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Dioramic: Technicolor

Gefangen in einer ganz eigenen Welt...
Wertung: 8/10
Genre: Artcore / Progressive Post-Hardcore
Spielzeit: 49:53
Release: 25.01.2010
Label: Lifeforce Records

Wenn eine Band nur aus drei Mitgliedern besteht, entstehen schnell Vorurteile beziehungsweise falsche erste Vorstellungen – nämlich, dass es wohl kaum raffinierte polyphone Riffs geben wird und der Bass mangels eines eigenen Bassisten auch ausschließlich die Grundakkorde als Begleitung anschlägt. Doch wer davon bei der aus Kaiserslautern stammenden Band Dioramic ausgeht, liegt ganz schön falsch, denn sowohl instrumental wie auch gesangstechnisch macht das Trio die fehlenden Member ohne Probleme wieder wett.

Versucht man die Songs in ein Genre einzuordnen, muss man wohl auf den nicht besonders vielsagenden Begriff Artcore zurückgreifen, denn die Musik der drei setzt sich aus verschiedensten Einflüssen zusammen: So gibt es klare Post-Hardcore-Strukturen, einige stilistisch elegante Post-Rock-Riffs, aber auch doomige Passagen, insgesamt also ein recht progressiver, ab und an doch technischer Sound. Was zuerst auffällt ist die – besonders was die Bassdrum betrifft, die bereits beim ersten Song „Ghosts In The Machine“ ausgiebig penetriert wird – etwas dumpfe Produktion, die jedoch perfekt zur Atmosphäre der CD passt und einen gewissen Charme mitbringt. Das Riffing des zweiten Songs „Black Screen Goodbye“ erinnert stellenweise sehr stark an das der Post-Hardcore-Formation For All Those Sleeping in ihrem Song „2182“. Doch die klaren Vocals wollen irgendwie so gar nicht in dieses Post-Hardcore-Schema passen; zwar lassen sich die gut verzerrten Screams problemlos dort einordnen, allerdings entstammen die klaren Gesangspassagen einer ganz anderen Welt und lassen sich nur schwer in Worte fassen – sie gehen einfach nur unter die Haut.

Eine weitere Stärke der Band sind die Tempowechsel, wie sie immer wieder in Songs wie „The Antagonist“ oder „Eluding The Focus“ vorkommen – mal gibt es ruhige Bridges, mal aggressive Schlagzeugattacken, immer ein hin und her zwischen Ruhepausen und treibenden Passagen. Bei dem Song „Eluding The Focus“ vernimmt man verhältnismäßig deutlich die eigentlich recht dezent eingesetzten Keyboardklänge, die nicht kitschig oder überladen wirken, sondern lediglich zur untermalenden Begleitung als unterstützendes Element passend zur Atmosphäre wirken. Lobenswert ist auch das Songwriting bei dem Track „Arms Of Poseidon“, denn der Track baut sich immer weiter auf, wechselt von fast ambienten Passagen in Post-Hardcore-Gefilde, um im Ende in fast doomigen Klängen im Zuge eines großen Finales auszuklingen. „Doom“ ist auch der Titel eines weiteren Songs – und hier ist der Name Programm: Leidliche Untergangs-Stimmungs-Riffs wechseln sich mit langsameren, schleppenderen Parts aus dem Doom Metal ab, dessen typische Wucht man jedoch ein wenig vermisst.

Zuletzt kann man noch den Song „The Lone Gunman“ erwähnen, der mit klassischen Gitarrenklängen, einem richtigen Grad an Verzerrung und atmosphärischen Hintergrundgeräuschen wie dem Rauschen des Windes wirklich fantastisch das Gefühl eines typischen Westerns einfängt .

„Technicolor“ ist ein interessantes Album geworden, das in vielerlei Hinsicht überzeugt – Abwechslungsreichtum, Kreativität und Originalität. Weitere wichtige Aspekte wie die Atmosphäre und das ansprechende Cover-Artwork sind ebenfalls gänzlich zur Zufriedenheit des Fans ausgefallen und lassen kaum Kritik zu, ein empfehlenswertes Album für alle die etwas neuartigen Sounds gegenüber offen sind.

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