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Disarmonia Mundi: The Isolation Game

Italiener mit schwedischer Erziehung
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:29 (ohne Bonustrack)
Release: 09.12.2009
Label: Coroner Records

Nachdem die jüngsten Alben der großen Melodic Death Metal-Bands Soilwork und In Flames und einiger anderer Bands nicht wirklich ohne Einschränkung überzeugen konnten, hoffen die Fans nun zum Ende des Jahres 2009 natürlich auf einen großen Wurf der beiden Mannen von Disarmonia Mundi – und der ist ihnen auch gelungen, selten war ein Album dermaßen eingängig und einprägsam, dabei jedoch keineswegs langweilig.

Direkt von Anfang an geben die scheinbar in Schweden zum Musikunterricht gegangenen Italiener ordentlich Gas, so hat Multitalent Ettore Rigotti ganze Arbeit geleistet und mit Ausnahme einiger Gitarrensoli sämtliche Instrumente nicht nur selbst eingespielt, sondern auch alleine die entsprechenden Songs geschrieben. Auch für die klaren Hooklines war er nun vermehrt zuständig, so ist Soilwork-Sänger Björn „Speed“ Strid kein festes Bandmitglied mehr, sondern leistet sich nur noch bei einigen wenigen Songs Gastauftritte. Einziges festes Bandmitglied neben Ettore ist Claudio Ravinale, der sich für den harschen Teil der Vocals verantwortlich zeigt.

Der so mitreißende Aspekt dieses Albums zeigt sich vor allem in den grandiosen Hooklines, die sich unnatürlich schnell im Ohrkanal versetzen; der Track „Perdition Haze“ etwa übt ordentlich Druck nach Vorne aus, besticht jedoch gleichzeitig mit einer einzigartigen Hookline, die von nicht minder melodischen Riffs untermalt wird. Nochmals ein Gang höher geschaltet wird bei dem nächsten Song „Building An Empire Of Dust“, der sich speziell durch schnelles und interessantes Drumming auszeichnet, welches sich beim Schluss-Refrain auf eine packende Anwendung der Becken stützt. Ähnlich atemberaubende Refrains liefert der Titelsong „The Isolation Game“ oder der Bonus-Track der japanischen Ausgabe des Albums, „The Shape Of Things To Come“.

Dass jedoch nicht zwingend klarer Gesang notwendig ist um fesselnde und melodische Musik zu schreiben, zeigt das Duo mit dem Stück „Blacklight Rush“, das auf klaren Gesang größtenteils verzichtet und durch harsche Vocals im Kombination mit epischen, aggressiv-melodischen Riffs überzeugt.

Keyboards finden auf diesem Album auch Einzug, sind allerdings keineswegs übertrieben oder gar kitschig eingesetzt, sondern dienen lediglich als kleines, erweiterndes Element, das vornehmlich in abwechslungsreicheren Intros und Outros Anwendung findet, wie es beispielsweise bei den Songs „Stepchild Of Laceration“ oder „Digging The Grave Of Silence“ der Fall ist. Wie bereits zu Anfang erwähnt, findet man auf dem Album auch einige Tracks à la „Ties That Bind“ oder „Losing Ground“, die anspruchsvolle Gitarrensoli beinhalten, bei denen sich Mr. Rigotti gelegentlich Unterstützung vom Nightrage-Gitarristen Olof Mörck geholt hat.

Das Genre Melodic Death Metal wird von vielen immer wieder mit Metalcore in einen Topf geworfen und mal von Faktoren wie der Haarlänge der Musiker abgesehen, gibt es viel zu wenige, die den Unterschied klar und differenziert herausarbeiten können, leider auch gerade nicht anhand der Musik. „The Isolation Game“ ist eine starke Melodic Death Metal-Scheibe geworden, die jeder, der sich über die Unterschiede zwischen den Genres nicht wirklich im Klaren ist, mehrmals aufmerksam anhören sollte, denn so verzichten die Italiener auf Mode-Elemente wie lange Breakdowns, oder so typische, mehrstimmige abgehackte Riffs wie man sie von August Burns Red oder Parkway Drive kennt. Oftmals sind die Gitarren deutlich tragender und stärker auf Groove ausgelegt, was natürlich nicht heißt, dass Metalcore nicht groovt – man merkt jedoch, dass der Groove für die Italiener einen wahrlich enorm hohen Stellenwert hat. Auch hat – der klassische mehr als der moderne – Metalcore einen Punk-Einfluss, der beim Melodic Death Metal nicht wiederzufinden ist und so verhält es sich auch mit den Vocals – Death Metal weist oft tiefe Growls und Keifen á la der Björn Strid-Marke auf, wohingegen Metalcore eher auf Shouts setzt. So verhält es sich auch mit den Keyboards, die auf unterschiedlichste Weise eingesetzt werden können und bei Disarmonia Mundi klar als dezentes Stilmittel und weniger als fester Bestandteil eines jeden Songs gebraucht werden. Heutzutage ist der Unterschied viel schwerer zu differenzieren als noch vor einigen Jahren, es gibt immer mehr Bands und immer mehr bedienen sich an den verschiedensten Genres und versuchen eine klare Einordnung möglichst zu vermeiden um eine breitere Masse anzusprechen.

Mit „The Isolation Game“ haben Disarmonia Mundi ein ganz großes Melodic Death Metal-Album abgeliefert, das in allen Bereichen überzeugt – die Songs sind enorm energetisch und vereinen treibende, aggressive Parts wie auch prächtige Melodien in sich, die Lyrics sind – wie schon Songtitel wie „Same Old Nails For A New Messiah“ erahnen lassen – interessant und anspruchsvoll, die Produktion ist gewaltig und das Cover-Artwork des Franzosen Trëz ist bestimmt nicht das beste des Jahres, kann sich aber auch problemlos sehen lassen. Ganz klare Kaufempfehlung!

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