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Diehard: When Illusions Gone

Industrial meets Electro meets Metal
Wertung: 7/10
Genre: Industrial
Spielzeit: 28:26
Release: 05.01.2011
Label: Eigenproduktion

Auf den ersten Blick sieht die CD „When Illusions Gone“ der Nürnberger Diehard nicht nach einer Industrialplatte aus. Das Cover lässt vielmehr auf eine Death Metal-Band schließen. Doch so wie man ein Buch nie nach dem Cover beurteilen sollte, so gilt das eben auch für CDs. Auf der Scheibe befindet sich nämlich eine vielschichtige Mischung aus Metal, Rock, Industrial und Electro. Im ersten Moment fühlt man sich an Mad Max auf Ecstasy erinnert. Die Combo mit den witzigen Pseudonymen Alexander Morte (Komponist, Gitarre, Gesang) und Vic Torys (Keyboards, Backing Vocals), die sich inzwischen durch Schlagzeuger Sascha Pratnekar auf ein Trio erweitert hat, greift kompositorisch und soundtechnisch tief in die Trickkiste. Ohne Scheuklappen verarbeiten die Franken alles was ihnen gefällt und irgendwie zum Stil der Band passt. Und tatsächlich schaffen sie es mit dieser Vorgehensweise, Diehard einen eigenen, wieder zu erkennenden Sound zu verpassen. Und das, obwohl die Band erst seit dem Jahr 2010 besteht. Die Musiker haben allerdings alle schon vorher in verschiedenen anderen Projekten gewirkt. Diese Erfahrungen hört man der Musik von Diehard auch sofort an. Es ist klar, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Zu gut sind die Kompositionen und auch der Sound der in Eigenregie produzierten Platte. Diesem fehlt eigentlich nichts, bis auf den Druck von unten, den ein solches Projekt unbedingt braucht. Es fehlt der hämmernde, alles zermalmende Bass, der die Beine zucken lässt. Das ist recht schade, denn der Klang des Rundlings ist sonst gar nicht so verkehrt. Die Höhen scheppern noch ein wenig zu sehr, das sollte man aber ignorieren können, denn bis zum Mastering wurde das Teil komplett im Homerecording hergestellt. Gemastert wurde „When Illusions Gone dann bei Bastian Herrmann im Neverending Studio. Dass das Cover nach Death Metal aussieht, verwundert auch nicht mehr so sehr, wenn man erfährt wer es entworfen hat. Für das Bild ist nämlich der Künstler Alexander Balinets verantwortlich, der auch schon mit Deicide und Morgul gearbeitet hat.

Das Songwriting fällt sehr abwechslungsreich aus, was gut darüber hinweg hilft, dass der Sound etwas schwächelt. Frontmann und Kopf der Band Alexander Morte schöpft aus dem Vollen und kombiniert Electrobeats mit Gitarrenläufen, Synthiedrums und einem künstlich verzerrten, düsteren Gesang. Da die Gitarre häufig eher als Rhythmusinstrument eingesetzt wird, übernimmt Vic Torys mit ihren Keyboards oft den Part der Melodienträgerin. Die Stücke haben alle ihren Reiz, so kann zum Beispiel „Invoked Guard“ vor allem durch die ausgearbeiteten Melodien überzeugen, während „One Step Back“ vor allem durch sein Gitarrenriff und den Beat ansprechend wirkt.  

Aufgeschlossene Fans dunkler und harter Musik sind das Hauptklientel von Diehard. Durch ihre Kompositionen und ihre Klangvielfalt verstehen sie es, neue Klangwelten zu erschaffen und sie mit Leben zu erfüllen. Gespannt darf man das Nachfolgeralbum erwarten, das mit härterem Sound und echtem Schlagzeug daherkommen soll und noch für das Jahr 2011 angekündigt ist.

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