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Dio: At Donington UK - Live 1983 & 1987

Ein besseres Andenken ist nur schwer möglich: Long Live Rock ‘n’ Roll
Wertung: 10/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 96:50
Release: 05.11.2010
Label: Niji Entertainment Group

Was soll man noch über DIO erzählen? Wer sich der Metal-Musik zugetan fühlt und den Namen nicht kennt - egal in welchem Alter - der bewegt sich am Rande zum Posertum. Ronald James Padavona, wie er bürgerlich hieß, gab sich selbst schon recht früh den Künstlernamen Gott (auf Italienisch DIO). Was natürlich recht überheblich klingt, wurde aber auf Grund seiner Sangesleistung recht schnell akzeptiert. Sowohl Black Sabbath als auch Rainbow bedienten sich seiner Stimmbandakrobatik und profitierten sehr deutlich davon. Seit 1983 zog er mit seiner Soloband durch die Welt, wenn man mal von gelegentlichen Ausflügen zurück zu Black Sabbath und dem Sideprojekt der Urväter Heaven And Hell absieht.

Das Konzert von 1983 beim legendären Monsters Of Rock-Festival in Donington zeigt dementsprechend Ronnies ersten Auftritt mit seinem Soloprojekt in England. Schon mit dem ersten Track hatte der Maestro die Fans auf seiner Seite. Kein Wunder, entwickelte sich sein Debüt „Holy Diver“ doch damals schon zum Kultalbum für die Metal-Szene. Da er nur den Support für Whitesnake (man beachte das unglaubliche Livevideo des Headliners), Meat Loaf, ZZ Top und Twisted Sister gab, ist die Setdauer auch gerade mal auf knapp 47 Minuten begrenzt.

Aber was DIO hier mit seinen Mannen Vivian Campbell, Jimmy Bain, Vinnie Appice und Claude Schell (ich erspare euch die „Who is Who des Rocks“-Aufzählung der Bands, die diese Musiker unterstützten) abliefert, ist einfach nur grandios. Der Sound ist für damalige Zeiten sehr gut. Produziert für BBC von Ronnie James höchstpersönlich und nun nahezu perfekt von seinem langjährigen Produzenten Wyn Davis remastered.

Dass man mehr fremdes Material als eigenes verwendete, liegt natürlich auf der Hand. Sehr selbstbewusst startete man bei den ersten fünf Nummern zwar mit den leider nur vier eigenen Songs, um dann aber auf Nummer sicher zu gehen und die alten Kultklassiker von Rainbow und Black Sabbath auf die zigtausend Zuschauer wirken zu lassen. Schade, dass man hier auf die weiteren, teilweise besseren Tracks („Don’t Talk To Strangers“) zugunsten der Klassiker verzichtet hat, was aber sicher nicht verwunderlich ist. Toll auch das viel zu kurze Drumsolo und das dezent klassisch angehauchte Gitarrenintermezzo, dennoch stellt sich die Frage: Warum kein eigener Song in der kurzen Spielzeit? Egal, was bleibt, sind 100% der Setlist als Anspieltipp. Gerade die Black Sabbath-Nummern klingen frischer als auf deren Live-Opus „Live eviL“

Die zweite CD beinhaltet dann das Debüt von Gitarrist Craig Goldy, der seine Sache aber bestens erledigt. „Dream Evil“ war gerade erschienen und dementsprechend liegt das Hauptaugenmerk mit drei Tracks eben darauf, leider, denn bis dato war es das wohl eher schwächste Werk des kleinen Sangesgottes. Natürlich durften auch wieder drei Black Sabbath- und die zwei Rainbow-Klassiker nicht fehlen, auch wenn ich gerade auf „Neon Knights“ hätte verzichten können.

Als Special Guest des Headliners Bon Jovi in den UK wurden der Band anscheinend nur 50 Minuten Spielzeit eingeräumt, die hier aufbereitet wurden. Oh Mann, vergebt mir, wenn ich in Erinnerungen schwelge, aber 1987 sah ich Dio das erste Mal live beim deutschen  Ableger des Monsters of Rock-Festivals, hier mit Deep Purple als Headliner; im „Vorprogramm“ durften Metallica (!!!), Ratt, Cinderella, Helloween und Pretty Maids spielen. Die Karten haben damals keine 50 DM gekostet! Aber zurück zu der Doppel-CD.

Auf Grund der persönlichen Vorlieben weiß die zweite CD erst ab dem vierten Track „Rock N’ Roll Children“ so richtig das Feuer in mir zu entfachen. Man darf aber nicht vergessen, dass das natürlich die „Promotion“-Tour für „Dream Evil“ war. DIO gehörte zu den Größten und das wird hier eindrucksvoll bewiesen. Der eher ungewöhnliche Beginn vom ersten Teil des Tracks „The Last In Line“ wird zwar einige überraschen, aber das klingt nicht verkehrt. Da man nicht alle Tracks ausspielt und teilweise einen Medley-Charakter erzeugt, zusätzlich auf Gitarren und Drum-Solo verzichtet, bekommt der Hörer auch zwölf verschiedene Titel zu hören.

Fazit: Ein kleiner Mann mit einer großen Stimme lässt dem Hörer Pipi in die Augen schießen, weil man ihn nie wieder live sehen und vor allem hören werden kann. Wenn man das hier hört, weiß man eigentlich direkt, warum man keine Tribute-Alben benötigt. An die Klasse bei seinen Songs, kommt niemand heran. Klar kann man von Geldmache reden, aber wenn die so hochwertig ausfällt, dann doch bitteschön gerne. Dio, R.I.P., wir werden dich auf immer und ewig in unserem Herzen behalten.

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