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Dimmu Borgir: Stormblåst 2005

Über Sinn und Unsinn lässt sich streiten
keine Wertung
Genre: Black Metal
Spielzeit: 51:20
Release: 11.11.2005
Label: Nuclear Blast

Was macht eine Band, wenn die Zeitspanne seit dem letzten Release immer weiter wächst, aber noch keine konkreten Ideen und Pläne für ein neues Album auf dem Tisch liegen? Es bieten sich zwei Möglichkeiten an. Es könnte zum Beispiel ein Coveralbum hinterher geschoben (an dieser Stelle einen schönen Gruß an unsere Death Metal Freunde von Six Feet Under, die gleich das gesamte, legendäre Album „Back in Black“ von AC/DC neu vertonten) oder eines der eigenen Alben aus der hintersten Lade gekramt und neu eingespielt werden. Die zweite Möglichkeit ist die, die sich die neben Cradle of Filth bekannteste aller Black Metal Bands zu Eigen machte.

Dimmu Borgirs letzte Veröffentlichung (das Album „Death Cult Armageddon“) hatte 2003 für viele positive Resonanzen gesorgt. Mit einem ganzen Orchester eingespielt, blies der Bombast, der dem Hörer bei diesem Werk entgegentrat, jegliche Konkurrenzprodukte mühelos weg. Das ist jedoch fast drei Jahre her und seither glänzte die Band eher mit Absenz, als mit großen Werken. Auf Grund von internen Schwierigkeiten sollte nun auch das angekündigte, neue Album erst Ende 2006 erscheinen. Um die Fans doch am Ball zu halten, entschied man sich, das Zweitwerk „Stormblåst“ von 1996 neu zu veröffentlichen. Statt es jedoch einmal digital auf Hochglanz zu polieren und auf die Platte zu bannen, sollte es komplett neu eingespielt und mit einigen Neuerungen versehen werden, ohne aber den Charme des Originals zu untergraben.

Beim Hören des Albums fällt jedoch auf, dass nicht wirklich viel an den Songs herumgebastelt wurde. Natürlich klingt alles moderner, die Produktion ist jetzt (neun Jahre später) um einiges besser. Details, die vorher nicht zur Geltung kamen, sind nun umso besser zu bemerken. Gerade auf Seiten der nun druckvolleren Gitarren und dem mit einigen frischen Facetten angereicherten Drummings gibt es Kleinigkeiten zu entdecken. Aber die Verbindung zum rohen Original bleibt stets im Raum.

Eine gleich beim ersten Song „Alt Lys Er Svunnet Hen“ auffallende Änderung ist das im Gegensatz zur Vorlage nicht vorhandene, schöne Intro, welches für mich persönlich zu einem der schönsten Abschnitte der gesamten CD gehört. Zeitgleich mit dem Losdonnern der Gitarren und des Schlagzeugs setzt auch das Keyboard ein und sorgt für einen sehr atmosphärischen Opener. Im Gegensatz zu „Death Cult Armageddon“ wurde hier (wohl um möglichst nah am Original zu bleiben) auf anspruchsvolle Orchesterpassagen verzichtet.

Im dritten Song „Nar Sjelen Hentes Til Helvete“ sticht ein Klavierzwischenspiel (ohne Unterstützung der Gitarren) besonders positiv aus dem Black Metal-typischen Geknüppel hervor.

Die normale Fassung von „Sorgens Kammer“ wird der Hörer leider vermissen. Nach der damaligen Veröffentlichung hatte sich der Komponist Tim Wright, der die Melodie für das Amigaspiel „Agony“ geschrieben hatte, zu Wort gemeldet, als er seine eigens komponierte Tonfolge in jenem Lied wieder finden musste. Er ging rechtlich gegen diesen Diebstahl vor und die weitere Verwendung der Melodie wurde Dimmu Borgir untersagt. Schade eigentlich…

Aber stattdessen behalft man sich anders: „Sorgens Kammer - Del II“ ist ein eigens für diese neue Veröffentlichung geschriebener Song, der trotz musikalischer Eintönigkeit durchaus besticht. Ganz so faul, wie es bei so einer erneuten Aufnahme eines Albums erst den Anschein macht, waren die Musiker nun doch nicht. Denn auch „Avmaktslave“ ist ein Song, der auf dem Original nicht zu finden ist, sich aber gut in den Rest von „Stormblåst 2005“ einfügt.

Neben der 11 Tracks umfassenden CD ist ebenfalls eine DVD (Laufzeit etwa eine halbe Stunde) enthalten, die fünf Songs der Ozzfest Performance 2004 festgehalten hat.

Über den Sinn und Unsinn von solchen Neuinterpretationen lässt sich natürlich immer streiten. Für die einen ist es sicher eine Verschandelung des bis dato besten Albums der Band, für andere ein Must-Have mit dem Prioritätslistenrang, den ebenfalls Veröffentlichungen wie Live-DVDs und ähnliche (zumeist nur für richtige Fans interessante) Materialien innehaben. Aus diesem Grunde ist eine Urteilsbildung sehr scher und äußerst subjektiv geprägt. Für Fans und Kenner des Originals ist die CD sicherlich interessant, da man in den vollen Genuss von „Stormblast“ mit perfektionierter Produktion kommen kann. Wehmutstropfen sind hier die angesprochenen Änderungen. Die beigefügte Live-DVD und die zwei neuen Songs sollten diesen allerdings wettmachen und Vorfreude auf das neue Werk Ende 2006 entfachen.

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