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Digital Factor³: Trialog

Alle guten Dinge sind drei
Wertung: 8.5/10
Genre: EBM/ Electro
Spielzeit: 50:02
Release: 09.09.2011
Label: Black Rain (Nova MD)

Nach fast 20 Jahren Existenz in der Musikgeschichte möchte man meinen, dass alle Töne abgegrast wären. Nicht so bei Digital Factor³, denn guter EBM/Electro aus dem Osten (Thüringen) hat Bestand.

Zwei der Gründungsmitglieder, Tino Schmidt (Synthesizer) und Thorsten Heise (Synthesizer und Gesang), verlassen im Laufe der Bandgeschichte das Projekt. Deshalb war es einige Zeit still um die Band mit Urväterpotential. Doch nun erscheinen sie im vollen Glanz mit den Mitgliedern Mike Langer (Synthesizer und Gesang), Leo von Leibnitz (Synthesizer und Schlagzeug), sowie Guido Litke (Gitarre, Gesang und Schlagzeug).  Vorbilder und musikalische Einflüsse der Drei sind Faderhead, SPETSNAZ und Skinny Puppy.

Bisher rühmt sich die Band Digital Factor³ mit nunmehr acht Alben, wie die erfolgreiche Scheibe “Over One Million Times“, welche 1999 entstanden ist.
Nun, im Herbst 2011, erscheint das neunte Album „Trialog“. Es ist schneller, lauter, traut sich wieder mehr, als die vorangegangenen Alben und toppt sich somit selbst an Kreativität. „Trialog“ steht für die „neuen Drei“, die sich in einer schweren Zeit kennenlernten und miteinander arbeiten mussten/ wollten. Es ist die dritte Phase, die die Band durchlebt und deshalb auch die Hochzahl drei hinter ihrem Bandnamen und auf dem Cover zu stehen hat.

In dem Album geht es schlichtweg um den Versuch der Menschen, seine Umgebung zu verändern, sie besser und sauberer zu machen und somit immer wieder scheitert, alles verliert und im Endeffekt so schmutzig bleibt wie die Welt nun mal ist. Traurig aber wahr und eindrucksvoll in Tönen und Rhythmen verpackt.

Songs, die diesen Pathos wunderbar überbringen, sind beispielsweise „Links Rechts Links“. Mit Sirenen, grellem Getöse und derbem Bass beschreit der Song das enge Korsett von Arbeit, Ruhm und Erfolg. Das allein zählt im kommerziellen Leben und bricht so manchen Menschen. Es sind klassische EBM-Rhythmen zu finden.

Mit dem Stück “You`re Going Down“, welches langsamer gestaltet ist, erzählen Horrorstimmen und Pfeiftöne von letzten Atemzügen und entfernten Lichtern. Zum Schluss ist das monotone Fiepen zu hören, welches einen Herzstillstand verdeutlichen soll.

Mit “This Is The Deal“, der direkt folgt, wird wieder Schwung durch die Boxen geprescht. Rauchige Stimmen besingen die Wichtigkeit, seinen eigenen Weg zu gehen, seinen Träumen nachzugeben und nicht auf fremde Hilfe (von oben) zu pochen.

Weiter geht es mit dem Song “A Force Of Unknown People“. Russische Stimmen läuten den militärischen Stomper ein und begleiten durch das gesamte Stück. Diese Stimmen sind vom Roten Platz und London aus aufgenommen. Hier wird der Krieg im Allgemeinem behandelt und wie er kläglich versucht, Menschen und Länder zu ändern. Auch der „Rote Armee Chor“ ist hier stimmlich vertreten. Auf dem Album sind immer wieder Interlude, also Zwischenspiele, zu finden. Sie sind ruhig, besinnlich, kleine Gedichte und regen zum Nachdenken an.

Das Album „Trialog“ ist ein erfolgreicher Schritt für die neue Konstellation der Band. Die Waage zwischen ruhigen und preschenden Tracks hält sich gut und animiert oft zum Abhotten auf der Tanzfläche.

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