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Dir En Grey: Uroboros Remastered & Expanded

Die Wiedergeburt des wohl größten Werkes der Band
keine Wertung
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 66:42
Release: 20.01.2012
Label: Gan-Shin Records

Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem neuen Album „Dum Spiro Spero“ halten Dir En Grey bereits eine neue Veröffentlichung bereit – jedoch nicht wie gewohnt in Form in einer Single, sondern in Gestalt einer neu gemasterten und erweiterten Version des Vorgängerwerkes „Uroboros“. Dessen Release liegt nun gerade mal vier Jahre zurück und so mancher wird sich wohl fragen, welchen Zweck diese Veröffentlichung eigentlich erfüllt. Dass die fünf Japaner eine ganz besondere Beziehung zu „Uroboros“ haben, zeigt sich jedoch nicht zuletzt an einer erneut dem Album gewidmeten Tour.

Mit Tue Madsen, der schon dem aktuellen Album einen wuchtigen Sound verpasste, hat das exzentrische Quintett nun also „Uroboros Remastered & Expanded“. Auch wenn die eigenwillige ursprüngliche Produktion des Albums durchaus ihren Reiz hatte und gut mit dessen verstörender Atmosphäre harmonierte, lässt das moderne Remastering das Soundbild wesentlich klarer erscheinen und wertet vor allem das zuvor relativ blecherne Schlagzeug deutlich auf. Auch den Arrangements der Gesangslinien kommt die Neubearbeitung zugute: Die Background-Vocals offenbaren ihren beunruhigenden, fremdartigen Charakter nun noch deutlicher, die großen Melodien klingen noch eindrucksvoller. Auf der anderen Seite nimmt der polierte Sound dem Album allerdings auch unbestreitbar etwas von seiner ursprünglichen Atmosphäre, die nicht unwesentlich von der ungeschliffenen Produktion herrührte. Ob das alte oder das neue Soundgewand besser zu "Uroboros" passt, ist damit tatsächlich in erster Linie eine Geschmacksfrage, die jeder Hörer für sich selbst beantworten sollte.

Wesentlich fragwürdiger ist dagegen der „Expanded“-Teil der Neuauflage: Gerade weil „Uroboros“ dank seiner schwer in Worte zu fassenden Stimmung, den hervorragend durchdachten Songs und der persönlichen Meisterleistung von Fronter Kyo, der sich hier durch mehr als drei Oktaven singt und schreit, als ein Meilenstein in der Diskographie der Band angesehen wird, ist die Aussicht auf Bonusmaterial erst einmal verlockend. In der Praxis fällt das jedoch eher dünn aus: Das Intro „Sa Bir“ hat in seiner erweiterten Form zwar noch einmal deutlich an Qualität gewonnen und lässt den Hörer tief in die Welt von „Uroboros“ eintauchen. Auch „Hydra 666“ fügt sich mit schweren, alptraumhaften Klängen sehr gut in das Album ein, war allerdings auch bereits auf der Single „Dozing Green“ als B-Seite zu finden. Der kurze A-Capella-Track „Bugaboo Respira“ ist aber schlicht überflüssig. Mit seinen bizarren Lauten gelingt es Kyo hier überhaupt nicht, ein verstörendes Ambiente aufzubauen. Im Gegenteil, der Song wirkt eher unfreiwillig komisch.

Somit ist „Uroboros Remastered & Expanded“ für Besitzer der regulären Version des Albums eher uninteressant, da das Bonusmaterial bis auf das erweiterte Intro auch bereits auf anderen Veröffentlichungen zu finden ist und ziemlich mager ausfällt. Ebenso ist das Remastering eine zwiespältige Angelegenheit: Auch wenn Tue Madsen dem Album zu einem wesentlich zeitgemäßeren und differenzierteren Sound verholfen hat, machte die ursprüngliche Produktion durchaus einen Teil des Reizes von „Uroboros“ aus. Letztendlich ist die Neuauflage aber für all jene, die dieses Album noch nicht in ihrer Sammlung haben, eine hervorragende Wahl, um die vielleicht stärkste Scheibe Dir En Greys in neuem Glanz zu erleben.

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