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Dimmu Borgir: Forces Of The Northern Night

Gewaltiger Bombast
Wertung: 8/10
Genre: Extreme Metal/ Klassik
Spielzeit: 83:00
Release: 28.04.2017
Label: Nuclear Blast

Man kann sicherlich über den Sinn und Zweck von Live-Alben streiten. Für die einen sind diese reine Geldmacherei und Fan-Verarsche, weil eh kein neues Material geboten wird und das echte „Live-Feeling“ niemals über die Heimanlage transportiert werden kann. Auf der anderen Seite wird angeführt, dass es durchaus gelungene Livemitschnitte gibt, hinter deren Veröffentlichung richtig viel Mühe steckt und bei welchen der Käufer einen mehr als reellen Gegenwert erhält. Ferner darf man anführen, dass es durchaus Auftritte gibt, die es aus diversen Gründen verdient haben, für die Ewigkeit festgehalten zu werden. Wie man es auch dreht und wendet, es scheint genug Anhänger von Livemitschnitten zu geben, da deren Veröffentlichungen nicht abreißen, so gehört auch das neueste Output der Norweger Dimmu Borgir zu diesen.

Achtung! Von „Forces Of The Northern Night“ gibt es unterschiedliche Ausführungen. Hier wird die reine Audioversion, also die Live-CD, besprochen. Auf die visuellen Vorzüge oder Schwächen der Blu-ray- beziehungsweise der DVD-Version wird also nicht eingegangen. Zu hören ist ein Auftritt aus dem Jahr 2011 in Oslo, welchen Dimmu Borgir gemeinsam mit dem Norwegischen Radio Orchester samt Chor (Kringkastingsorkestret) bestritten. Beinahe hundert Musiker standen auf der Bühne, um allen, die es vor Ort oder in medialer Form hören wollten und wollen, geballten Bombast um die Ohren zu hauen. Ein derartiges Mammutprojekt kann auf der Heimanlage nur funktionieren, wenn es soundtechnisch gelingt, die Kraft eines ganzen Orchesters samt Chor in Kombination mit extremen Metal würdig einzufangen. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen. „Forces Of The Northern Night“ dröhnt kraftvoll durch die Boxen, die Publikumsreaktionen kommen angemessen zur Geltung, Metal und klassische Instrumente wirken gleichwertig und aufeinander abgestimmt, es scheint beinahe, als ob man insbesondere darauf bedacht war, die Chöre ausdrucksstark zu inszenieren, was wirklich gelungen ist. Ein Highlight des Konzerts sind daher auch die beiden Versionen von „Dimmu Borgir“, einmal die rein orchestrale Variante als quasi Intro für den eigentlichen Song. Bei beiden Stücken sorgen die Chöre für Gänsehaut. Insgesamt darf man die Kombination von Metal und Klassik als sehr gelungen bezeichnen. Es passt zueinander und wirkt durchdacht. Diese Tatsache wird explizit erwähnt, da man in der Vergangenheit auch schon weniger gelungene Versuche bei solcherart Fusionen erleben musste.

Bei der Songauswahl bieten Dimmu Borgir einen netten Einblick in ihr Gesamtwerk, wobei ihr aktuellstes Studioalbum, „Abrahadabra“ jedoch am häufigsten vertreten ist. Trotzdem eignet sich „Forces Of The Northern Night“ nicht nur für eingefleischte Fans, sondern auch für diejenigen, die tatsächlich noch nichts von der norwegischen Extrem-Metal-Institution gehört haben und sich einen ersten Einblick verschaffen wollen.

Einziger Wermutstropfen bei der Live-CD sind die fehlenden Bilder. Glaubt man dem Presseecho zu der Blu-ray-/DVD-Version, gibt es an der visuellen Ausführung des Albums ebenso wenig zu bemängeln wie an der rein auditiven. Weshalb man fragen könnte, ob es Sinn macht, sich die reine CD-Version zuzulegen, wenn es doch vielfältigere Ausführungen gibt.

Fazit: Dimmu Borgir liefern hier gemeinsam mit Nuclear Blast ein hochkarätiges Live-Album ab, das keine Wünsche offen lässt. Damit setzen sie ein mächtiges Ausrufezeichen und haben ein neues Aushängeschild in ihrer Diskographie.

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