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Discreation: Procreation Of The Wretched

Brutal gutes Dingen
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 46:38
Release: 22.05.2015
Label: F.D.A. Rekotz

Da müssen die Hanauer Discreation erst drei brutal geschmiedete Langeisen veröffentlichen, um endlich bei einem ordentlichen Death-Metal-Label unterzukommen. Zugeschlagen haben F.D.A. Rekotz aus Köln, die damit einmal mehr ein sehr schönes Näschen für den heftigen Todesduft aus dem heimischen Underground beweisen und mit „Procreation Of The Wretched“ nun die vierte Langrille der Hessen in Umlauf bringen – herrlich auf Vinyl (wo das prächtige Artwork aus der Feder von Juanjo Castellano bestens zur Geltung kommt) und natürlich auch auf CD.

Death Metal muss böse sein, manchmal bedrohlich, das wird wohl kaum jemand bestreiten, und auch bis nach Hanau scheint sich nun mal herumgesprochen zu haben, dass „böse“ nicht immer nur mit Tempo zu erreichen ist. Und so wandeln Discreation ihren bisherigen Sound insofern ab, als dass sie auch mal mehr auf Groove setzten und so gleich viel mehr Variabilität an den Mann bringen. Dabei bleiben sie bei ihren Grundkomponenten aus Ami-Tod und einer gehörigen Schweden-Kelle, aber auch der polnische Einfluss ist nicht ganz abzustreiten.

Die Standortbestimmung ist somit schon einmal klar, auch wenn die Hanauer immer wieder gerne über den Tellerrand lugen und entweder hier mal Thrash Metal rezitieren oder auf der anderen Seite ein paar Black-Metal-artige Vibes einbauen. „Descending To Abysmal Darkness“ bietet sich als kompromisslos rasende Riffattacke der Marke Malevolent Creation an, allerdings schleichen sich ein paar groovig-doomige Passagen ein und immer wieder sorgen auch ein paar Thrashmomente für gesteigerte Abwechslung. Ungewöhnlich beginnen Discreation bei „Corporate Hatred“ mit einem Spoken-Word-Part und setzen lediglich den Bass als Kontrast, doch es dauert nicht lange, da massakrieren die Hessener wieder im oberen Geschwindigkeitsbereich und flechten auch hier die eine oder andere Black-Metal-Ideologie mit ein.

Der freche, sofort in die Vollen gehende und mit brutalem Blast-Geprügel angereicherte Abräumer „Megacorpse“ spielt ebenfalls mit der Annäherung zum Schwarzwurzelbereich, in der Mitte des Songs aber bauen sie einen fast schon sphärischen Abschnitt ein und zeigen sich beinahe schon von der emotionalen Seite. Viel deutlicher wird das aber bei „To Cosmic Shores“, einem Song mit dem wohl größten Anteil an Melodie, und auch wenn die Nummer für Discreation-Verhältnisse doch erst recht schleppend daherfließt, lässt der Track nicht an Härte missen. Gegen Ende rücken dann zackige Drums den Eindruck fehlenden Tempos wieder gerade.

Als großes Überraschungsmoment entpuppt sich „The Hunter“; hier preschen Discreation erneut sehr heftig davon und nötigen sich gegen Ende immer mehr fast schon sehnsüchtig melancholische Melodien ab, die wie ein Erkennungsmerkmal immer wieder auf dem Album zu finden sind. „Decapitation Marathon“ dagegen scheppert eher als  straight angelegte Nummer, mal schleppend, mal rasend, aber immer schlüssig. Mittendrin schleichen sich sogar ein paar zarte, Industrial-artige Einsprengsel ein, die aber eine absolute Ausnahme darstellen.

Fast alles richtig gemacht, sogar der Sound ist schön knackig und erdig, nicht zu clean und modern, aber immer noch prall genug, um auch heutigen Ohren ausreichend Aufmerksamkeit abzunötigen. Das hessische Death-Metal-Quintett Discreation dreht ein wenig an gewissen Stellschrauben, nicht zu viel, um die Fans der erste Stunde zu verprellen, genug aber, um auch Fortschritt erkennen zu lassen. Brutal gutes Dingen, was da aus den Boxen tönt.

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