Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Dir En Grey: Vulgar

Perfekte Symbiose aus asiatischen und westlichen Einflüssen
Wertung: 8/10
Genre: Visual Kei
Spielzeit: 57:10
Release: 21.02.2006
Label: Gan Shin Records

Dir En Grey sind wohl zweifelsohne die dienstälteste Combo des modernen “Visual Kei“ – Sounds, welcher Mitte der 90er Jahre in Japan seine Geburt erlebte. Im Jahre 1997 gründete sich das Quintett, um sich ein Ventil zu schaffen. Ein Ventil, welches innerlich schon bis zum Bersten gefüllt war mit menschlicher Oberflächlichkeit und Egoismus. All die angesammelte Wut, Trauer und Frustration wollte man hinaus schreien um auch den anderen gleichgesinnten Freigeistern zu zeigen: Ihr seid nicht allein!

Was anfänglich eine kleine Revolution gegen die Spießergesellschaft und das oberflächliche Etablissement sein sollte, wurde schnell zu einem Hype und Spektakel der Sonderklasse im asiatischen Raum: Dir en grey sind in Sachen Live-Shows und Plattenverkäufen die unangefochtene Nummer 1 auf dem hiesigen “Visual Kei“ – Sektor. Keine andere Band konnte bis dato so eindrucksvoll eine ganze Generation an jungen und unverbrauchten Hörerscharen um sich versammeln. Ebenso eindrucksvoll ist auch der musikalische Output der Band, welche in den Jahren von 1999 bis 2002 beispielsweise insgesamt drei Studioalben, dreizehn Singles, drei Videotapes und vier Musik-DVD´s veröffentlichte.

Den bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens sollte allerdings dann jenes im Jahre 2003 erschienende Album “Vulgar“ darstellen (welches nun erstmalig auch in Deutschland durch “Gan-Shin Records“ veröffentlicht wurde): Dir en grey´s Bekanntheitsgrad sollte nun nicht mehr nur den gesamten asiatischen Raum umfassen, sondern auch Europa sollte erstmals auf diese heißblütige Truppe aufmerksam werden. Ohne große Werbung, Plakate oder anderweitige Features (Ausnahme: Das Internet!) war beispielsweise anno 2005 das erste Dir en grey Konzert in Deutschland in der Berliner “Columbiahalle“ innerhalb von nur drei Tagen vollkommen ausverkauft gewesen! Einen fast ebenbürtigen Run auf jene heiß begehrten Konzertkarten, gab es folglich auch in Frankreich (Konzert) und Belgien (Festivalshow).

Aber kommen wir nun zum vorliegenden Album “Vulgar“, das erst mittlerweile gut drei Jahre nach seinem offiziellen Release in Japan hier bei uns in Deutschland veröffentlicht wird. Aber bekanntlich will gut Ding ja Weile haben (wie man doch so schön und passend sagt). In jedem Falle ist “Vulgar“ auch jene berühmt-berüchtigte Spielfreude anzumerken, wie sie die Band auch Live-on-Stage an den Tag legt: Nämlich laut, experimentierfreudig, konsequent und immer gekonnt den Spagat zwischen Melodie, Anspruch, Nonsens und Dramatik haltend. Das musikalische Spektrum von “Vulgar“ ist irgendwo zwischen keifendem Crossover-Metal, pulsierendem Punk-Rock Attitüden und melodischen (fast schon Balladen-artigen) Rocksounds einzuordnen. Eine Mischung also, die besonders die (melodiös angehauchten) Pogo- und Headbanger Fraktionen freuen wird. Aber auch der sogenannte „Otto-normal-Verbraucher“ wird sich sicherlich nicht so leicht dem Charme der Combo entziehen können. Dafür ist einfach jene Symbiose aus asiatischen und westlichen Einflüssen zu perfekt gelungen, als dass man Dir en grey so einfach „übergehen“ könnte.

Die Songs selbst sind natürlich fast komplett durchgehend in japanischer Sprache verfasst worden (ab und an finden sich auch kurze, englische Ausdrucksformen wieder) und können auch gerne in dieser Form in dem schön bebilderten Hochglanzbooklet nachgelesen werden. Na ja, gut... Ich gebe zu, dass auch ich mit den abgedruckten Schriftzeichen nicht wirklich viel anfangen kann (genauer gesagt: gar nichts). Aber zum Glück liegt dem regulären Booklet noch ein weiteres (kleineres) bei, in welchem die Songtexte freundlicherweise ins Englische übersetzt wurden.

Und wer jetzt immer noch nicht genug von Dir en grey bekommen sollte: Am 11.11.05 wurde bereits das brandaktuelle Album “Withing to Death“ in Deutschland über “Gan-Shin Records“ veröffentlicht.

comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen