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Dirty Passion: Different Tomorrow

Potential ist bei diesem Debüt erkennbar, aber das Songwriting wirkt noch zu standardmäßig
Wertung: 6/10
Genre: Classic Rock, Melodic Rock
Spielzeit: 43:24
Release: 08.04.2011
Label: Transubstans Records / Denomination Records / Indigo

Mal wieder eine Band aus Schweden; es ist immer wieder fast schon beängstigend, wie viele gute Combos aus dem hohen Norden kommen und noch dazu, wie verhältnismäßig wenig Grütze unter eben diesen zu finden ist. Auch die 2006 gegründeten Dirty Passion gehören ganz sicher zu der Sorte Bands, die man sich gut anhören kann. Sie sind jung und hungrig, sie sind ambitioniert und sie stehen auf Rockacts der Siebziger und Achtziger, weswegen sie laut eigener Aussage Classic Rock zocken. Diese Selbsteinschätzung ist auf keinen Fall verkehrt, aber ein kleiner Schuss Rotzrock ist fraglos auch noch mit dabei, was für eine schwedische Gruppe nicht besonders verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass dort Bands wie Hardcore Superstar, Backyard Babies oder Crashdiet beheimatet sind, die sich allesamt jener Musik verschrieben haben.

Das klassische Element überwiegt bei vorliegendem Quartett allerdings eindeutig und schlägt sich in zahlreichen, sauber vorgetragenen und schön ausgearbeiteten Soli nieder, so mancher Harmoniewechsel erinnert gar an Iron Maiden – man höre nur beim Titeltrack oder „A Trip To Paradise“ einmal etwas genauer hin. Bei „Different Tomorrow“ handelt es sich im übrigen um das Debütalbum dieser jungen Truppe und so mancher wird sich die Frage stellen, wieso es denn geschlagene fünf Jahre dauerte, bis man endlich mit dem Erstling aus dem Quark gekommen ist – gerade in einer Zeit, in der jeder Depp zu Hause seine eigene Platte aufnehmen kann, sollte man schließlich vermuten, dass dies etwas schneller geht.

Aber besser man lässt sich Zeit, als dass man einen Schnellschuss landet und am Ende nur Mist dabei herauskommt – in Zeiten des Homerecording ist eben dies häufig der frühe Untergang für so manche Combo, weil sie meint, die ganze Welt müsse ihre allerersten Gehversuche unbedingt gehört haben. Dirty Passion hingegen haben bereits jede Menge Live-Erfahrung gesammelt und supporteten immerhin schon eine namhafte Gruppe wie Y&T (siehe auch die Live-Abteilung von The-Pit.de). Insgesamt hat man bis dato über hundert Konzerte gegeben und füllt in Schweden angeblich schon größere Hallen.

Die Jungs konnten ihre Songs somit durch häufiges Livespielen austesten und reifen lassen und selbstverständlich auch das Zusammenspiel mehr und mehr verfeinern. Es dürfen trotzdem noch längst keine Wunderdinge erwartet werden; manch einer mag angesichts der großen Bühnenerfahrung der Jungspunde vielleicht sogar ein wenig enttäuscht von „Different Tomorrow“ sein, denn gelungene Soli und handwerklich akzeptable Fähigkeiten alleine können am Ende des Tages mittelklassiges bis mäßiges Songwriting nicht ausbügeln. Irgendwie wirkt das Ganze zu bemüht und aufgesetzt, was zu einem Teil an Frontmann Emil Ekbladh liegt, dessen Stimme grundsätzlich zwar gut zu der Musik passt und der eine durchaus anständige Leistung zeigt, sich in höheren Tonlagen aber dann doch ziemlich gepresst und überanstrengt anhört. 

Zu einem weiteren Teil liegt es daran, dass Songs wie der Opener „This Is The Way“, „A Trip To Paradise“ (mit Percussion-Einlage), der Titeltrack oder „Selling Your Soul“ (sehr hymnisch) zwar ganz gut reinlaufen, man mit zunehmender Dauer jedoch irgendwann etwas genervt von dem Dargebotenen wird, weil zu viel Standard vertreten ist; zu viel schon in ähnlicher Form gehörte Refrains, zu viel Gleichförmiges (fast über die gesamte Distanz wird Midtempo kredenzt) und zu viel Vorhersehbares.

Als letzter Kritikpunkt muss außerdem angemerkt werden, dass die Scheibe trotz der angesprochenen handwerklich akzeptablen Fähigkeiten und einer in Ordnung gehenden Produktion häufig etwas hölzern wirkt, oft fehlt der Fluss und eine gewisse Leichtigkeit – gerade das Drumming kommt viel zu verkrampft herüber. Trotzdem haben die Schweden Potential und sind in ihrer Heimat keineswegs völlig zu Unrecht ziemlich angesagt. Wenn man sich in Sachen Songwriting beim nächsten Mal etwas inspirierter zeigt und insgesamt mit mehr Esprit zu Werke geht (die erwähnt hörenswerten Soli sind ein klares Indiz, dass man auf dem richtigen Weg ist), sind mehr als sechs Pünktchen drin.

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