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Dio: Sacred Heart (Deluxe Expanded Edition)

Trotz Stilwechsel ein Klassiker
Wertung: 8/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 38:32/ 53:18
Release: 16.03.2012
Label: Universal

Gibt es über DIO etwas, was noch nicht irgendwo festgehalten wurde, wo noch nicht Hinz und Kunz fünf Pfund Senf abgeliefert haben? Fällt es in der Retrospektive nicht besonders schwer, kritische Worte über den für alle viel zu früh verschiedenen Ronnie zu finden, ohne wegen „Leichenfledderei“ ins Abseits gestellt zu werden? Alle drei Frühwerke sind nun (erneut) wiederveröffentlicht, in dieser Besprechung geht es um die Deluxe Edition des dritten DIO-Werkes „Sacred Heart“, das von den dreien vielleicht schwächste, weil nichts Neues mehr gegenüber „Holy Diver“ und „The Last In Line“ kam. Und doch: Heutzutage wären Legionen an Bands froh darüber, solch ein Album mit dermaßen viel Charisma schreiben zu können.

Natürlich bleibt auch heute noch bei Fans die Frage aktuell: Soll eine Platte von damals wie in diesem Fall remastered oder sollen lieber die Original-Aufnahmen verwendet werden? Recht kann man es beiden Lagern eh nie machen – die einen mögen den für Vinylverhältnisse zusammengebastelten, häufig dumpferen Sound und reden von Authentizität, die anderen sind vielleicht ein wenig moderner eingestellt und freuen sich über das Ausreizen technischer Errungenschaften. Egal aber, welchem Lager man nun angehört: Alle müssen zweifelsfrei einstimmen, dass DIO und seine Band auch auf „Sacred Heart“ wieder ein ganzes Bündel an Rockklassikern zusammengestellt haben.

Auf CD 1 kommt also das komplett überarbeitete „Scared Heart“-Album zum Zuge, vom Live-Einspieler „King Of Rock And Roll“ – ein Meilenstein, wie man sich selbst zu eben diesen aufschwingen kann –, dem stampfenden, mit reichlich Herzblut angefüllten Titeltrack „Sacred Heart“, wo Millionen von Fans schon in epischer Breite die Powerfaust gen Himmel streckten, bis hin zur „Hungry For Heaven“-Hymne – Songs, die jedweder Erosion der Jahrzehnte trotzten, die den Livetest genauso bestanden haben wie etliche Disco- oder Partyabende, wo nicht nur die alten Recken, sondern auch ehrfurchtsvoll viele junge Fans in Verzückung geraten. Natürlich darf trotz aller Verklärtheit und Fanbrille nicht vergessen werden, dass sich DIO 1985 auf einem Weg begeben haben, den einige Fans der Anfangstage nicht bedingungslos folgen wollten, denn zu Hochzeiten von MTV war es vielleicht für den Künstler wichtig, mit „Rock’n’Roll Children“ ein breiteres Publikum zu erreichen, die Die-Hard-Metalgemeinde aber schnell trotzig und engstirnig von Popmusik faselte – nun ja, so ganz kann man es ja nicht von der Hand weisen.

Auf der Bonus-CD tummeln sich dann die Tracks der 1986 veröffentlichten „Intermission“-EP, Live-Single-B-Seiten sowie der Song „Hide In The Rainbow“, der damals für den Film „Der stählernde Adler“ hergehalten hat. Natürlich mag man einwenden, dass der sammelwütige Fan doch schon alles hat und hier nichts wirklich Neues geboten bekommt – und richtig, dieses Argument ist nicht wirklich zu entkräften.

Und doch: DIO-Neueinsteiger bekommen hier zu einem fairen Preis nicht nur ein famoses Frühwerk, sondern gleich noch eine mit Live-Material aufgepeppte Bonus-CD, die klanglich auch modernen Standards entspricht, ohne dass der Charme der frühen Aufnahmen kaputt reguliert wurde. Ronnies Witwe Wendy hat ihr Ja-Wort für diese Veröffentlichung gegeben, Universal haben dem Doppelpack nicht nur ein 16-seitiges Booklet mit neuen Liner-Notes von Malcolm Dome, sondern auch gleich ein schniekes, mehrfach aufklappbares Digipak spendiert – nur die Texte sucht man vergebens, was eigentlich schade ist. Wer die Scheibe noch nicht sein eigen nennt, dürfte nur wenige Argumente auffahren können, sich diese Neuauflage nicht ins CD-Regal zu stellen.

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