Band an diesem Abend gerecht. Ein paar Tage später traf dann die Promo zum Disminded-Erstlingswerk ein, worauf die Truppe fünf Tracks versammelt hat. Soundfetischisten für neueste Produktionstechniken brauchen hier gleich nicht mehr weiterzulesen, hat das Quartett doch ihre Songs im AZ in Mülheim in einem Rutsch aufgenommen und mit einigen Overdubs aufgehübscht – roh und rustikal, aber nicht schlecht dürfte die richtige Beschreibung für den Sound darstellen.

Und noch eines vorweg: Seit ihrer Gründung hatten Disminded so einige Personalwechsel zu verkraften, was nun in einem stabilen Line-Up endete, aber den Songs merkt man schon ein wenig die unterschiedlichen Einflüsse an. Ein bisschen Death, ein wenig Thrash, hier ein Funken Core, dazu ein paar Pig-Screams, aber irgendwie fehlt ein wenig die konsequente Linie, das Herausarbeiten der eigenen Stärken, denn diese sind durchaus vorhanden.

Wie sehr knietief sie im Death-Thrash stehen, weisen sie mit „Turn Around“ nach, würzen den schnell daher rasenden Track mit Kevins Death-Vocals, der dann sogar die ersten Pig-Screams der EP vom Stapel lässt, wohingegen er sonst eher guttural gepresst seine Stimmbänder strapaziert.

Aufgelockert wird die Demo immer wieder mit passend eingesetzten Samples wie beim Intro zu „Welcome To My Hell“ oder „Acid“. Letzterer Track bekam gleich noch eine Industrial-Note verpasst und wurde mit verstärkten Pig-Screams garniert. Aber Disminded sind auch dem Core-Genre nicht ganz abgeneigt, wie der Mittelteil in „Turn Around“ beweist und sich live schon sanft bestätigte. Mit „Burning Faces“ bewegen sie sich dagegen in einer Mixtur aus Doom-Death und ein bisschen Core (einige Gesangspassagen sorgen dafür), wobei der ganze Track durch Samples mit Flammengeräuschen eingerahmt ist und gut und gerne eher auf den Punkt kommen würde, hätten sie die gut achtminütige Spielzeit auf die Hälfte reduziert.

Das erste Demo von Disminded lässt ein wenig den angekündigten roten Faden vermissen. Natürlich, Abwechslung ist nicht schlecht, doch mit ihrer Genremischung setzen sie sich gerne zwischen die Stühle und vermitteln so den Eindruck, sich noch nicht ganz gefunden zu haben. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass sie immer wieder neue Leute einarbeiten mussten, was nun bei stabilem Line-Up die Hoffnung weckt, dass sie nun in Zukunft nicht mehr in allen Genres wildern. Beim nächsten Mal sollten sich Disminded auch in die Hände eines richtigen Produzenten begeben und einfach mehr Zeit einplanen – kostet zwar, bringt aber mehr, als erste Standortbestimmung ist die Demo noch ok. Interessierte können das Teil unter disminded@gmx.net für 4 Euro (plus Porto) bestellen.

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