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Die Toten Hosen: Nur Zu Besuch - Unplugged Im Wiener Burgtheater

Man kann es als historisches Dokument bezeichnen, auf jeden Fall ist es etwas Besonderes
Wertung: 8/10
Genre: Akustik Punk Rock
Spielzeit: 144:00
Release: 01.10.2010
Label: Jochens kleine Plattenfirma GmbH / Warner

Unplugged-Konzerte gelten seit dem extremen Hype von MTV ab einem bestimmten Bekanntheitsgrad eigentlich schon zum guten Ton und eben wenn man auch die musikalischen Fähigkeiten dafür hat. Dies gelingt natürlich nur mit gutem Gesang und Songs, die nicht nur oberflächig mit viel Schminke zum Musikstück aufgepimpt werden. Die Die Toten Hosen trauten sich an dieses Thema heran und haben im Wiener Burgtheater ein eben solches gespielt.

Natürlich kann-soll-durfte man gespannt sein, wie Campino, das ewig agile Wiesel, auf der Bühne die Hummeln im Popo gebändigt bekommen würde. Aber nicht nur das, einige Stücke der Band wirken garantiert nicht so, als ob man das rein akustisch umsetzen könnte, so dass es noch gefällt.

Die Aufmachung der Blu-ray ist schon einmal gelungen. Die Bilder in schwarz/weiß, das Booklet als Programmheft betitelt. Das macht Lust auf den Inhalt der Blu-ray. Also hinein in den Player und los geht’s. Das Bild weist leider recht viel Filmkorn auf, welches den Augenschmaus schon deutlich stört. Auch gibt es immer wieder Unschärfen, die das Medium Blu-ray so einfach nicht verdient. Aber ein Blick auf die Hülle verrät ja, dass es sich um 1080i-Material handelt und somit altes Material hochskaliert wurde. Das ist immer schwierig, soll uns aber im weiteren Verlauf nicht stören. Die erste Überraschung ist die Version von „Opel Gang“, welche mit dem Klavier schon fast wie ein Schmusesong rüberkommt. Alle Musiker sitzen und man sieht Campino an, dass er sich nicht wirklich pudelwohl fühlt. Das Publikum stört sich nicht dran und feiert verhalten auf seinen Sitzplätzen.

Erst nach „Auswärtsspiel“ wird das Publikum vom Sänger wie gewohnt mit Charme und Witz begrüßt. Ganz ehrlich, „Nichts Bleibt Für Die Ewigkeit“ wirkt in der Akustik-Version noch bedrückender. Da sollte die Band vielleicht mal überlegen, ob sie das nicht auch mal so auf ihren regulären Konzerten so zocken wollen. Einfach nur lustig, wenn Campino Kuddel mit seiner Drehleier aus dem zwölften Jahrhundert ankündigt und es dann „Kuddel, Kuddel“-Sprechchöre hagelt. Klar, dass der Cheffe da nachlegen muss: „Wir wissen euer Mitleid zu würdigen!“

Der Sound im 5.1-Format kann wirklich überzeugen, wobei der DTS-HD Master-Sound noch einen Ticken räumlicher klingt als der Dolby True HD-Sound. Das bringt die Musik wirklich hervorragend zu Geltung. Wer Zweifel hatte, dass Die Toten Hosen auch mit ruhiger Musik bestehen können, wird hier weitestgehend eines Besseren belehrt. Weitestgehend deshalb, weil zum Beispiel  „Böser Wolf“ hier schon fast Singlecharakter entwickelt und deutlich authentischer und schmerzlicher daherkommt als im Original. „Pushed Again“ wirkt wiederum ziemlich schwach. Da fehlt halt die Energie, die dieser Song dringend benötigt. Dass die Band nah am Fußball dran ist, weiß nun wirklich jeder. Campino verteilt erstmal Seitenhiebe auf die österreichischen Kicker, bevor „Weltmeister“ ertönt.

„Steh Auf, Wenn Du Am Boden Bist“ wird dann natürlich auch vom Publikum quittiert, indem es aufsteht. Was mögen wohl die Betreiber des Burgtheaters gedacht haben, als man sah, dass die „Bestuhlung“ auch erklommen wurde, um darauf zu stehen. Ein guter Zeitpunkt, um die Bühne das erste Mal zu verlassen.

Klar, dass die Hosen nicht ohne Zugabe von dannen kommen. „Eisgekühlter Bommerlunder“ kommt irgendwie in einem Lounge-Musik-Stil daher, den man eher kritisch aufnimmt. Nun ja, das Publikum steht inzwischen natürlich bei jedem Song und feiert die Band mal richtig ab. Auch wenn Campino klar sagt: „Ein Ding, das wir nicht so schnell wiederholen werden…“. Nun ja, auf keinen Fall sollte man vergessen, Esther Kim am Piano und Raphael Zweifel am Cello zu erwähnen, denn die beiden machen einen Wahnsinns-Job.

Als Bonus gibt es dann noch gut 42 Minuten rund um dieses Projekt mit der Planung, Proben und lustigen Sachen eben. Das macht Spaß und zeigt den Fans, wie viel Planung dahinter steckt und wie nervös eine gestandene Band sein kann, wenn sie mal neue Wege geht. Campino zeigt sich auch einmal von seiner kritischen, recht verärgerten Seite, welches natürlich auch durch die Ungewissheit, wie alles laufen wird, zusätzlich gepusht wird. Das ist nicht immer ein Zuckerschlecken für die Bandkollegen. Drummer Vom zeigt seine Vorliebe, Blumenwasser aus Vasen zu trinken, in denen gerade noch Grünzeug steckte. 

Fazit: Eine Blu-ray, die wirklich Spaß macht, auch wenn hier Licht und Schatten nah beieinander liegen. Einige Songs gewinnen richtig, wobei es auch eben die schwachen Momente gibt. Das Bild ist gerade mal Durchschnitt, der Sound dafür absolut top. Eine Kaufempfehlung kann ich trotzdem geben, denn dieser Auftritt zeigt die Band mal von einer ganz anderen Seite, die man auch mal gesehen haben muss.

Bildformat: 1080/50i

16:9 (Konzert) + 4:3 (Bonus)

Tonformat:

5.1 DTS-HD Master Audio (48khz/24bit)

5.1 Dolby True HD (48khz/24bit)

2.0 PCM (unkompremiert) Stereo (48khz/24bit)

Region: A,B,C

FSK: 0

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