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Dirge: Hyperion

Unverändert dramatisch, düster, deprimierend - aber gut!
Wertung: 8/10
Genre: Post-Hardcore, Ambient Metal, Sludge Metal
Spielzeit: 62:15
Release: 18.03.2014
Label: Debemur Morti Productions

Nunmehr 20 Jahre sind die Franzosen von Dirge im Musikgeschäft tätig – die erste Demoscheibe „Infected Brain Machine“ erschien 1994, mit dem aktuell rotierenden „Hyperion“ haben die Herren nun schon das sechste Full-Length-Studioalbum veröffentlicht. Im Vergleich zur letzten Scheibe „Elysian Magnetic Fields“, die vor fast genau drei Jahren erschien und der Truppe bei uns schöne acht von zehn Punkten einbrachte, ist das Line-Up auf der neuen Scheibe beträchtlich geschrumpft: Vom Quintett hat man sich zum Trio runtergehungert, Sänger Marc T., Drummer Alain B. und Gitarrist Stéphane L. sind der Welt aber gottlob erhalten geblieben.

Auf „Hyperion“ haben die Jungs die Spielzeiten geschickt verteilt – vier der Tracks drücken sich unter der Neun-Minuten-Grenze herum, die ja bei der letzten Veröffentlichung mit Leichtigkeit ständig übersprungen wurde, dafür kommt das finale „Remanentie“ mit über 16 Minuten Spielzeit daher. Und weil wir wissen wollen, ob Dirge die Leistung über die volle Distanz halten können, widmen wir uns als Erstes eben diesem längsten Song auf „Hyperion“: Die ersten drei Minuten zelebrieren die Franzosen düster-romantische Monotonie, bevor durch vermehrten Einsatz tief gestimmten Gitarren (einen Bass scheint es diesmal nicht zu geben) eine unheilschwangere Atmosphäre aufkommt. Ein bisschen wähnt man sich in alten A Perfect Circle-Songs; nach achteinhalb Minuten bewundert man die Jungs dann ob ihres technischen Könnens und auch der Gesang schleicht sich ganz langsam und gequält aus dem Hintergrund nach vorne – allerdings nur für einen Augenblick. Größtenteils verzichtet der Track nämlich auf vokale Einlagen, wechselt aber gekonnt die Atmosphäre, die sich gegen Ende weniger düster ausnimmt und eher nach so etwas wie einem Neuanfang klingt. Ein wahres Epos, das die Franzosen hier auf ihre Fans loslassen.

 Der Opener „Circumpolaris“ zeigt dafür ziemlich schnell, wo der Hammer hängt und dass die Truppe sich wie schon beim Albumvorgänger in Sludge, Post-Hardcore und Ambient wälzt. Zähflüssig walzt der Song dahin, Marcs sonore Schreie tragen nicht unbedingt zur Erhellung bei und insgesamt badet man hier in Depressivität und Verzweiflung. Dabei schafft die Band es aber, immer wieder kleine technische Spielereien einzubringen, die einen Funken Hoffnung aufkeimen lassen – worauf, weiß man gar nicht so genau, aber man fühlt sich augenblicklich ein bisschen besser.

„Venus Claws“ hat dann den schon bekannten niederschmetternden Touch, gewinnt aber zusätzlichen Charme durch den Gesang der Amerikanerin Tara Vanflower, die bereits Gast-Vocals bei Methathrone und Type O Negative beisteuerte und zwar entsprechend sehr Gothic-lastig klingt, diese Stimmfarbe aber gut in den Dirge-Song integriert. „Hyperion Under Glass“ beeindruckt dann mit einer recht simpel anmutenden, aber effektiven Gitarrenmelodie; man ertappt sich mehrfach noch Stunden später dabei, wie man sie summt. Dabei traut man den Franzosen Ohrwürmer eigentlich gar nicht so recht zu.

Mit „Hyperion“ ist dem jetzigen Trio wieder eine überzeugende und überraschenderweise kaum langweilige Platte gelungen, die nur wenige Lückenfüller-Momente oder überlange Intros aufweist. Es gilt aber dieselbe Maxime wie beim letzten Album: Wer auf knackige Songs steht, die schnell auf den Punkt kommen, ist hier denkbar falsch. Geduld und Scheuklappenfreiheit sollten hier oberste Prämisse sein, sonst hat man an Dirge insgesamt und an „Hyperion“ im Speziellen wenig Spaß.

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