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Disarray: Edge Of My Demise

Dreckiger Thrash mit Southern-Rock-Touch
Wertung: 7.5/10
Genre: Southern Rock, Thrash Metal
Spielzeit: 41:25
Release: 01.01.2008
Label: Inner V.O.I.D. Records

Diese CD stinkt. Aber nicht etwa, weil sie schlecht wäre; nein, sie stinkt nach Bier, Whiskey und Schweiß-durchtränkten, Zigarettenrauch-geschwängerten Proberäumen. Das Trio aus Tennessee, welches sich aus Chuck Bonnett (Guitar & Vocals), Vance Wright (Bass & Backing Vocals) und Trotter (Drums) zusammensetzt, besticht sicherlich nicht gerade durch sonderlich anspruchsvolle Arrangements – das jedoch muss ja nicht schlimm sein, vor allem, wenn man dafür straight einen vor den Latz geknallt bekommt.

Man punktet mit satten Grooves, einem sehr dreckigen Gitarrensound und Riffs, die durchaus eine punkige, Motörhead-mäßige Attitüde haben, letztlich aber doch eher im Metal anzusiedeln sind (Motörhead ist ja auch nicht wirklich Punk), was ein Track wie das kurze, knackige „Severed Ties“ beweist, bei dem der Gesang allerdings streckenweise auch nach Mille von Kreator klingt.

Hinzu kommt Southern-Rock- und Rock-and-Roll-Feeling, ein leichter Schuss Hardcore und ein kräftiger Schuss Thrash, z. B. bei „Observance Of Human Error“, wo die Band wiederum einige leichte Pantera-Einflüsse zeigt und Chuck Bonnett auch dementsprechend ein wenig in diese Richtung shoutet, wobei er sich ansonsten mit seinem rauhen, angepissten Gesang eher ein wenig wie James Hetfield zu seligen, alten Metallica-Zeiten anhört, auch was die Akzentuierung anbelangt.

Abwechslung ist durchaus vorhanden, denn während man bei den erwähnten Songs, sowie „Threshold Of Pain“ oder „Destroy Me“ mit Thrash- und Hardcore-Einflüssen arbeitet, groovt man sich bei „It’s About Time“, „Conform“ oder „Better Days (That Have Never Come)“ (bei dem auch ein paar clean gesungene Passagen – wahrscheinlich vom Bassisten – hinzukommen) eher im Midtempo-Bereich durch die Gegend.

Das Songwriting kann sich durchaus hören lassen; so glänzen beispielsweise der Opener „Destroy Me“ – grundsätzlich eher schnell gehalten, aber vor dem Gitarrensolo mit einer groovigeren Passage versehen –, das sehr geile „Punishment For Being Born“ (äußerst fettes Riffing und tightes Drumming) oder der Titelsong mit eingängigen Refrains, bei denen man sich bestens ausmalen kann, auf Konzerten die Fäuste zu schütteln und mitzugrölen.

Auch über das Zusammenspiel der drei Jungs kann man nicht meckern; allerdings wurde die Urversion von Disarray auch bereits 1993 von Chuck Bonnett gegründet und „Edge Of My Demise“ ist nach „Widespread Human Disaster“ von 1995, „Bleed“ (1996), der 1999-er Scheibe „A Lesson In Respect“ und dem 2002 erschienenen „In The Face Of The Enemy“ bereits die fünfte CD der Gruppe.

Fazit: Ein paar kleinere Schwächen wie das nicht so berauschende „Breaking Point“ sind zwar auszumachen, aber insgesamt liegt hier ein wirklich cooles, Arsch-tretendes Album einer Band vor, die verschiedenste Einflüsse vorweist, mit einem recht eigenständigen Sound aufwartet, zeigt, dass man aus wenig recht viel machen kann und auf jeden Fall Respekt verdient, da sie sich alles hart erarbeiten musste: Die ersten beiden Alben nämlich musste sie ohne jede Unterstützung aufnehmen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann