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Dir En Grey: Ryoujoku No Ame

Ein erneuter Lichtblick in der Bandgeschichte
Wertung: 7.5/10
Genre: Visual Kei
Spielzeit: 18:45
Release: 11.08.2006
Label: Gan Shin Records

Mit der neuen Single “Ryoujoku no Ame“ meldet sich die unbestrittene Speerspitze des fernöstlichen Visual Kei - Genres eindrucksvoll zurück. Die Rede ist hierbei natürlich von niemand Geringerem als Dir en Grey.

Keine andere Formation vermochte innerhalb der letzten Jahre einen solchen Hype um sich auszulösen wie die Entertainment-Könige Kyo (Texte & Gesang), Kaoru (Gitarre), Toshiya (Bass), Die (Gitarre) und Shinja (Schlagzeug). Kein Wunder also, dass die deutschen Visual Kei - Experten von “Gan-Shin Records“ jenes Quintett als DAS Zugpferd ihres Labels präsentierten und entsprechend vermarkten. Somit wundert es also auch niemanden, dass man sich nach den sehr erfolgreichen Europa-Releases der letzten beiden Alben “Vulgar“ und “Withering to Death“, sowie der Live-DVD “Tour ´05 - It Withers and Withers“, nicht auf den frisch geernteten Lorbeeren ausruht, sondern jetzt mit der frisch produzierten Single “Ryoujoku no Ame“ kräftig nachlegt.

Der Song selbst ist für Dir en Grey - Verhältnisse relativ „handzahm“ ausgefallen: Nicht brachiale Aggressionen im Hyperspeed-Tempo bestimmen hier die knapp vier Minuten Spielzeit des J-Rock Hammers, sondern eher wohl ausgefeilte Melodiebögen und deren kompakte, atmosphärische Dichte. Auch Kyos „Schreigesang“ wirkt dieses Mal ungemein verhalten; fast schon brav (abgesehen von der dann dennoch recht widerborstigen letzten Minute des Tracks). Einen Rückschluss darauf könnte der eigentliche Inhalt des Single-Tracks geben: So geht es darin doch um die Frage der eigenen, individuellen Schwächen und wie viele Lügen durch sie bereits in die weite Welt hinaus getragen wurden. Eine existenzielle Frage einer von gewaltigen Selbstzweifeln gequälten Seele.

Neben diesem wirklich sehr ordentlichen und eingängigen Opus, gibt es noch ein ganz besonderes Extra auf der Single von “Ryoujoku no Ame“ zu vernehmen. Denn es befinden sich mit den Titeln “The Final“, “Higeki ha mabuta wo oroshita yasashiki“ und “Mr. Newsman“ gleich drei Live-Versionen des zuletzt absolvierten und restlos ausverkauften Dir en Grey - Gigs in Berlin (“Columbiahalle“, 27.05.06) mit auf der CD. Die Live-Aufnahmen sind hierbei allesamt qualitativ sehr hochwertig ausgefallen und man bekommt so ein wirklich sehr authentisches Live-Feeling des Konzerts vermittelt. Bewusst wurde wohl auch die vielfältige Bandbreite der drei Songs gewählt: “The Final“ ist hierbei eine glasklare und melodiöse J-Rock Komposition, während “Higeki ha mabuta wo oroshita yasashiki“ eine ziemlich gediegene Ballade mit leichtem Gänsehautfaktor darstellt. Nochmals ganz anders kommt es aber beim Abschlusstitel “Mr. Newsman“, der mit seinen schweren Gitarrensounds - sowie einer gehörigen Portion Frust im Bauch - mal so richtig schön reinknallt und die Wände zum Wackeln bringt. Ab und an könnte man sogar meinen, man habe sich hier ein wenig an den alten Rage against the Machine - Alben orientiert und von ihnen inspirieren lassen (aber das ist jetzt nur meine persönliche Wahrnehmung und Vermutung).

Definitiv ist “Ryoujoku no Ame“ ein erneuter Lichtblick in der Bandgeschichte von Dir en Grey geworden, der im Grunde keine wirklichen Schwächen oder Abnutzungserscheinungen vorzuweisen hat. Der Song hat Charakter und eine Aussage, mit der man sich im Grunde problemlos selbst identifizieren kann. Auch liegt der Single glücklicherweise noch ein separates Begleitblatt bei, auf dem der Liedinhalt in deutsche, englische und französische Sprache übersetzt wurde.

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