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[DIE!]: Still!

Enttäuschend
Wertung: 4/10
Genre: NDH
Spielzeit: 56:59
Release: 23.10.2009
Label: Echozone

Nachdem das letzte Album der Band [DIE!] ein extrem lautes Mastering aufwies, scheint man sich mit dem neuesten Werk auf das Gegenteil zu besinnen: Auf den Titel „Still“ wurde es getauft und ist dabei gar nicht ruhig, sondern ist viel mehr ein rockiges Neue Deutsche Härte-Album geworden. 

Der Opener „Schöner Schein“ lässt mich direkt resigniert zurück: Das Hauptriff ist uralt. Welche Band dieses Genres hat dieses Riff eigentlich noch nicht benutzt? Rammstein, Megaherz, Eisbrecher, Stahlhammer, Oomph! – und nun reihen sich dort auch noch [DIE!] ein. Schon wieder. Wer denkt, dass auf diesem Album der Gesang ähnlich mitreißend ist wie bei dem Hit „Geh Mit Mir“ vom 2005er Album „Manche Bluten Ewig“, der liegt jedoch falsch, denn der neue Mann am Mikrophon, Mathias Elsholz, Ex-Sänger von Megaherz, bleibt weiterhin beim Sprechgesang.

Aber dann doch ein Lichtblick: Der Gesang ist doch etwas abwechslungsreicher als das Riffing. Bei dem Song „Lüg Mich An“ wird sogar gar nicht schlecht klar gesungen, während bei dem Track „Herzlos“ der Gesang mal elektronisch bearbeitet oder teilweise geflüstert ist. Speziell bei dem neunten Song des Albums, „Tiefer Schmerz“ überzeugt Mr. Elsholz im Refrain und auch mit den tragenden Gitarren sowie den elektronischen Spielereien am Synthesizer besticht der Song.

Der Titelsong „Still!“ hebt sich deutlich aus den andern Songs hervor, die Verse verzichten komplett auf E-Gitarren und man vernimmt lediglich Schlagzeug sowie einen Basslauf und gelegentliche Synthesizer-Klänge, die dann den Refrain einleiten. Besonders cleveres Riffing oder mitreißende Melodien vermisst man hier leider ebenfalls, allerdings ist der klar gesungene Part durch den Gebrauch eines Glocken-Anschlags recht interessant geworden.

Abgesehen von einem Hidden Track ist „Mein letzter Wille“ der letzte Song des Albums - und auch einer der besten. Gerade im Refrain sind die Keyboardklänge sehr angenehm eingesetzt worden, allerdings ist auch hier – wie durchweg auf dem ganzen Album – das Riffing ein sehr großes Manko. Ein Großteil der Gitarrenarbeit auf diesem Full-Length hat man schon zigmal gehört, wenn man sich in dem Genre etwas auskennt. Auch der Gesang ist häufig viel zu unmelodisch und vermag es dann nicht, den Hörer mitzureißen.

Insgesamt liegt das Album doch unter dem Durchschnitt. Zwar sind einige nette Momente vorhanden, allerdings ist das Riffing uralt, der Gesang über weite Strecken zu monoton und die Melodien Mangelware. Schade eigentlich, besonders das 2005er Album war um einiges stärker ausgefallen. In Zeiten, in denen die Grenzen zwischen den Genres immer mehr verschwimmen und Newcomer-Bands wie Stahlmann direkt enorm starke Leistungen darbieten, reichen die Standard-Zutaten in mittelmäßig guter Kombination nicht mehr aus, um aus der Masse hervorzustechen. 

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