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Discipline: Stake Your Claim

Ein deutlicher Unterschied zu alten Platten - aber immer noch eine der Speerspitzen
Wertung: 8/10
Genre: Hardcore Punk, Street Punk, Oi
Spielzeit: 35:01
Release: 27.05.2016
Label: Strength Records

Discipline ist eine Band, deren Ruf ihr meilenweit vorauseilt, hat die Truppe doch in der Vergangenheit unter anderem mit den Böhsen Onkelz auf der Bühne gestanden und ordentlich an der Verhaftung ihres Sängers Joost De Graaf zu knabbern gehabt, der dem Mord an seiner Frau schuldig gesprochen wurde. Lange war es entsprechend ruhig um die Niederländer, mit dem aktuellen Sänger Merijn Verhees steht die Oi-Combo nun aber schon eine Weile gemeinsam auf den Brettern und traut sich nun auch endlich, ein neues Album herauszubringen – und das über das Label von Agnostic Front-Sänger Roger Miret, Strength Records. Wenn Miret es mag, kann es nichts Schlechtes sein.

Bereits seit Anfang der Neunziger klöppelt die Band ihre teils naturgemäß etwas stumpfe Mischung aus Hardcore Punk, Street Punk und Oi zusammen, große Experimente sucht man bei Discipline vergebens, aber nichtsdestotrotz gehören die Herren zur Speerspitze der genannten Genres. „Stake Your Claim“, so der passende Albumtitel, soll diesen Status nach all den Jahren nun wieder aufbauen – man darf gespannt sein.

Vorneweg: Mir hat De Graafs rotziges, tiefes Bellen mit der hörbar feuchten Aussprache einen Hauch besser gefallen als die Vocals des „Neuen“, auch und vor allem deswegen, weil man bei De Graaf immer spannende Ratespiele einbauen konnte, da nur zehn Prozent der Lyrics verständlich durch die Boxen kamen. Allerdings macht Verhees seine Sache durchaus beachtlich, röhrt und spuckt Gift und Galle, meckern kann man da also nur auf hohem Niveau. Auch die Gitarrenarbeit kommt nicht zu kurz, „We Can’t Be Beaten“ oder „King Mouth“ laden da schon ordentlich zum Pogen und Moshen ein, bei „Bovver Boys“ wird gar ein recht rockiges Gitarrenintro präsentiert, das sich flott in eine Punkmelodie umwandeln lässt. Überhaupt werden hier zwar die altbekannten „Woohoo“-Chöre eingebaut, allerdings von der Melodie her wesentlich anders als man es von anderen Punkbands kennt. Schön, dass nach so vielen Jahren in ein und dem selben Genre noch ein bisschen Platz für kleine Experimente ist.

A propos: „Get Me Outta Here“ punktet mit richtigem Gesang – und richtig gutem noch dazu! Da kann man schon mal überrascht sein, zumal sich der Track innerhalb kürzester Zeit zu einem richtigen Ohrwurm mausert. Im direkten Vergleich geistern einem natürlich Discipline-Klassiker durch den Kopf: „Nice Boys Finish Last“, „These Boots“ oder „Young & Reckless“ sind allesamt geile Songs, die aber eine ganze andere Art der Aggression ausstrahlen als die neuen Tracks. Discipline scheinen mit Verspätung erwachsen geworden zu sein und kontrollieren ihre Wut besser, was der drogenumnebelte ex-Fronter De Graaf nicht immer schaffte – das schlug sich entsprechend auf die Art und Weise des Vortrags nieder. Von dieser ungezügelten und unnützen Aggression spürt man auf der neuen Platte nichts – hier machen ein paar Kerle Musik zusammen, die zwar durchaus aggressiv und nicht unbedingt regelkonform rausgeballert wird, die aber nur zum Stressabbau zu dienen scheint und niemanden wirklich verletzen will.

Mag der letzte Satz auch klingen, als wären die Niederländer alt und zahnlos geworden sein, so ist die Truppe doch noch weit davon entfernt. Älter, reifer, das bestimmt – aber auch immer noch ähnlich ungezügelt wie vor zehn oder 15 Jahren. Alte und neue Fans dürften sich hier gleichermaßen am gleichbleibend rohen Sound erfreuen – ihren Claim haben Discipline sicherlich gut abgesteckt.

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