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Dimmu Borgir: In Sorte Diaboli

Ein Pflichtkauf für jeden Metalfan!
Wertung: 9.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 42:51
Release: 27.04.2007
Label: Nuclear Blast

Um kaum ein Album der letzten Monate herrschte bereits im Vorfeld so ein Rummel wie um „In Sorte Diaboli“, dem neuen Machtwerk der norwegischen Black Metaller von Dimmu Borgir. Ganz gleich, ob im Internet oder in den allseits bekannten Metaldruckerzeugnissen, überall war die Band groß vertreten und überall wurde hitzig über das diskutiert, was die Fans am 27.4. erwarten wird. Aber so richtig überrascht hat dies doch eigentlich niemanden, schließlich katapultierte sich die Band spätestens mit ihrem letzten Album „Death Cult Armageddon“ endgültig in die verkaufstechnische Champions League des Heavy Metals. Auch wenn dieses Album meiner Meinung nach etwas zu glatt produziert war und seine Songs nicht ganz an die der Meisterwerke „Puritanical Euphoric Misanthropia“ und „Enthrone Darkness Triumphant“ anknüpfen konnten, so war der Erfolg doch mehr als gerechtfertigt.

Gespannt dürfen die Fans nun also auf den Sound von „In Sorte Diaboli“, dem mittlerweile achten Studioalbum und ersten Konzeptalbum der Norweger, sein. Und dem, was uns Gitarrist Silenoz im Interview ankündigte, ist ausnahmslos zuzustimmen. „In Sorte Diaboli“ ist wirklich so etwas wie eine Symbiose aus den letzten beiden Dimmu Borgir – Alben. Im Vergleich zu „Death Cult Armageddon“ fällt besonders auf, dass die Band wieder einen etwas kälteren Sound erschaffen hat, in Punkto Aggressivität zugelegt hat und die Breitwandorchestrierungen nun etwas sparsamer, dafür aber songdienlicher eingesetzt werden.

Dies belegt gleich der sensationelle Opener „The Serpentine Offering“, der so manch einem von Euch schon bekannt sein dürfte. Nach einem düster – infernalistischen Orchesterintro stimmt eine dichte und ziemlich harte Gitarrenfront in die großartige Melodie mit ein und schon zu einem so frühen Zeitpunkt sollte der Dimmu Borgir – Fan in seinem musikalischen Paradies angekommen sein. Generell nehmen die Norweger ihre Hörerschaft auf eine Reise mit, die gegensätzlicher kaum sein könnte. Es herrscht ein ständiger Kontrast zwischen schönen Melodieführungen und einer kalten, beklemmenden Atmosphäre, die von einem Shagrath in Höchstform dominiert wird. Als besonders gelungen empfinde ich außerdem die atemberaubende Passage mit dem wie immer perfekten Gesang von Bassist Vortex.

Das folgende „The Chosen Legacy“ geht in eine ganz andere Richtung und dürfte vor allem ein Genuss für diejenigen sein, denen das bereits genannte „Death Cult Armageddon“ nicht rau und hart genug war. Hier treffen maschinelle Drumattacken auf ziemlich thrashige Riffs und der Gesang von Shagrath wütet wie schon lange nicht mehr. Auch dem Orchester wird eine kleine Pause gegönnt, denn nur selten blitzen Streicher und Bläser hier auf. „The Conspiracy Unfolds“ entführt den Hörer dann in „Puritanical Euphoric Misanthropia“ - ähnliche Gefilde, schafft es allerdings nicht ganz, die Qualität der damaligen Kompositionen zu erreichen. „The Conspiracy Unfolds“ hat zwar einige durchaus interessante Passagen wie z.B. die einsetzenden Chöre kurz vor Schluss, doch ist dieses das verhältnismäßig unspektakulärste Stück auf „In Sorte Diaboli“. Es fällt auch nicht ganz einfach, eine rote Linie in diesem Song zu erkennen, was diesen ziemlich vertrackt und unnötig kompliziert macht.

Dann folgt mit „The Sacrilegious Scorn“ der vielleicht beste Song des Albums. Nach einem Keyboard – Intro, welches sehr old – schoolig wirkt, verfolgt „The Sacrilegious Scorn“ eine ähnliche Linie wie „The Serpentine Offering“ und pendelt zwischen Aggressivität und Eingängigkeit. Letzteres findet man in einer tollen Vortex – Passage wieder, bei der man in ganz andere Sphären entführt wird und wirklich alles vergisst, was um einen herum passiert. Dieser Song, der pausenlos unerwartete Wendungen nimmt, ist wirklich groß und absolut auf einer Ebene mit Klassikern wie „Mourning Palace“ oder „Kings Of The Carnival Creation“. Muss man definitiv gehört haben!

Das nette Interludium „The Fallen Arises“ wird getragen von einem hervorragend arrangiertem Orchester und ist eine passende Einstimmung auf das sich direkt anschließende „The Sinister Awakening“, welches mit ausgezeichneten Gitarren versehen ist. Der Song ist ziemlich kantig und wirkt deshalb recht brutal, doch ab und an blitzt immer wieder das feine Gespür der Band für große Momente auf. Erwähnenswert sind auch die vielen kleinen Details, die den Song mit jedem Durchgang auf einen höhere Ebene transportieren. Mit großem Orchestereinsatz und eindringlichen Bläsern startet „The Fundamental Alienation“, bei dem Drummer Hellhammer sein ganzes Können ausspielen kann. Ein Song, welcher Fans der härteren Gangart ohne Zweifel gefallen wird.

Kommen wir dann zum großen Finale von „In Sorte Diaboli“, angefangen mit dem gewaltigen „The Invaluable Darkness“, welches ganz klar zu den Höhepunkten des Albums zu zählen ist. Bei diesem Song hat auch Vortex wieder einen gesanglichen Auftritt, begleitet von treibenden Double Bass – Passagen. Der Song wirkt sehr ungezügelt, fast schon hemmungslos und im Gegensatz zu manch einem anderen Song des Albums nicht ganz so durchdacht, was der Abwechslung allerdings sehr gut tut. „The Foreshadowing Furnace“ rundet die Platte dann gelungen ab und verbindet gekonnt all das, was „In Sorte Diaboli“ ausmacht.

Fazit: Das Warten hat sich definitiv gelohnt, denn Dimmu Borgir melden sich mit „In Sorte Diaboli“ verdammt überzeugend zurück. Abgesehen von der Tatsache, dass man etwas mehr als acht Songs (das Interludium abgezogen) hätte erwarten können, ein rundum gelungenes Album, welches seinen Vorgänger deutlich übertrifft. Ein Pflichtkauf für jeden Metalfan!

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