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Disbelief: Protected Hell

Ab in die Hölle - mit einem Grinsen im Gesicht
Wertung: 9/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 48:07
Release: 17.04.2009
Label: Massacre Records

Mit unerschütterlicher Kontinuität veröffentlichen Disbelief seit 1997 eine Spitzenplatte nach der anderen und lassen qualitativ mit Leichtigkeit 90% aller halbwegs vergleichbaren Bands im Regen stehen. Von „vergleichbaren Bands“ zu sprechen, ist allerdings ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn der Stil der Fünf steht auf weiter Flur sterbensallein da. Warum die Band nicht längt eine viel größere Nummer ist, bleibt eine der vielen unbeantworteten Fragen in der Heavy Metal-Landschaft. Liefert „Protected Hell“ vielleicht die Antwort?

Nein, auch die neue Disbelief-CD hält keine Antwort parat. Ganz im Gegenteil: „Protected Hell“ verleiht der Frage Nachdruck. Denn was die Band hier abliefert, ist ein weiteres kleines Meisterwerk in der Disbelief-Story. Abstruse, aber gern verwendete Begriffsbestien wie „Emotional Deathcore“, „Noise Metal“ oder sogar „Depri Metal“ bleiben unter dem Bett: Vertrackter, emotionaler Death Metal trifft Elemente aus Doom- und hin und wieder auch Progressive Metal.

In irgendeiner Weise zeigt schon das Intro „Hell“, womit man bei Disbelief und „Protected Hell“ zu rechnen hat. Wenn die schweren Gitarren auch erst später ausgepackt werden, so offenbaren die melancholischen Akustikgitarren und die verzweifelte Stimme von Karsten Jäger bereits in diesen zwei Minuten, womit der Hörer zu rechnen hat: nagende Depression, vernichtende Aggression, intonierte Wut. Sänger Karsten nutzt sein schmerzerfülltes Stimmspektrum voll aus, schreit, singt, kreischt, spricht – und übermittelt aufs Neue all die Emotionen, die Disbelief in ihrer Musik konzentrieren, bündeln und mit geballter Macht auf den Hörer hereinbrechen lassen.

Dazu bedienen sie sich auf der neuen Scheibe aber keineswegs mit halsbrecherischer Geschwindigkeit: Mit „Hell Goes On“ ist zwar ein recht schneller Song mit von der Partie, aber generell präsentieren sich die fast 50 Minuten Spielzeit im Mid-Tempo; durchdringende Heavyness statt nichtssagende Raserei. Die Produktion ist noch ein Stück druckvoller ausgefallen als die des Vorgängers.

So vertrackt und verschiedenartig die einzelnen Songs auch sind: „Protected Hell“ ist ein geschlossenes Werk, jeder Song scheint Einfluss auf den anderen zu haben, nichts wirkt aufgesetzt oder gekünstelt. In Nummern wie „A Place To Hide“ oder „Hell Goes On“ befördern die Fünf eine nahezu beängstigende, aber dennoch genau dosierte, Aggressivität ans Tageslicht, während beispielsweise der eher groovige Titel „Nemesis Rising“ auf einer ganz anderen Eben funktioniert. Schleppend kommt der Track „One Nation’s Son“ daher und „Hate/Aggression Schedule“ ist mit schweren Riffs und bedrückenden Harmonien der wohl intensivste Song auf einer Platte, die in ihrer Gesamtheit mitreißender kaum sein könnte.

Ausfälle gab es bei Disbelief nie. Doch das neue Album reiht sich nicht einfach nur in die bisherigen Veröffentlichungen ein, sondern hebt sich von den meisten Schreiben sogar ab. „Protected Hell“ braucht Zeit, um sich vollends zu entfalten, ist dann aber mit Sicherheit eine der stärksten Disbelief-CDs. Ob es diesmal zum Durchbruch reicht?

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