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Dieversity: Age Of Ignorance

Ein deutscher Ableger der Göteborger Schule
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 46:29
Release: 19.11.2021
Label: El Puerto Records

Die Würzburger Sechsertruppe Dieversity hat in ihrer über zehnjährigen Bandgeschichte schon einiges an Line-Up-Wechseln hinter sich. Wo andere Bands naturgemäß eher Bass und Gitarre austauschen müssen, hatten die Franken eher mit einem Sängerproblem zu kämpfen – immerhin hat jedes der bisherigen drei Alben einen anderen Mann am Mikrofon vorzuweisen.

Derzeitiger Frontbrüller ist Robin Mattner, mit im Boot seit 2020, und hoffentlich die vorerst letzte Besetzungsverschiebung; der Mann ist nämlich nahezu die perfekte Besetzung für den Melodic Death Metal der Band, die nach eigenen Angaben (und dem ersten Hören nach) deutliche Fans der Göteborger Schule sind und zu ihren wichtigsten Einflüssen Combos wie In Flames, Soilwork oder die hervorragenden Killswitch Engage zählen. Auch bei Dieversity darf natürlich das Genre-spezifische Keyboard nicht fehlen – für die Schreiberin dieser Zeilen ja gerne mal ein Grund zu spotten; wir werden sehen und hören, was Tastendrücker Chris so zu bieten hat.

Da weiß man also zumindest schon ungefähr, was einen auf der aktuellen Platte „Age Of Ignorance“ erwartet, die erste Single „End Of The Line“ markiert zugleich auch den Albumopener (und ist auf gar keinen Fall zu verwechseln mit dem gleichnamigen Song von Devildriver) – ein Song, der so druckvoll und mit genialem Geschrei startet, das irgendwo zwischen Manie und Hysterie pendelt, dass man sich im Geiste schon gegen schmalbrüstigen Klargesang zu wappnen versucht, der unweigerlich folgen muss… aber nicht bei dieser Band. Im Gegenteil, die clean vocals können tatsächlich positiv überraschen, markieren geradezu den Silberstreif in der musikalischen Apokalypse, womit die Würzburger schon mal dicke Pluspunkte einheimsen können. Und nicht nur beherrscht den Mann wunderbaren Klargesang, überhaupt gestaltet sich der Gesang extrem variabel und deckt von fiesen Shouts über fast schwarzmetallische Screams bis zu klarem Gesang und einer Art Sprechgesang eigentlich alles ab, was man sich im Melo-Death wünschen kann. Schön!

Gerade dank der Keyboards (und auch des Klargesangs) in Songs wie „Enemies“ muss man auch immer mal ältere Sonic Syndicate als Referenz hinzuziehen, wobei Dieversity sich gottlob deutlich weniger radiotauglich präsentieren als die schwedischen Kollegen. Wesentlich mehr Eindruck kann die Truppe dann bei massiveren Tracks wie „Mr. God“ machen, bei dem vor allem das fiese Gekeife für ordentlich Dampf sorgt. Tatsächlich hätte der klar gesungene Refrain hier gar nicht unbedingt sein müssen, bildet natürlich aber eines der Trademarks der Truppe.

Mit ordentlichem Schlagzeuggewitter ballert dann „Clouds Of Misery“ durch die Boxen, die Füße kann man da schon kaum mehr stillhalten; hier hauen Dierversity einfach mal so nebenbei einen Track raus, der sich vor den Großen der Göteborger Schule zu keinem Zeitpunkt verstecken muss. Beim eigentlich ziemlich geilen „May Their Ghosts“ breitet sich das Keyboard dann vor allem im Refrain ein bisschen zu sehr aus, der schleppende Track hat dann aber trotzdem noch genug Charme, um länger im Gedächtnis zu bleiben und gestaltet sich außerdem noch erstaunlich tanzbar.

Als deutscher Ableger des schwedischen Melo-Death müssen sich Dieversity auch mit neuem Sänger nicht verstecken. Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, also drücken wir den Herren mal die Daumen, dass dieses Besetzungskarussell hiermit ein Ende hat. Immerhin scheint ja jetzt alles wie Arsch auf Eimer zu passen – für alle Fans von oben genannten Bands kann „Age Of Ignorance“ nur eine Bereicherung für die Sammlung sein.

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